Christliche Themen für jede Altersgruppe

Senioren unterstützen Senioren - Projekt "Sorgende Gemeinschaft"

BAD DITZENBACH (Dekanat Geislingen) – Die Seniorengemeinschaft Obere Fils in Bad Ditzenbach bietet Senioren Hilfe durch Senioren. Derzeit planen die Mitglieder das Projekt „Sorgende Gemeinschaft“. Es soll betagte Menschen vor der Einsamkeit bewahren.

Norbert Necker (links) hat den Verein Segofils ins Laufen gebracht. Gudrun Herbster kümmert sich um das Büro, Max Böhringer ist der Vorsitzende.  Foto: Brigitte ScheiffeleNorbert Necker (links) hat den Verein Segofils ins Laufen gebracht. Gudrun Herbster kümmert sich um das Büro, Max Böhringer ist der Vorsitzende.  Foto: Brigitte Scheiffele

Bis ins hohe Alter im eigenen Wohnumfeld bleiben zu können ist ein Herzenswunsch vieler Senioren. Das funktioniert aber nur, wenn bei körperlichen Einschränkungen eine finanzierbare Unterstützung im Alltag möglich ist.

In Bad Ditzenbach hat der einstige Schulleiter Norbert Necker (76) vor neun Jahren fitte Seniorinnen und Senioren motiviert, Dienste für ältere Menschen zu übernehmen. Diese brächten nicht nur eine gewisse Lebenserfahrung und den Blick für die Beschwerlichkeiten im Alter mit, sondern auch die notwendige Zeit.

Die sinnvolle Tätigkeit wird mit sieben Euro pro Stunde entlohnt. Wer sich als Helfer aber ehrenamtlich und ohne Bezahlung engagiert, erhält im Gegenzug Zeitpunkte. Die können von den Helfern dann eingelöst werden, wenn sie später selbst Hilfe benötigen. Diejenigen, denen geholfen wird, und diejenigen, die helfen, sind Mitglieder im Verein Segofils.

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Segofils steht für Seniorengemeinschaft Obere Fils e. V. Der Verein setzt sich für die Verbesserung des Alltags und ein langes, selbständiges Leben der älteren Bevölkerung ein. Für Norbert Necker selbst steht dieses Angebot zwischen Ehrenamt und Leistungsaustausch. Er beschreibt das so: „Senioren organisieren ein Geben und Nehmen nutzbringend und abseits des Gewinnstrebens.“

Senioren unterstützen Senioren - Projekt "Sorgende Gemeinschaft"

Aktuell zählt der Verein 600 Mitglieder. Das Büro in Bad Ditzenbach ist dreimal pro Woche durch Gudrun Herbster besetzt, über die alle Hilfeleistungen im niederschwelligen Bereich abgewickelt werden. Pflege zählt allerdings nicht dazu.

Zu den wichtigsten Leistungen zählen Fahrdienste sowie Hilfen im und um das Haus. Hinzu kommen Veranstaltungen. Fahrdienste sind am meisten gefragt, denn für eine Fahrt zum Arzt nach Ulm ist der Preis im Vergleich zu anderen Anbietern deutlich günstiger. Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge von 25 Euro im Jahr für Einzelne und 45 Euro für Lebensgemeinschaften, durch Zuschüsse und Spenden. Er arbeitet mit sieben Nachbargemeinden im Oberen Filstal zusammen: mit Bad Überkingen und Deggingen, Mühlhausen im Täle, Gruibingen, Wiesensteig, Drackenstein und Hohenstadt. Hinzu kommt ein Austausch mit den örtlichen Pflegediensten „Mirjam Care“ und mit der „Sozialstation Oberes Filstal“. Die Jahresbeiträge werden laut Necker nur für die Verwaltungskosten, für Versicherungen und die Miete verwendet, aber auch da kommt die Gemeindeverwaltung dem Verein unterstützend entgegen.

Aktuell arbeitet Norbert Necker mit dem Vereinsvorsitzenden Max Böhringer (65), ebenfalls ein pensionierter Schulleiter, am neuen Projekt „Sorgende Gemeinschaft“. In Skandinavien ist es bereits erfolgreich.

Senioren unterstützen Senioren - Die Idee stammt aus Skandinavien

Der Hintergrund: Ältere Menschen leiden häufig unter Einsamkeit, sind in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und besonders im ländlichen Bereich mit fehlender Infrastruktur konfrontiert. Gemeinsam mit Kirchen und Gemeindeverwaltungen haben Necker und Böhringer die Initiative zu mehr Le- bendigkeit ergriffen. Bisher bestehende Angebote in Seniorenanlagen bezeichnet Necker als Mogelpackung. Viele Räume, die sich als Begegnungsort eignen würden, stünden in der Gemeinde leer. „Es ist alles da. Nur die Strukturen müssen organisiert werden“, sagt Necker. Am 1. Oktober 2020 soll das Projekt starten.

In Bad Ditzenbach soll das nicht mehr bewirtschaftete Café „Filsblick“ zu einem solchen Treffpunkt werden. Dort könnten einmal wöchentlich Gymnastik, Unterhaltung, Spiele, Informationen und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen angeboten werden. Auch ein Mittagstisch oder Kaffee am Nachmittag wären denkbar. Damit keine Konkurrenzgedanken aufkommen, sollen auch andere Vereine eingebunden werden.

Für ein solches Projekt, das auch Bürgermeister Herbert Juhn unterstützt, werden jedoch rund 20 ehrenamtliche Helfer benötigt, wobei auch jüngere Menschen wichtig wären. Nun ist eine Benefizaktion geplant.

◼ Telefon 07334-9219770. Näheres im Internet: www.segofils.de

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