Christliche Themen für jede Altersgruppe

Singen, Bibellesen, Debattieren

Kirchentage haben den Anspruch, fromm und politisch zugleich sein zu wollen. Das stellt auch das Programm zum Kirchentag in Stuttgart vom 3. bis 7. Juni unter Beweis. Zu den Schwerpunkten gehört die Frage, wie die Konflikte in der Welt gelöst werden können und was für Flüchtlinge getan werden kann. Das Motto des 35. Deutschen Evangelischen Kirchentages lautet „damit wir klug werden“.


Auf dem Schlossplatz – genau gesagt im Ehrenhof des Neuen Schlosses – findet der Eröffnungs­gottesdienst mit Landesbischof Frank Otfried July statt. (Foto: Maren/pixelio)

Kirchentage sind immer Veranstaltungen der Superlative. An fünf Tagen werden 100.000 Dauerteilnehmerinnen und -teilnehmer mehr als 2500 Veranstaltungen besuchen. Etwa 300 Posaunenchöre, 200 Sängerchöre und unzählige Musikgruppen werden zu hören sein.
Bei Kirchentagen ist immer auch Prominenz vertreten. Traditionell kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Der Außenminister ist Mitglied des Kirchentags-Präsidiums. Und in Stuttgart hält sogar Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow von den Linken eine Bibelarbeit.

Zu den prominentesten Rednern gehört in Stuttgart Kofi Annan, der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen. Er spricht über die Frage „Wer übernimmt Verantwortung in Krisen und Konflikten?“.

Ein Friedenskirchentag soll es werden, wünscht sich Ellen Ueberschär, die Generalsekretärin des Kirchentags. Darin ist sie sich mit Kirchentagspräsident Andreas Barner einig. Schließlich sei es ein Kirchentag in Zeiten, „die so brutal und so kriegerisch wie schon lange nicht mehr sind“. Auf Podien und in Diskussionen soll deshalb die Frage beantwortet werden, wie wieder Frieden werden kann. In der Friedenskirche in Stuttgart haben deshalb 38 Friedensorganisationen das Zentrum Frieden eingerichtet.

Dem Kirchentag ist Nachhaltigkeit ein großes Anliegen. Deshalb wird über Umweltschutz nicht nur diskutiert, sondern er wird auch praktiziert. In der Stuttgarter Geschäftsstelle des Kirchentags gibt es keine Dienstwagen, sondern Dienstfahrräder.

Kirchentagsbesucher erwarten in der Innenstadt, in den Hallen und Zelten im Neckarpark und an Veranstaltungsorten in der Umgebung auch über 100 Bibelarbeiten und mehr als 140 Gottesdienste. Auch ein Radgottesdienst und ein Techno-Gottesdienst gehören dazu. Die geistlichen Angebote sind vielfältig: Tagzeitengebete, Bibliodrama zum Ausprobieren und eine Hip-Hop-Glaubensparty in den Stuttgarter Wagenhallen.

Kirchentage bedeuten aber auch immer Ausnahmezustand: für die Landeskirche, die Stadt und die vielen Ehrenamtlichen. Mehr als 1150 zusätzliche S-Bahnen und Regionalzüge sorgen dafür, dass Kirchentagsbesucher zur Bibelarbeit, zum Konzert und zu den Podien kommen. Die S-Bahn fahre das „absolute Maximum“, sagt René Neuhäuser von der S-Bahn. Die baden-württembergische Landeshauptstadt und die Region sind also auf den Kirchentag bestens vorbereitet.

Reformation wagen
Oliver Hoesch (Hg.)
Ev. Landeskirche in Württemberg
9,95 €