Christliche Themen für jede Altersgruppe

Sonntags häufiger einkaufen

Geht es nach dem Tübinger Oberbürgermeister, dann sollen Familien künftig auch sonntags einkaufen gehen können.  [gstockstudio/Fotolia]

Der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer (Grüne) will, dass Geschäfte künftig häufiger am Sonntag offen haben. Am Sonntag würde im Internet ein Fünftel des Umsatzes gemacht, während die Geschäfte in den Städten sonntags geschlossen sind. Die Läden würden so Kunden und Marktanteile verlieren, argumentiert Palmer in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Konkret wünscht sich der Kommunalpolitiker, dass es künftig anstelle von drei oder vier verkaufsoffenen Sonntagen pro Jahr 30 Sonntage gibt, an denen man einkaufen kann. Die neuen  Ladenöffnungszeiten sollten allerdings nur in den Innenstädten gelten, Supermärkte am Stadtrand blieben damit außen vor.  „Verkäufer, die ihre Stelle verlieren, weil der Umsatz am Sonntag ins Internet wandert, verlieren mehr als die Sonntagsruhe“, argumentiert der Politiker weiter. Auch könne der Sonntagseinkauf Stress für Familien vermeiden, etwa, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Die Tübinger Dekanin Elisabeth Hege findet Palmers Argumente „verständlich aus der Situation eines Oberzentrums, das zu kämpfen hat“. Der Internethandel nehme unbestritten zu und mache dem Einzelhandel das Leben schwer. Es sei jedoch fraglich, ob dagegen verkaufsoffene Sonntage helfen. Sie wundere sich über die „wirtschaftsliberale“ Position Palmers, der ansonsten eine nachhaltige Politik vertrete, sagte Hege.
Erst im November 2014 hatte das Bundesverwaltungsgericht den Sonntagsschutz gestärkt. Sonntagsarbeit in Videotheken, Bibliotheken und Call-Centern sind danach begrenzt.