Christliche Themen für jede Altersgruppe

Sonntagspredigt im Kino - Lebensnahe Predigten "11 nach 11"

BELSEN (Dekanat Tübingen) – Im Kino guckt man eigentlich Filme. Bei der Reihe „11 nach 11“ sitzen dagegen junge Menschen in den roten Sesseln, die am Glauben interessiert sind und sich lebensnahe Predigten anhören wollen. Ums „Chillen“ mit Gott geht es auch.

Mössinger Kino. Wolf Kammerer (rechts) spricht mit Marius Rempfer. Foto: Andreas StraubDer Gottesdienst für junge Erwachsene von jungen Erwachsenen findet im Mössinger Kino statt. Wolf Kammerer (rechts) spricht mit Marius Rempfer. Foto: Andreas Straub

Es beginnt pünktlich um 11.11 Uhr wie ein lockeres Gespräch unter Freunden, zwischendurch gibt es Musik, Spiele und kurze Filme. Die 50 überwiegend jungen Leute im Lichtspielhaus Mössingen fühlen sich angesprochen und diskutieren mit. Schließlich spricht der 27-jährige Theologe Wolf Kammerer seine Gedanken zum „Alleinsein mit Gott“ in ihrer Sprache aus – eine Sonntagspredigt für die junge Zielgruppe.

Nach erfolgreichen Veranstaltungen der Reihe „11 nach 11“ im Frühjahr zum Thema Ostern und im Jahr zuvor unter dem Motto „Ehrlich“ führt die Kirchengemeinde Belsen das Format „11 nach 11“ in diesem Herbst fort. Das Staffelthema lautet diesmal „Glaube“.

„Wir möchten eine Plattform bieten und Raum für Fragen von jungen Erwachsenen in Bezug auf den Glauben und das Leben schaffen“, sagt Prädikant Benedikt Schweizer. Das Veranstaltungskonzept sei deshalb interaktiv gestaltet. Wie die Besucher zum Beispiel das „Alleinsein mit Gott“ für sich definieren, war an bunten Bällen abzulesen, die sie in Boxen gelegt haben. Für die einen bedeutete das „Family time“, für andere „Chillen mit ihm“. Über eine App gab es nach dem Ende des „11 nach 11“-Gottesdienstes einen Austausch mit dem Referenten. Benedikt Schweizer freut sich über den Zuspruch der Besucher, zumal Angebote für junge Erwachsene selten seien: „Unser Anliegen ist es, dieses in der Breite bekannter zu machen.“ Das Event sei super vorbereitet und „ich fühle mich richtig wohl“, befand der theologische Referent Wolf Kammerer. Marius Rempfer aus dem Vorbereitungsteam interviewte ihn auf der Bühne. „Ich bin über den CVJM und ein Freiwilliges Soziales Jahr zum Theologiestudium gekommen“, erzählte Kammerer. Aus Bondorf bei Herrenberg stammend, studierte er in Tübingen. Als theologischer Referent mache er gerade etwas „Spaßiges“, später wolle er ins Pfarramt. In jungen Jahren habe er sich für Politik interessiert. „Aber ich habe rasch gemerkt, dass das nichts für mich ist“, sagte Kammerer.

Mössinger Kino. Gottesdienst für junge Erwachsene. 11 nach 11. Foto: Andreas StraubMössinger Kino. Gottesdienst für junge Erwachsene. 11 nach 11. Foto: Andreas Straub

Zeit für das Alleinsein mit Gott

Das Thema, mit Gott alleine zu sein, habe ihn gleich angesprochen. Geht das nur, wenn man es will? Oder ist er immer dabei? „Es ist gar nicht so  einfach, Gott zu hören, denn oft ist es im Alltag sehr laut“, sagte Kammerer und sprach über ein Wandererlebnis. Einer seiner Freunde habe ganz leise gesagt, die Gruppe müsse den steilen Weg nehmen. Aber keiner wollte auf ihn hören. Doch der Weg führte nicht ans Ziel.

„Wir müssen auf die leisen Töne achten“, befand Kammerer. Das sei genauso wie in der Bibelgeschichte des Propheten Elia. In einer Höhle auf dem Berg habe er Gottes Flüstern gehört – nach einem Sturm, einem Erdbeben und einem Feuer. „Wir alle können in der Stille Gott hören“, sagte Kammerer. Doch er antworte nicht immer schnell und greife nicht ein, um alles Unheil abzuwenden und den Weg zu weisen. „Gott könnte schon etwas gesprächiger sein“, sagte Kammerer. Was ist zu tun, wie soll man entscheiden? Dafür habe Gott die Menschen mit einem eigenen Willen ausgestattet. Kammerer appellierte an die Besucher von „11 nach 11“ sich Zeit zu nehmen fürs Alleinsein mit Gott. In kleinen Gruppen sprachen die Anwesenden schließlich nochmal über den Impuls.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagte Kammerer. Der lockere Rahmen komme gut an. Die Vorbereitungen seien indes arbeitsintensiv. „Wir treffen uns seit einem halben Jahr alle zwei Wochen im Vorbereitungsteam“, berichtete Rempfer.

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