Christliche Themen für jede Altersgruppe

Tauferinnerung - Impuls zur Predigt

Römer 6,3-8 (in Auszügen) Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Tauferinnerung

Impuls für den 6. Sonntag nach Trinitatis: Römer 6,3-8.

Von Lena Fritz-Hopfe

Lena Fritz-Hopfe arbeitet als Vikarin in Ensingen, Dekanat Vaihingen- Ditzingen.

Können Sie sich an Ihre eigene Taufe erinnern? Wenn Sie als kleines Kind getauft wurden, dann erinnern Sie sich wahrscheinlich nicht daran. Zu Beginn des Christentums war das anders. Die Taufe war ein aktiver und biografischer Einschnitt im Leben erwachsener Menschen, denn sie bekannten sich bewusst zum christlichen Glauben. Wie heute auch wurden sie durch die Taufe in die Gemeinschaft der Christusgläubigen aufgenommen.

In der Gemeinde mache ich die Erfahrung, dass vielen jungen Eltern die Taufe wichtig ist. Sie wollen ihre Kinder beschützt und behütet wissen von Gott. Sie wünschen sich ein Fest, das sagt: „Herzlich willkommen auf der Welt, schön, dass du da bist!“ Und das ist sie auch: Die Taufe ist ein Fest zum Anfang des Lebens. Sie symbolisiert spürbar durch das Wasser den Beginn unserer Reise mit Gott, der uns bedingungslos als sein geliebtes Kind annimmt und „Ja!“ zu uns sagt.

Doch in unserem Alltag spielt die Taufe meist keine Rolle mehr. Sie ist ein einmaliges Ereignis, eines, das in der Regel Jahrzehnte zurückliegt. Und wenn wir dann in unserem Erwachsenenleben einmal zu einer Taufe eingeladen sind, oder zufällig einen Gottesdienst besuchen, in dem ein Kind getauft wird, feiern wir mit der Familie Gottes Zusage zu diesem Kind. Wir feiern das neue Leben des Kindes! Doch das hat ja erst einmal nichts mit uns zu tun – oder?

„Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?“ Diejenigen, die den Brief des Paulus damals gelesen haben, können sich noch gut an ihre eigene Taufe erinnern. Für sie war es ein Wendepunkt von einem alten zu einem neuen Leben. Sie erinnern sich an das, was davor war und daran, wie sie seither leben. Die Taufe markiert eine Umkehr oder gar Abkehr vom bisherigen Leben und eine Hinwendung zu Jesus Christus. Einen Neubeginn eben. Paulus spricht davon, dass das Alte vergeht und mit Christus begraben wird. Das ist ein Aspekt der Taufe, der mich berührt: Durch die Taufe auf den Namen des dreieinen Gottes sind wir mit hineingenommen in das Schicksal von Jesus Christus. Wir haben Anteil an seinem Leben, seinem Sterben und seiner Auferstehung. Mit der Taufe wird unser bisheriges Leben unterbrochen. Es wird neu ausgerichtet. Unser altes Ich wird mit Jesus begraben. Unser neues Ich wird mit Christus auferweckt.

Martin Luther hat es einst so formuliert: „Man soll jeden Tag in die Taufe hineinkriechen, damit man frisch belebt wieder daraus hervorkommt.“ Wenn Sie also das nächste Mal wieder bei einer Taufe eingeladen sind, oder auch zufälligerweise in einem Gottesdienst sitzen, in dem ein Kind getauft wird, dann lassen Sie sich daran erinnern, was diese Taufe auch für Sie bedeuten kann: Wir alle sind in Jesu Tod getauft und dürfen im neuen Leben wandeln. Es ist ein einmaliges Ereignis, doch es geht nie verloren.


Foto: unsplash/Leo Rivas

Gebet

Barmherziger Gott,
du nimmst mich an, so wie ich bin.
Jesus Christus, dank dir brauche ich mich in meinen Verstrickungen nicht verlieren. Heilige Geistkraft, du machst mich frei, mich Gottes Kind zu heißen.
Amen.