Christliche Themen für jede Altersgruppe

Tee nach dem Gottesdienst - Weltgebetstag 2022

Frauen aus England, Wales und Nordirland haben die Liturgie des Weltgebetstags 2022 vorbereitet. Die Gemeinden dort unterscheiden sich in ihren Traditionen, haben aber auch manches gemeinsam. Lorna Patterson, Huw Mosford, Susan Parker und Katie Brown erzählen.

Malham Cove, England. Foto: Tim Hill, pixabayMalham Cove, England. Foto: Tim Hill, pixabay

Nordirland

Ein typischer Gottesdienst in der Mourne Presbytarian Church in Kilkeel beginnt damit, dass fünf Minuten vor Gottesdienst zwei Lieder gesungen werden, sagt Lorna Patterson. Sie ist aktives Gemeindemitglied. Nach der Begrüßung durch den Pfarrer werden die Ankündigungen verlesen. Neben einer gesungenen Eröffnungshymne und Bibellesungen wird gebetet und der Pfarrer hält seine Predigt. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst durch den Kirchenchor und einen Organisten. Es werden Fürbitten gehalten und Lieder gesungen.

Bevor die Kinder in die Kinderkirche in einem der umliegenden Gebäude gehen, erklärt der Pfarrer ihnen eine Bibelstelle und es wird mit den jüngsten Gemeindemitgliedern gemeinsam gesungen. Zu besonderen Anlässen wird nach dem Gottesdienst Tee serviert.

Es gibt zwei Organisationen, die die Gemeinde in einer Art Kirchengemeinderat vertreten. Eine Organisation wird von Kirchenmitgliedern gewählt und kümmert sich um die finanziellen Aspekte. Die andere Organisation nennt sich Rat der Ältesten und kümmert sich um die geistlichen Bedürfnisse der Gemeinde. Die „Church of Ireland“ finanziert sich durch freiwillige Spenden ihrer Mitglieder.

Das Angebot von Aktivitäten in der Mourne Presbytarian Church in Kilkeel ist groß und vielfältig: Es gibt verschiedene Bibelstunden, Mutter-Kind-Gruppen, eine Federball-Gruppe und Gruppen für Mädchen und Jungen.

Die Prebyterianische Kirche ist die größte protestantische Kirche in Nordirland.

Küstenlandschaft, Wales. Foto: Diego Torres, pixabayKüstenlandschaft, Wales. Foto: Diego Torres, pixabay

Wales

Die Gottesdienste in der anglikanischen Gemeinde in Llanelli in Wales folgen der Gebetsbuch Ordnung (prayer book order). Das sind beispielsweise Psalmen und Lieder, die immer an der gleichen Stelle gesprochen werden. Welche Lieder gesungen und Gebete gesprochen werden, unterscheidet sich von Sonntag zu Sonntag. Diese werden dem Thema des Gottesdienstes angepasst. In der Gemeinde von Llanelli rotieren die Bibelstellen in einem Drei-Jahres Rhythmus. „Dadurch sollen die Gemeindemitglieder eine ausgeglichene Übersicht des christlichen Glaubens bekommen“, sagt Huw Mosford, der hiesige Pfarrer. Ein typischer Gottesdienst beginnt mit einem Lied, während der Chor, gemeinsam mit dem Pfarrer, die Besucher begrüßt. Das Ende des Gottesdienstes wird ähnlich gestaltet. „Da die Waliser das Singen lieben, ist gesungener Lobpreis bei uns ein wichtiger Teil der Gottesdienste“, erzählt Huw Mosford weiter.

Der Kinderchor in der Kirchengemeinde Llanelli (Wales). Foto: privat

Der Kinderchor in der Kirchengemeinde Llanelli (Wales). Foto: privatUm die Gemeinschaft der Gemeinde zu stärken, gibt es regelmäßig nach dem Gottesdienst Tee, Kaffee und Kuchen. Auch die jüngsten Gemeindemitglieder werden in die Gottesdienste eingebunden. Einmal im Monat wird ein Familiengottesdienst gefeiert, in dem die Kinder die Lesungen halten dürfen, und aktiv im Gottesdienst mitmachen können, indem sie die Gebete vortragen.

In Llanelli gibt es Gebetsgruppen, Bibelstunden und ganz besondere Kurse, in denen zum Beispiel die Fasten- oder Adventszeit besprochen wird. „In diesem Jahr wird es um die Bedeutung von Wundern gehen“, sagt Huw Mosford.

Die Gemeinde in Llanelli ist eine sehr aktive Gemeinde. Neben gemeinsamen Abendessen, Quizabenden und Konzerten werden regelmäßig besondere Gottesdienste geplant, wie zum Beispiel an Pfingsten, Erntedank und zum Weltgebetstag.

Die Diözese von St. Davis in Llanelli gehört der „Church in Wales“, der größten walisischen Kirche, an. Sie ist Teil der anglikanischen Kirche.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

England

Gottesdienste in England haben eine große Bandbreite. In Susan Parkers Kirchengemeinde, der St. James Quedgeley Kirche in Gloucester, werden jeden Sonntag andere Lieder gesungen. Das gilt auch für die Gebete, allerdings werden keine Psalmen mehr in den Gottesdiensten mit Abendmahl miteingebunden.

Anders als in Nordirland und Wales werden die Gottesdienstbesucher von einem Kirchenvertreter begrüßt. Der Pfarrer begrüßt seine Gemeindemitglieder erst im Anschluss. Ein typischer Gottesdienst beginnt mit einem kurzen Gebet und einem Lied. Zum Gebet knien die Gemeindeglieder in der Anglikanischen Kirche in Gloucester und stehen auf, um zu singen. Nach dem Gottesdienst kommen die Gemeindemitglieder zu Tee und Gebäck zusammen.

Vor Corona: Erntedank- Essen in Colton, Staffordshire (England).Vor Corona: Erntedank- Essen in Colton, Staffordshire (England).

Die Kinder in der Gemeinde dürfen während des Gottesdienstes in eine stille Spieleecke. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es keine Kinderkirche mehr. Auch die Gemeindeaktivitäten sind über die Jahre weniger geworden. Was noch Bestand hat, ist eine Tee-Runde für ältere Menschen, um soziale Kontakte zu halten und sich auszutauschen. Eine Gruppe Freiwilliger geht alle zwei Wochen in Schulen und spielt für die Kinder eine Bibelgeschichte vor. Die Kirchengemeinde finanziert sich aus wöchentlichen Spenden und Spendenaktionen wie einem Sommerfest oder Weihnachtsmarkt.

In Katie Browns Gemeinde in Colton in Staffordshire sind die Abläufe in den Gottesdiensten sehr flexibel: Sie können sich an der traditionellen Gottesdienst-Ordnung orientieren, aber auch frei gestaltet werden. Psalmen werden häufig in moderner Liturgie gesungen oder gelesen.

Im hinteren Teil der Kirche gibt es für Kinder eine Spieleecke, in der sie sich während des Gottesdienstes aufhalten können. „Unser aktueller Vikar ist sehr gut darin, die Kinder mit einzubeziehen“, sagt Katie Brown. Dennoch stellt die Pfarrerin fest, dass nur noch wenige Kinder in den Gottesdienst ihrer kleinen Gemeinde kommen.

Vor der Corona-Pandemie gab es in der Gemeinde St. Mary the Virgin ein reges Gemeindeleben mit einer Sonntagsschule, gemeinsamem Essen, Gebetsgruppen und vielen weiteren Angeboten. „Da unsere Gemeinde sehr klein ist, bleiben wir aber trotzdem in Kontakt und beten füreinander“, sagt die Pfarrerin. Ein besonderer Gottesdienst im Kirchenjahr findet am „Rememberance-Day“, auf Deutsch Heldengedenktag, statt. In diesem wird den in Kriegen gefallenen Gemeindemitgliedern gedacht.

Die anglikanische Kirche ist in England die größte Kirche. Da sie finanziell nicht von der Regierung unterstützt wird, muss die Gemeindearbeit durch Spenden finanziert werden. Darunter fallen auch die Erhaltung der Kirchengebäude und das Gehalt der Pfarrerinnen und Pfarrer.