Christliche Themen für jede Altersgruppe

Theologie und soziale Arbeit - Evangelische Hochschule Ludwigsburg

Rund 60 junge Menschen werden in Württemberg jährlich Diakon oder Diakonin. Ihnen stehen dabei mehrere Ausbildungswege offen: über die landeskirchliche Hochschule in Ludwigsburg oder die Missionsschulen in Unterweissach und Bad Liebenzell. Ein Überblick.

Sie werden Diakon oder Diakonin: Studierende der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg. PressebildSie werden Diakon oder Diakonin: Studierende der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg. Pressebild

Wer sich für die Regelausbildung der Landeskirche an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg entscheidet, studiert dort entweder neun Semester Religionspädagogik und soziale Arbeit oder Diakoniewissenschaft und soziale Arbeit. Der Abschluss ist in beiden Fällen ein Bachelor.

Ein weiterer Zugang zum Beruf des Diakons und der Diakonin ist das Studium an einer anderen Hochschule im Bereich der EKD. Viele der dortigen Abschlüsse werden auch in Württemberg anerkannt.

Von immer noch sehr großer Bedeutung ist auch der Weg über eine missionarische Ausbildungsstätte: Hier spielen vor allem die Evangelischen Missionschulen in Unterweissach und bei der Liebenzeller Mission eine große Rolle.

In aller Regel können sich dort auch junge Menschen mit mittlerer Schulbildung bewerben, was enorm wichtig ist, „weil wir Breite jenseits akademischer Abschlüsse wollen“, wie Kirchenrat Stefan Alger betont, der bei der Landeskirche für die Diakonenausbildung zuständig ist.

Noch ist die Bewerberzahl relativ gut, aber sie nimmt ab und könnte angesichts der Ruhestandswelle der Babyboomer auch irgendwann kritisch werden. Eine enorme Hilfe sind bei der Nachwuchsgewinnung die Jugendarbeit und der Freiwilligendienst, weil dort nicht wenige junge Menschen ihre Liebe zur diakonischen Arbeit entdecken.

Etwa 800 Diakoninnen und Diakone sind im Bereich der Landeskirche und Diakonie tätig, hinzu kommen noch 380 Religionspädagogen. Insgesamt bewertet Kirchenrätin Elvira Feil-Götz, die beim Oberkirchenrat den Diakonat als Ganzes verantwortet, die Zukunftsaussichten für junge Bewerberinnen und Bewerber positiv. Die Zeit der Stellenknappheit ist vorbei und die Vielfalt der Betätigungsfelder groß.

Was Elvira Feil-Götz nicht mag, ist der Vergleich mit den Pfarrern, frei nach dem Motto: Was darf der eine, was darf der andere? „Es ist ein eigenes Berufsbild“, betont sie. Bis heute übrigens haben Diakoninnen und Diakone die Chance, auf Vorschlag und im Rahmen einer Zusatzausbildung in den Pfarrberuf zu wechseln, wenn sie das wollen. □

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen