Christliche Themen für jede Altersgruppe

Transzendente Traumbilder

„Da ist mehr.“ In den Bergen stellt sich dieses Gefühl bei vielen Menschen ein. Ob sie religiös sind oder nicht. Der Fotograf und Bergwanderführer Kevin Oepen und Pfarrer Matthias Ströhle aus Sigmaringen sind dem mit einer Ausstellung auf die Spur gegangen.


Dieses Bild der Rosszahnscharte in Südtirol hat Kevin Oepen aus 18 Fotografien zusammengesetzt. (Foto: Kevin Oepen)


Wenn Kevin Oepen in den Bergen wandert, fühlt er eine positive Energie. Er weiß nicht, wo sie herkommt. Etwas, das der 29-jährige Fotograf und Bergwanderführer auch bei Teilnehmern seiner Bergtouren beobachtet. Eine transzendente – himmlische – Erfahrung. „Das geht vielen beim Thema Berge so, aber es fällt oft schwer, das in Worte zu fassen“, bestätigt der Sigmaringer Pfarrer Matthias Ströhle. Um dieses Gefühl zu ergründen, haben Oepen und Ströhle eine Ausstellung gestaltet. Es ist nicht ihr erstes Projekt. Im ersten Lockdown 2020 entwickelten sie eine virtuelle Kirchenführung durch die Sigmaringer Stadtkirche.

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Der Pfarrer und der Fotograf tauschten sich auch danach gerne aus. Dabei erzählte Kevin Oepen, was er in den Bergen fühlt. Der Ausgangspunkt für die Ausstellung, die nun im Mai und Juni im realen Kirchenraum in Sigmaringen zu sehen war – und dauerhaft in der virtuellen Version. Der Titel: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“. Die Worte aus Psalm 121 fielen Matthias Ströhle sofort ein, als Kevin Oepen von seinen Erfahrungen erzählte. Viele stellten sich gerade in den Bergen die Sinnfrage – und erlebten dort eine Gottesbegegnung, sagt der Pfarrer. Auch er selbst kann davon erzählen. Im Begleitheft zur Ausstellung schreibt der 48-Jährige von seinen Erlebnissen am Sinai und im Himalaya. Die anderen Autoren, die zum Begleitheft beitrugen, ließen sich ebenfalls nicht lange bitten. „Alle waren begeistert“, sagt Kevin Oepen.

Orte der Begegnung mit Gott

Herzstück der Ausstellung sind sechs großformatige Bilder, die Berge in beeindruckendem Licht zeigen. „Die Bilder sind Traumbilder“, sagt Kevin Oepen. Was das heißt, erklärt er anhand seiner Aufnahme der Rosszahnscharte in Südtirol. „In keinem einzelnen Moment sah die Szene so aus. Ich habe innerhalb einer Stunde zahlreiche Bilder vom gleichen Standort aus gemacht. Ständig wurde ein anderer Teil der Landschaft zwischen den Wolken sichtbar.“ Er ließ die Bilder zwei Monate liegen, während sich in seinen Gedanken ein Traumbild der Rosszahnscharte formte. Aus 18 Einzelbildern setzte er dann das Ausstellungsbild zusammen. Nicht nur Fotografie, sondern Fotokunst. „Mit nur einem Bild hätte man das Wesen des Berges nicht darstellen können“, sagt er. Für Matthias Ströhle ähnelt diese Vorgehensweise der Begegnung mit Gott im Leben: „Da sieht man auch immer nur Ausschnitte. Aber in der Rückschau setzt sich alles zum Lebensbild zusammen.“

Viele Besucher der Ausstellung, ob der realen oder der virtuellen, hat das Thema angesprochen. Ganz im Sinne der Erfinder. „Schon der Dialog zwischen uns beiden war wahnsinnig bereichernd“, sagt Matthias Ströhle. Die beiden hoffen, die Ausstellung künftig noch um viele Berg-Gefühle erweitern zu können. □

Information

Aktuell ist die Ausstellung in Mühlen zu Gast (siehe Seite 33), dann vom 6. September bis 31. Oktober in der Nikolauskirche in Pfeffingen. An der Ausstellung interessierte Kirchengemeinden können sich melden unter Telefon 07571-683011.