Christliche Themen für jede Altersgruppe

Trost wächst aus Hoffnung - Impuls zur Predigt

Johannes 12,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage auch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht!

 

Trost wächst aus Hoffnung

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Lätare: Johannes 12,20-24.

Von Regina Stierlen

Regina Stierlen ist Pfarrerin in Wittendorf und Lombach im Dekanat Freudenstadt. Foto: Privat

Regina Stierlen, Pfarrerin in Wittendorf. Foto: Privat„Das ist ein unfruchtbares Unternehmen! Dabei kommt nichts raus! Da dringt gar nichts durch!“ So urteilen wir oft vorschnell, wenn sich in einer Angelegenheit kein offensichtlicher, schneller Erfolg einstellt. In belasteten Beziehungen, in Krankheitszeiten, in der Erziehung, in schwierigen Situationen greift die Frustration nach uns. Im Rückblick staunen wir nicht selten voller Freude: Da ist ja doch Frucht gewachsen, im Verborgenen.

Jesu Tod am Kreuz war die äußerste Form des Wirkungslos-gemacht-Werdens in der vernichtenden Absicht: „Der kann nichts mehr ausrichten, er ist von Gott und Mitmenschen abgeschnitten, hat keine Gemeinschaft mehr.“

Am dritten Tag kam die Wende: Er wurde auferweckt. Sein Leben, Leiden und Sterben waren nicht fruchtlos. Im Verborgenen schuf der Vater im Himmel neues Leben, weil Christus sein Leben für uns hingab.

Sich heraushalten oder hineingeben, das ist eine Entscheidung. Christus begibt sich in das menschliche Leben hinein. Er hat sich nicht vorenthalten und geschont, sondern legt sich völlig in den Willen des Vaters. Er kommt aus der Gemeinschaft mit seinem Vater, wird Mensch, versinkt in Tod und Grab, bekommt von Gott unzerstörbares Leben geschenkt, kehrt zurück zum Vater. Dies ist der Auftakt und Schein der neuen Schöpfung, die ihrer Vollendung entgegengeht und nicht mehr aufzuhalten ist. Not, Schuld, Leid und Tod fechten uns noch an. Doch sie sind nicht das Letzte. Christi Herrschaft, die dem Leben dient, wird sich durchsetzen. Wie ein Weizenkorn in den Ackerboden versenkt wird und Früchte trägt, so behält Christus sein Leben nicht für sich, sondern teilt es an uns aus.

Das winzige, leichte Korn wird Teil eines wogenden Weizenfelds, wird Teil reicher Ernte. Das Dunkel des Erdreichs ist nicht das Letzte. Aus dem Sterben wird Frucht. Ein Wunder steckt im Weizenkorn. Die Hülle des Korns, die Lebendiges umschloss, vergeht. Die Erde nimmt das Saatkorn auf, Halme wachsen, tragen Ähren. Inbegriff lebendiger Hoffnung! Osterhoffnung! Auferstehungsgewissheit!

Leben, das den Tod überwunden hat

Wäre Jesus für sich allein geblieben, hätte er uns nicht helfen können. Er schenkt Leben, das den Tod überwunden hat. Im Vertrauen auf ihn geht seine Lebenskraft auf uns über. Wir sind in ihm und er in uns. Er macht etwas aus unserem Leben. Wir sind seine „Frucht“. Wir gestalten unser Leben aktiv und kreativ. Wir erleiden aber auch Situationen, die wir uns nicht ausgesucht haben. Eingebunden in die Liebe Christi wirkt das alles zusammen, dass auch unser Leben fruchtbar wird. Was wir selbst nicht bewirken können, wirkt Christi Geist. Er lässt Leben wachsen und gedeihen, wo wir den Eindruck haben, dass vieles stagniert in Vereinzelung und Abkapselung. Wir sollten auch nicht vergleichen, ob andere Menschen, Gemeinden oder Dienste fruchtbarer sind. Das ist Gottes Geheimnis. Hinter unserem Rücken wächst mehr Frucht, als wir ahnen, durch den lebendigen Christus. Er spricht: „Ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit!“

Mir ist die Beerdigung eines Landwirts in meiner Verwandtschaft in Erinnerung. Schalen mit Weizenkörnen und -ähren von seinen Feldern, über die er mit der Pfarrerin gegangen war, standen auf dem Altar. Die Gemeinde sang das Lied „Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt“ (EG 98). Der Verstorbene hatte das Lied auswendig gelernt und in der Krankheit hatte es ihn getröstet. Der Trost ging auf die Trauernden über. Trost wächst aus der Osterhoffnung.

Foto: pixelio/Jörg Trampert/Resterhöhe, PinzgauFoto: pixelio/Jörg Trampert/Resterhöhe, Pinzgau

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist für uns gestorben und auferstanden.

Wir danken dir für deine Liebe.

Segne uns mit deiner Lebendigkeit.

Lass Osterhoffnung in uns wachsen.

Amen.