Christliche Themen für jede Altersgruppe

Unterwegs für den Herrn - Impuls zur Predigt

Matthäus 28,18-20 Jesus sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.


Unterwegs für den Herrn


Impuls für den 6. Sonntag nach Trinitatis: Matthäus 28,16-20.

Von Andrea Mohn

„We are on a mission from God“, dieser Satz steht auf einem Blues Brothers-Film-Poster, welches an der Zimmertür meines Bruders klebt. Tatjana, eine orthodoxe Nonne aus einem Frauenkloster in den Karpaten in Rumänien, ist zu Besuch. Sie entdeckt das Plakat und meint zu mir: „Wir sind auf einer Mission von Gott, der Spruch gefällt mir! Das Plakat könnte auch bei uns im Kloster hängen.“

Wer hat eigentlich welche Mission? So bunt wie die weltweite kirchliche Arbeit und deren christliche Gemeinden, Vereine und Organisationen, so vielfältig ist das Verständnis von Mission.

Mission bedeutet im ursprünglichen Wortsinn: Jemand wird mit einem bestimmten Auftrag „ausgesandt“. Die Auslegung über das „Gesandtsein“ hat sich immer wieder gewandelt, genauso die jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, der kulturelle Kontext oder die Herausforderungen und Chancen von Kirche. Wie dieser weltweite Sendungs- und Segensauftrag unter den heutigen Gegebenheiten konkret aussieht, hat jede Generation neu zu erarbeiten. Jesus Christus ist die Mitte, von der das Evangelium in die Welt getragen wird. Zum einen sind es die Zugänge der Mission nach außen, in die direkte Umgebung und die Welt. Gleichfalls gibt es noch die Mission nach innen, in einer immer stärker säkularisierten Gesellschaft, in der wir leben.

Was eint und verbindet Christen weltweit? Als Lernende sind wir in die Welt gesandt, als Hörende und als Empfangende. Es geht hierbei nicht um die jeweilige persönliche Mission, sondern immer um die Mission Gottes, zu der jede und jeder einen Teil beitragen kann. Gott wendet sich uns zu, wir werden beschenkt und teilen dieses Geschenk mit anderen, geben den Segen, den wir erfahren haben, in vielfältiger Weise weiter und tun unseren Mitmenschen so Gutes. Als Christen stehen wir dafür ein, dass uns die Situation unserer Nächsten und die Verantwortung für die Schöpfung nicht gleichgültig sind.

Im Austausch mit Partnern aus Osteuropa, Afrika oder auch dem Nahen Osten hatte ich viele Gespräche, wie sich das „Salz der Erde“ und das „Licht der Welt“ in der heutigen Zeit und im jeweiligen Kontext zeigen kann. Wie bekommt das Evangelium eine Relevanz für den Alltag der Menschen? Und warum ziehen wir in Deutschland die Schuhe in einem Barfußpark aus und nicht in der Kirche? Wo findet soziale Ausgrenzung innerhalb der Kirche statt? Wo schließen wir Menschen durch unsere Sprache aus? Was gibt Menschen Halt und Orientierung und an welchen Orten holt man Menschen ab?

Wir werden beschenkt

Das Evangelium verändert auf ganzheitliche Art, denn Gottes Liebe bringt uns in Bewegung. Mission nach Jesu Willen ist die Vermittlung einer positiven und liebenden Grundhaltung auf allen Ebenen des Lebens. Wenn wir Menschen das Evangelium von Jesus Christus erzählen, dann geben wir ihnen auch etwas zu essen und Kleidung – das, was sie gerade brauchen. Wenn wir politische Aktionen starten, um die Strukturen zu verbessern für Menschenrechte oder wenn es Menschenleben betrifft, dann tun wir das in der Nachfolge Jesu.

Mit dem Vers: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ verspricht der Auferstandene seinen Beistand. Gott spricht Mut zu. Nach der Jungschar standen wir früher immer im Kreis, haben uns an den Händen gehalten und gegenseitig ermutigt. Eine Zusage, die trägt und begleitet bis heute: „Gott geht mit! Mit Jesus Christus mutig voran. Mutig – voran!“

Gebet

Jesus Christus segnet dich, an leichten und an schweren Tagen. Gott schenke dir Liebe und Hoffnung, genug für dich und für andere. Geh im Segen und sei ein Segen! Amen.