Christliche Themen für jede Altersgruppe

Viel Erfahrung fürs Pastorat - Auch Freikirchen bieten individuelle Lösungen an

Wer Pastor oder Pastorin bei den Baptisten oder der Evangelisch-methodistischen Kirche werden will, muss in der Regel fünf Jahre Theologie studieren. Doch es gibt auch alternative Wege ins Pastorat und individuelle Lösungen für das Studium.

Im reiferen Alter studieren und Pastorin werden: Auch bei den Freikirchen ist das möglich. Foto: adobe stock/ fizkesIm reiferen Alter studieren und Pastorin werden: Auch bei den Freikirchen ist das möglich. Foto: adobe stock/ fizkes

Das Theologiestudium sei wichtig, sagt Achim Härtner, Prorektor an der Theologischen Hochschule in Reutlingen, die zur Evangelischmethodistischen Kirche gehört. Es vermittle berufliche Kompetenzen für Pastorinnen und Pastoren, aber auch für andere Aufgaben in Kirche und Gesellschaft.

Zum Beispiel in der Jugendarbeit, in der Arbeit mit alten Menschen oder in der seelsorglichen Begleitung. Zudem seien Pastorinnen und Pastoren vielfach eingebunden in kommunale, ökumenische und interreligiöse Belange. „Ein Theologiestudium mit anerkanntem Abschluss hilft dazu, im Gespräch mit Vertretern anderer Kirchen oder Religionen auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden.“

Beim Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), in dem Baptisten-Gemeinden in Deutschland organisiert sind, gibt es zusätzlich zum regulären Weg, dem Studium an der Theologischen Hochschule in Elstal, zwei klar geregelte Sonderwege ins Pastorat. Wer beispielsweise eine theologische Grundausbildung hat und mindestens seit drei Jahren als Gemeinde- oder Jugendreferent arbeitet, kann ein Kontaktstudium neben dem Beruf absolvieren. Es dauert drei Jahre und besteht aus Blockseminaren. Dazwischen müssen die Teilnehmer Arbeiten schreiben, die in die praktische Theologie einführen. Zum Abschluss sind sie ein Semester lang an der Theologischen Hochschule in Elstal, bevor sie ordiniert werden. Das Kontaktstudium schließen jährlich zwei Personen ab – es dürften laut Thomas Klammt, der die alternativen Zugänge zum Pastorat betreut, ruhig mehr werden. Das Theologiestudium schließen in Elstal jährlich 10 bis 15 Personen ab.

Für Leiterinnen und Leiter von internationalen Gemeinden oder Gruppen gibt es eine gesonderte Weiterbildung, das so genannte „PIAP – Pastorales Integrations- und Ausbildungs-Programm“. Es richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund, die theologische Grundkenntnisse und Leitungserfahrung haben. Von den bislang 40 Teilnehmern wurden 25 ordiniert. Diejenigen, die über alternative Wege ins Pastorat gehen, „bringen viel Erfahrung mit“, sagt Klammt. Dennoch würde in jedem Fall einzeln geprüft, ob nicht auch ein Vollstudium in Frage kommt.

Zwei klar geregelte Wege

Wer Pastorin oder Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche werden will, muss ein Semester in Reutlingen studieren, vorwiegend Me- thodismus und Praktische Theologie. Der Seiteneinstieg ins Pastorat gestaltet sich individuell. „Wir prüfen sorgfältig, was wir von anderen Ausbildungen anerkennen können und erstellen dann ein maßgeschneidertes Weiter- und Ausbildungsprogramm“, sagt Achim Härtner. Bislang war die Anwesenheit in Reutlingen Pflicht. Doch durch die Erfahrungen mit Corona gibt es mittlerweile auch andere Wege. „Wir haben mit hybriden Vorlesungs-Formaten sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Er ist sicher, dass die Hochschule ihr Studenangebot weiter für digiale Formen öffnen wird. Denn so können Menschen, die weiter weg wohnen und an ihrem Wohnort bleiben wollen, trotzdem in Reutlingen studieren.

Dass die Hochschule so flexibel ist, liegt auch an ihrer Größe. So sind es derzeit 71 Studierende in den drei Studiengängen Evangelische Theologie (Bachelor und Master) und Christliche Spiritualität. Ab dem Wintersemester werden es mehr Menschen auf dem Campus. Dann startet der neue Studiengang Soziale Arbeit und Diakonie mit rund 25 neuen Studierenden pro Jahr, so dass es in drei Jahren rund 140 Studierende in Reutlingen sein werden. □