Christliche Themen für jede Altersgruppe

Von Worten, Werken und Tönen - Impuls zur Predigt

Kolosser 3,12-17 (in Auszügen) Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Von Worten, Werken und Tönen

Impuls für den Sonntag Kantate: Kolosser 3,12-17.

Von Konrad Mohl

Konrad Mohl arbeitet in Aichwald und ist zusätzlich Pfarrer für Kirchenmusik im Dekanat Esslingen. Foto: privat

Endlich dürfen wir wieder singen! Lauthals und aus vollem Herzen! Kantate, singet, so heißt dieser Sonntag. Singen ist wichtig, weil es neben dem Kopf auch das Herz anspricht. Glaube hat nicht nur mit dem Verstand zu tun, sondern ganz viel mit dem Gefühl. Singen hilft mir, dass Gottes Wort seinen Weg vom Kopf in mein Herz findet – dahin, wo es hingehört. Zum Singen fordert Paulus uns auf: Alles, was wir tun, soll auf Jesus hinweisen. Auf seine Güte, die uns dankbar und gelassen leben lässt. Wie kann Paulus das sagen? Er hat doch selbst so viel Leid erlebt, wurde fast umgebracht, saß im Gefängnis, musste Anfeindungen ertragen und war schwer krank. Offenbar half ihm, mit Jesus in Verbindung zu sein. Sich immer wieder klar zu machen, was Gott uns schenkt.

Konrad Mohl, Dekanat Esslingen, Kirchenmusiker. Foto: PrivatKönnen wir Gott loben und ihm danken angesichts einer Welt, in der Krieg, Hass und Gewalt regieren? Wo Menschen auf der Flucht sind und Unsägliches erdulden müssen? Wer singt, blendet das Leid der Welt nicht aus. Doch Singen kann helfen, eine neue Sicht auf die Dinge zu gewinnen, Mut zu schöpfen und neu Vertrauen zu wagen. Paul Gerhardt hat inmitten von Krieg und Elend Menschen mit seinen Liedern immer wieder Kraft geschenkt.
Wir machen uns oft große Sorgen. Wir meinen, wir müssten alles in der Hand haben. Wir wollen unser Leben selber meistern, anstatt uns ganz Gott anzuvertrauen. Dazu lädt uns Paulus ein: Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Dieser Vers tönt für mich wie ein Dreiklang.
Der erste Ton lautet: Tu etwas! Gott sagt: Ich habe eine Aufgabe für dich in dieser Welt. Deshalb: Stütze dich nicht auf Vergängliches, sammle dir keinen Reichtum. Das brauchst du nicht, denn du bist schon reich. Gott hat dir tolle Gaben gegeben. Sorge an deinem Platz dafür, dass sein Licht und sein Frieden sich ausbreiten. Sing von seiner Liebe bei allem, was du tust, mit Worten oder mit Werken.

Singen von Freiheit

Der zweite Ton in diesem Dreiklang lautet: Handle im Namen Jesu. Bleib mit ihm in Kontakt. Sag ihm, was dich bedrückt. Orientiere dich an Jesus. Suche nicht den Applaus von Menschen. Du bist wertvoll für mich, sagt Gott. Das macht dich frei und unabhängig. Du kannst dich gelassen ans Werk machen, weil du weißt: Du kannst dir den Himmel nicht verdienen und musst die Welt nicht retten. Das hat Gott längst getan. Er lässt uns mitbauen an seinem Reich. Es kommt auf uns an, aber es hängt nicht von uns ab. Sing von dieser Freiheit.

Dankt Gott! Das ist der dritte Ton im Dreiklang. Unsere Lieder sollen uns bewusst machen, was Gott uns schenkt und was wir anderen verdanken: Den Eltern oder Großeltern, der Partnerin, Kindern und Freundinnen, Lehrern, Kolleginnen verdanken wir viel. Schön, wenn wir sie das auch spüren lassen. Singt von eurer Dankbarkeit. Dankbarkeit kann man üben. Mit unseren Kindern gab es ein Gute-Nacht-Ritual: Wir zählten einander zehn Dinge auf, für die wir dankbar waren. Manchmal fällt das gar nicht so leicht. Doch es hilft, auch scheinbar verkorkste Tage in einem anderen Licht zu sehen. Es ist ein gutes Gefühl, mit einem Loblied ans Werk oder ins Bett zu gehen. Probieren Sie es aus!

Rote Rose. Foto: pixabay/Suju-fotoFoto: pixabay/Suju-foto

Gebet

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchen alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.

Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Paul Gerhardt (EG 302, Strophe 1)

THEMA: Geh aus mein Herz - Paul Gerhard

52 Seiten,broschiert

4,50 €

Inkl. 7% Steuern

 

 

 

 

Aus dem Inhalt:

Er ist der berühmteste Kirchenlieddichter Deutschlands. Doch er, dessen Verse so leicht in Ohr und Herz gehen, hatte ein schweres Leben und galt als streitbarer, kompromissloser Lutheraner. THEMA über die verschiedenen Seiten Paul Gerhard(t)s und warum sein Dichtung uns noch heute erreicht.

• Aus der Finsternis ins Licht: Tod, Teufel, Sünd und Hölle: Paul Gerhardt kannte die Quadriga der Nacht. Aber er erfuhr auch die Liebe Gottes

• Geh aus mein Herz: Die Lieder Paul Gerhardts begleiten durch den Tag, durch das Kirchenjahr und durch die Jahreszeiten

• Paul Gerhardt und die Bibel: Er war begnadet mit der Gabe, Theologie in Poesie zu verwandeln, Gott in Reime zu fangen

• Gefühl großer Dankbarkeit: Heinrich Bedford-Strohm über das Lied »Ist Gott für mich, so trete«

• Nah bei den Menschen: Margot Käßmann über Paul Gerhardt und Weltverantwortung

• Nun ruhen alle Wälder: Wolfgang Buck hat Paul Gerhardts berühmtes Abendlied im Repertoire

• Himmlischer Einzug: Sarah Kaiser erlebt im Pfingstlied »Zieh ein zu deinen Toren« eine ganz besondere Wirkung

• Befiehl Du Deine Wege: Johanna Haberer über Paul Gerhardts Fähigkeit zum demütigen Blick auf das eigene Leben

• Was Jesu Tod bedeutet: Fulbert Steffensky ist im Passionslied O Haupt voll Blut und Wunden heimisch geworden