Christliche Themen für jede Altersgruppe

Weihnachten in „eva’s Stall“ - Spendenaktion eva-stuttgart.de

Viele Menschen sind einsam an Weihnachten, können das Fest nicht im Kreis ihrer Liebsten verbringen. Entweder weil sie keine Familie mehr haben, es ihnen an Geld für Geschenke fehlt oder sie auf der Straße leben. Für solche Menschen gibt es eva’s Stall – ein Angebot der Evangelischen Gesellschaft für mittellose und obdachlose Menschen an Weihnachten.

Während der Corona-Pandemie findet eva’s Stall vor allem im Freien statt. Foto: eva-stuttgartWährend der Corona-Pandemie findet eva’s Stall vor allem im Freien statt. Foto: eva-stuttgart

Lena Stephan ist eine der Ehrenamtlichen, die dieses Jahr nun schon zum dritten Mal an Weihnachten bei eva’s Stall hilft. Die 27-jährige Projektleiterin feierte schon viele klassische Weihnachtsfeste. Auch sie kommt dazu immer mit ihrer ganzen Familie zusammen. Am letzten Weihnachten vor Corona hat Lena das erste Mal bei eva’s Stall geholfen: „Es kommen in erster Linie Menschen, die sich Weihnachten einfach nicht leisten können oder die sehr einsam sind, gerade über die Feiertage“, erzählt sie.

Laut dem Statistischen Bundesamt leben deutschlandweit rund 15,9 Prozent der Bevölkerung in Armut. Das sind aktuell etwas mehr als 13 Millionen Menschen. Davon sind rund 650 000 obdachlos. Kein Wunder also, dass jedes Jahr am 24. und 25. Dezember etwa 700 Menschen zu eva’s Stall kommen – und das pro Tag.

Birgit Auer – Diakonin und Bereichsleiterin der Stadtmission der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart – kennt die Situation nur zu gut: „Jeder möchte gerne eine idyllische Weihnachtsfeier feiern und das im besten Fall im Kreis der Familie. Und habe ich das eben nicht, dann kommt die Frage hoch: Was mache ich denn an Weihnachten?“

Die Sehnsucht nach einem friedvollen Weihnachtsfest sei sehr groß bei den Menschen. Ein Punkt, an dem sich Depressionen und Frustration über die eigene Situation sehr stark äußerten.

Einsamkeit an den Festtagen

Bei eva’s Stall bekommen die Menschen eine warme Mahlzeit, können mit den rund 80 Ehrenamtlichen ins Gespräch kommen und ihnen ihre Sorgen erzählen. Denn zu den Aufgaben der Freiwilligen gehört es neben vielem anderen, Ansprechpartner für die Menschen zu sein und ihnen zuzuhören. „Wenn da jemand ist, bei dem sie auch einfach mal ihren ganzen Ballast und ihre negativen Gedanken ablegen können, dann hilft das meistens sehr“, sagt Lena Stephan.

Vor zwei Jahren hat sie prompt ihre Familie mit eingespannt. Diese Nächstenliebe zu spüren, zu geben und zu leben, sagt sie, das fanden ihre Eltern und ihr Bruder wirklich schön. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit, die Lena Stephan nicht nur in eva’s Stall, sondern auch unterm Jahr mehrmals pro Monat in der Wärmestube der Evangelischen Gesellschaft ausübt, hat auch in ihr selbst etwas ausgelöst. „Dass man das einfach wertschätzt, was man hat, und darüber nachdenkt, ob man das alles braucht. Muss das wirklich sein? Gehören Geschenke zu Weihnachten? Auf was kommt es wirklich an?“ Für sie sei das Wichtige nicht, dass möglichst viele Geschenke unter dem Baum liegen, sondern „dass wir einfach zusammen und gesund sind und niemand allein ist. Die Werte, die hinter Weihnachten stecken, sind viel wichtiger als Geschenke!“

Nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern anderen zu helfen, sei ein wesentlicher Bestandteil christlicher Nächstenliebe und diakonischer Arbeit, sagt Birgit Auer. Und das ist es auch für sie, was es an Weihnachten ausmacht: „Dass Gott Mensch wurde und mit den Menschen Gemeinschaft haben möchte. Das ist für mich die reinste Diakonie. Das praktisch zu tun, was wir theoretisch in der Bibel hören und erfahren.“ □

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