Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wie wir beten und bitten sollen - Impuls zur Predigt

Lukas 11,1-13 (In Auszügen) Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung. (...) Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt, und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Wie wir beten und bitten sollen

Impuls für den Sonntag Rogate: Lukas 11,1-13.

Von Georg A. Maile

Georg A. Maile ist Pfarrer im oberschwäbischen Bad Schussenried.

Mir gefallen sie, die Menschen, die offen und ehrlich ihre Meinung sagen und ernste Dinge mit einer guten Portion Humor würzen. Wie oft verfahren sich Menschen in Gesprächen und suchen nach einem Ausweg. Da ist es gut, auf sinnstiftende, humorvolle Worte zu hören: Glücklich, die über sich selbst lachen können, sie werden immer Unterhaltung finden. Glücklich, die einen Berg von einem Maulwurfhügel unterscheiden können, sie werden sich viel Ärger ersparen. Glücklich, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen zu nehmen, sie werden im Leben sehr weit kommen. Glücklich, die aufmerksam sind für die Winke der anderen, ohne sich für unersetzlich zu halten; sie werden viel Freude verbreiten.

Georg A. Maile ist Pfarrer im oberschwäbischen Bad Schussenried. Foto: privat Glücklich, die fähig sind, das Verhalten der anderen mit Wohlwollen zu interpretieren; sie werden vielleicht für naiv gehalten, aber das ist der Preis der Liebe. Glücklich, die denken, bevor sie handeln: Sie werden eine Menge Dummheit vermeiden. Glücklich, die schweigen und lächeln können, auch wenn man ihnen das Wort abschneidet oder auf die Zehen tritt, sie sind dem Geiste des Evangeliums sehr nahe. Selig, die den Herrn in allen Wesen erkennen und lieben, sie werden Licht und Güte und Freude ausstrahlen.

Wenn ein Freund dich um etwas bittet und es tausend Gründe gibt, der Bitte nicht nachzukommen, ist doch das Band der Freundschaft das Wichtigste in diesem Moment. Oder wenn ein Kind seinen Vater um einen Fisch bittet, wird der liebende Vater ihm doch keine Schlange geben, geschweige denn etwa statt einem Ei einen Skorpion. Mit diesen ganz alltäglichen Vergleichen weist Jesus auf die heilende und trostspendende Kraft des Heiligen Geistes hin. „Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan.“

Viel zu oft scheuen sich Menschen davor, andere um etwas zu bitten. Jesus durchbricht dieses Denken: „Geht bitte offen auf andere zu. Mehr als ein Nein wird es nicht geben.“ Denn in den meisten Fällen öffnen sich verschlossene Türen und ihr erfahrt Freude, Lebensmut, spannende Lebensgeschichten und persönliche Erzählungen, etwa welche befreiende Kraft das Gebet in oft schwierigen Lebenssituationen hatte und hat.

Um etwas bitten

Suchet, so werdet ihr finden, heißt nicht, dass wir das, was wir suchen, auch finden werden. Aber oftmals haben wir schon so manches gefunden, das lange in Vergessenheit war. Suchet auch immer das „Gute“ in euren Mitmenschen, es lohnt sich, denn viele können durch einfühlsames Zuhören ihre bis dato verschlossene Sicht- und Denkweise öffnen. Ja, Jesus hatte viel Humor und brachte das Nachdenken über das Gebet auf den Punkt: „Scheut euch nicht davor, die Hände zu falten und Gott um seine Hilfe zu bitten, er wird euch durch seine Großzügigkeit mit der Kraft des Heiligen Geistes ausstatten.“ In Afrika wie hoffentlich auf der ganzen Welt wissen die Menschen: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können und werden das Gesicht der Welt verändern.“

Geborgen. Schwan mit Küken. Foto: Chris Wolf, pixabayFoto: Chris Wolf, pixabay

Gebet

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer

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Aus dem Inhalt

Gelebter Glaube
Leben und Wirken von Dietrich Bonhoeffer
Für die Juden schreien
Bonhoeffers Haltung in der »Judenfrage«
Fatale Staatstreue
Der Protestantismus unterm Hakenkreuz
Der letzte Brief
Bonhoeffers Gedicht »Von guten Mächten«

Bonhoeffers Nachwirken
Ethischer Kompass
Bonhoeffers Bedeutung für die Ethik-Debatten nach 1945
Heiliger Dietrich
Was bis heute an Bonhoeffer fasziniert

Weltweites Interesse
Bonhoeffer-Forschung zwischen Korea und dem Vatikan
Berliner Spurensuche
Zionskirche, Charlottenburg, Tegel: Erinnerungen
Was bleibt?
Ein Besuch im Bonhoeffer-Gymnasium Oberasbach