Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wir bleiben in Kontakt - Impuls zur Predigt

Johannes 15,5.7-8 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Wir bleiben in Kontakt

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Jubilate: Johannes 15,1-8.

Von Bärbel Barthelmeß

Bärbel Barthelmeß ist Pfarrerin an der Christuskirche in Ulm-Söflingen. Foto: Privat

 

Bärbel Barthelmeß ist Pfarrerin an der Christuskirche in Ulm-Söflingen. Foto: Privat„Wir bleiben in Kontakt.“ Was in früheren Zeiten ein simpel dahingeworfener Abschiedsgruß war, wurde in Zeiten der Corona-Krise zum Gebot, um nicht zu sagen zur Herausforderung der Stunde. Die verordnete Kontaktbeschränkung hat diese Kernaufgabe von Gemeinde wieder deutlicher ins Bewusstsein gerückt. Gott sei Dank, mag man sagen, wenn man der Krise auch etwas Positives abgewinnen will.

Das Gebot der Stunde, damals der Abschiedsstunde von seinen Jüngern und Jüngerinnen, hat Jesus selbst in Vers 12 so formuliert: „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch liebe.“ Um das besser zu verstehen, gebraucht Jesus das Bild von einem Weinstock. Der eigentliche Weinstock ist der holzige, mehrjährige Teil. Aus dieser Grundlage treiben die Reben aus, an denen sich die Früchte bilden. Die eigentliche Frucht ist noch nicht einmal die Traube, sondern die einzelne Beere der Traube. Intuitiv deuten die Hörer es für ihr Leben: Wir müssen in Kontakt bleiben zur Grundlage unseres Glaubens, damit wir im Glauben wachsen und Frucht bringen können.

Dieses Bild erinnert an die Worte bei der Konfirmation, mit denen die Jugendlichen auf ihr Christsein in der Welt angesprochen und gefragt werden: Wollt ihr mit Jesus Christus, eurem Herrn, leben, im Glauben an ihm wachsen und in seiner Gemeinde bleiben, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.

Der heutige Sonntag Jubilate wäre einer der Konfirmationssonntage gewesen. Doch die Konfirmationen sind verschoben, der Unterricht abgesagt. Den Konfirmanden mag diese Unterbrechung zunächst nicht so viel ausmachen. Sie sind über die sozialen Medien gut vernetzt. Aber auf Dauer ersetzt es nicht die persönliche Begegnung und das Wachsen und Reifen im Glauben, wie es in der Gruppe geschieht, die sich ein Jahr lang auf einen intensiven Weg des Glaubens gemacht hat. Umso wichtiger ist es, dass sie in diesen Zeiten Menschen begegnen, die das Gebot Christi zu ihrem gemacht haben, die christliche Liebe leben und vom Grund ihres Lebens und Glaubens erzählen. Wir bleiben in Kontakt. Diese Aufgabe haben in Kirchengemeinden während der Zwangspause neben den Pfarrern und Pfarrerinnen, den Kirchengemeinderäten und -rätinnen viele weitere Ehrenamtliche übernommen, zum Beispiel Leitende der verschiedenen Gruppen und Kreise.

Rote Weintrauben. Foto: Maja Petric/UnsplashFoto: Maja Petric/Unsplash

Im Glauben wachsen und Frucht bringen

Und es sind neue Gesichter dazugekommen, die mit Rat und Einkaufstat den Älteren zur Seite stehen. Neue, kreative und solidarische Kräfte sind freigesetzt worden. Und ich merke, Gemeinde ereignet sich nicht ausschließlich über den Sonntagsgottesdienst. Es gibt ganz verschiedene „Glaubensfrüchte“, und jede einzelne Beere ist wertvoll.

Trotzdem freue ich mich wieder auf die Gespräche vor und nach der Kirche, wenn wir uns dann von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, voneinander hören und etwas von der Liebe Gottes spürbar wird, die in Jesus Christus erschienen ist. Bleiben Sie auch weiterhin behütet.

Gebet

Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft.

Philipp Spitta, Evangelisches Gesangbuch Nr. 406,1

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