Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wirklich gut abgesichert?

Gibt es eine besondere Vorsorge für Frauen? Die Antwort lautet: Ja, die gibt es. Luthers sagt, warum sie so wichtig ist. Und zeigt, worauf Frauen achten sollten.


Bild: Pitopia, Robert Kneschke

Frauen haben in Deutschland häufig eine sogenannte unterbrochene Erwerbsbiografie. Gründe sind die Unterbrechung oder das Ende des Berufslebens durch die Kindererziehung oder Pflege der Eltern und Schwiegereltern. Regelmäßige Vorsorge können sie daher meist nicht aus dem eigenen Lohn bestreiten.

Der Staat hat die Probleme erkannt, aber nicht vollständig gelöst: In der Rente werden mittlerweile Kindererziehungszeiten zum Teil angerechnet. Aber trotzdem wird die gesetzliche Rente nur in wenigen Fällen dazu ausreichen, den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Daher gilt für alle Ehepartner, die ohne Sorgen in die Zukunft blicken wollen: Zusätzliche Vorsorge für Alter, Krankheit und eine vielleicht mögliche Trennung ist die Basis, um beruhigt in die Zukunft zu schauen.

In vier Schritten können Sie sich einen guten Überblick über Ihre Situation verschaffen. Und was Sie tun können, um sich richtig zu entscheiden. Wohl wissend, dass dies nur Orientierungswerte sind.

1. Schritt: Legen Sie Ihre eigenen Ziele fest

Bitte überlegen Sie einmal in einer ruhigen Stunde, wie viel Geld Sie im Alter für sich an Rente oder anderen Einkünften brauchen. Ein guter Orientierungspunkt dabei sind die gegenwärtigen Ausgaben, die Sie für sich alleine tätigen würden, plus eine monatliche Miete für eine Wohnung sowie Anteile an Auto und Urlaub. Achtung: Bei dieser Berechnung bitte unbedingt die Inflation mit berücksichtigen! Sie lag in den letzten Jahren zwischen zwei und vier Prozent.

2. Schritt: Verträge und Ansprüche erfassen

Im nächsten Schritt ist zu prüfen, welche Regelungen anzuwenden sind. Gilt der gesetzliche Güterstand, besteht ein Ehevertrag oder sind testamentarische
Regelungen getroffen?

Welche Ansprüche an die gesetzliche Rente im Falle der Erwerbsminderung und Alter bestehen? Hierfür erhalten Sie regelmäßig die Standmitteilung zur Rentenversicherung: Ihre Renteninformation. Auch die Ansprüche aus betrieblichen Altersversorgungssystemen beider Partner sollten Sie hier berücksichtigen.

Hinzu kommen die Lebens- und Rentenversicherungen und andere Vermögenswerte. Hierzu gehören Immobilien ebenso wie Geldmarktkonten oder Wertpapierdepots. Aber auch Antiquitäten und andere Werte sollten beim Kassensturz berücksichtigt werden. Festzustellen ist, mit welchen Ansprüchen Sie belastet oder begünstigt sind. Und dieses für den Fall des Todes des Partners, der gemeinsamen Rentenzeit aber auch bei einer eventuellen Trennung.

3. Schritt: Mögliche Fallstricke erkennen

Nachdem der zweite Schritt getan ist, liegen die Fakten auf dem Tisch. Nun gilt es zu prüfen, welchen Bestand die einzelnen Regelungen und Vermögenswerte im Fall einer Trennung, des Todes oder schweren Krankheit haben. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob und wer in Ihre Ansprüche eingreifen kann.

Hierfür drei Beispiele:

Beispiel A: Das Bezugsrecht von Lebensversicherungen: Ist es widerruflich oder unwiderruflich abgeschlossen?

Im laufenden Lebensversicherungsvertrag Ihres Mannes sind Sie als bezugsberechtigte Person widerruflich eingetragen. Der Vertrag wird aus dem gemeinsamen Einkommen bezahlt. Alles scheint in Ordnung. Aber im Falle eines Falles könnte Ihr Mann, ohne Sie zu fragen, das Bezugsrecht auf eine andere Person übertragen. Der Weg, dann an das Geld zu kommen, kann sehr beschwerlich oder gar unmöglich sein.

Beispiel B: Liegen ein Testament oder ein Erbvertrag vor und welche Regelungen enthalten sie?

Im Testament der Schwiegermutter sind Sie und Ihr Mann gemeinsam als Erbe eines sehr wertvollen Schmuckstücks eingetragen. Nach dem Ableben der Schwiegermutter sollen Sie und Ihr Mann aus dem Erlös einen guten Teil der monatlichen Belastungen im Alter tragen. Alles scheint in Ordnung. Aber Ihre Schwiegermutter überlegt es sich anders. Im Pflegeheim verfasst sie bei vollem Verstand ein neues Testament, in dem das Schmuckstück einer gemeinnützigen Stiftung vermacht wird.

Beispiel C: Sind Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung vorhanden?

Sie leben mit Ihrem Partner zusammen. Die Dinge des Alltags und des gemeinsam geplanten Alters sind bestens geregelt. Die Eltern Ihres Partners sind leider schon lange verstorben. Geschwister hat er keine. Durch einen Unfall wird Ihr Partner schwer verletzt. Es müssen schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden. Aber Sie sind außen vor. Ohne Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung wird Ihr Partner unter Betreuung gestellt. Der Betreuer handelt aber nicht immer in Ihrem Sinne.

Holen Sie bei diesen Prüfungen Rat – am besten bei einem Rechtsanwalt, Notar oder einem Experten der Verbraucherzentrale oder dem Bund der Versicherten ein. Diese Experten haben den notwendigen Überblick in der sehr komplexen Thematik. Diese Beratungen kosten zwar Geld – aber bitte denken Sie daran: Dieses Geld für eine von Unternehmensinteressen unabhängige Honorarberatung ist hervorragend angelegt!

4. Schritt: Die richtigen Regelungen treffen

Im vierten Schritt erledigen Sie nun die Dinge, die Ihnen aus der Gesamtschau als unerledigt und unklar aufgefallen sind. Auch hier ist der Rat von professionellen Beratern hilfreich und wichtig. Dies können Rechtsanwälte oder Verbraucherverbände sein.

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