Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wirtsleute mit Leib und Seele

EBINGEN (Dekanat Balingen) – Heinz und Maria Kasik sind die Wirtsleute vom „Apfelbaum“ in Albstadt-Ebingen. Vor über 50 Jahren haben sie dort begonnen, mit einer Discothek. Inzwischen sind sie über 70 und noch immer Gastgeber mit Leib und Seele. Nur die Musik ist etwas leiser. 


Ein Herz und eine Seele: Maria und Heinz Kasik vom Apfelbaum in Ebingen. Zweimal im Monat findet dort das Wirtshaussingen statt. (Foto: Andreas Steidel)

Zweimal im Monat geht es im Apfelbaum hoch her. Dann kommen „Hansi und Hansi“ von der Zollernalb und spielen auf zum Wirtshaussingen. Das Wirtshaussingen ist der Renner, Anziehungspunkt für viele Menschen aus der Region um Albstadt.

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Heinz Kasik steht dann hinter der Theke, Maria Kasik in der Küche. Zum „Rehragout“, einem volksmusikalischen Kultsong, kommt sie zurück in den Gastraum und tanzt ausgelassen mit. Auch mit 72 Jahren ist sie voller Elan und eine Inspiration für viele ihrer Gäste.

1967 haben Heinz und Maria Kasik gemeinsam hier angefangen. Da waren sie 26 und 21 Jahre alt und ihr Laden eine Discothek. Die erste am Ort, eine wilde Zeit, Heinz Kasik lächelt leise, wenn er davon erzählt. 1981 hatten sie genug und verpachteten ihre Gaststätte, doch nach einem allzu häufigen Pächterwechsel kehrten sie 1993 zurück.

Aus der Disco wurde eine Speisegaststätte mit dem neuen Namen „Apfelbaum“. Der ist längst wieder eine Institution, mit Heinz und Maria als Herzstück des Lokals. Noch immer wuselt sie wie eine Junge durch die Gegend, während er hinter dem Haus seinen eigenen kleinen Weinberg hat. 100 Flaschen pro Jahr, ein Hobby und eine der vielen Facetten dieses Mannes.

Vor 30 Jahren entdeckte der heute 77-Jährige die fernöstliche Kultur, wurde Heilpraktiker und Buchautor. Sechs Bücher hat er geschrieben, vom Krimi bis zur Zen-Massage, und eine Menge über das Leben und den Glauben gelernt. Der Buddhismus half ihm, auch Jesus in einem neuen Zusammenhang zu sehen. „Wir sind Christen“, sagt er, „aber es gibt für alle nur einen Gott.“

Es gibt auch nur einen Apfelbaum, einen Heinz und eine Maria. Die sind zusammen alt geworden und schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem Nachfolger für ihre Gaststätte. „Es muss passen“, sagen sie. Ihre drei Kinder kommen nicht in Frage, aber natürlich wollen sie, dass es weitergeht.

So lange werden sie wohl bleiben, wenn es denn die Gesundheit erlaubt, sehr zur Freude ihrer Stammgäste natürlich, von denen es zahlreiche gibt. Das Wirtshaussingen ist dabei zu einem ganz besonders berührenden Ereignis geworden, jedes Mal kommen über 50 Menschen und singen gemeinsam Volkslieder und Schlager. Das tut vielen in der Seele gut, ist ein Ereignis für die, die allein zu Hause sind oder nach schwerer Krankheit wieder fröhliche Stunden erleben wollen.

Wer will, kann dazu auch Marias Leibgericht verspeisen: Ochsenfetzen mit Bratkartoffeln, serviert mit dem charmanten Lächeln einer Wirtin, die ihren Beruf ebenso liebt wie ihren Mann. In Bad Überkingen haben sie sich kennengelernt, als Heinz auf der Gastronomieschule war. Die Schule des Lebens haben sie dann gemeinsam besucht und jede Prüfung mit Bravour bestanden.