Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wohngemeinschaft Schule - Kuriose Herausforderungen

BLAUBEUREN – Das Evangelische Seminar in Blaubeuren ist staatliche Schule und gleichzeitig kirchliches Internat. Da stellen die Corona-Regeln die Schulgemeinschaft vor teils kuriose Herausforderungen. Die Schüler tragen es mit Geduld und Humor.

Das Seminar in Blaubeuren hat seine Räume seit Jahrhunderten im früheren Kloster. Foto: Margot Autenrieth-KronenthalerSeminar in Blaubeuren, Räume seit Jahrhunderten im früheren Kloster.Foto:Margot Autenrieth-Kronenthaler

 

„Man soll den Teufel nicht an die Wand malen, sonst kömmt er.“ Diesen Spruch hat sich Jochen Schäffler, Ephorus am Seminar Blaubeuren, als Faksimile in sein Dienstzimmer gehängt. Er stammt von dem Dichter Wilhelm Hauff, der vor 200 Jahren Seminarist in Blaubeuren war.

Der Teufel ist nicht gekommen, das Coronavirus schon. Und es hat den Schul- und Internatsbetrieb gehörig durcheinander gebracht. Jochen Schäffler ist erst seit August 2021 Schulleiter im Evangelisch-Theologischen Seminar und kennt dort bisher nur den Corona-Modus.

Das Seminar ist eine Kombination zwischen staatlichem Gymnasium und kirchlichem Internat. Deshalb gelten für die Schule dieselben Regeln wie für alle Schulen im Land. Für das Internat gelten dagegen andere Regeln, weil es als Wohngemeinschaft zählt. „Die Schüler putzen sich gemeinsam morgens die Zähne und tragen dann im Unterricht nebeneinander Masken“, erläutert der Ephorus die kuriose Lage. „Wir sind da sehr genau.“ Auch weil es eine Kooperation mit dem örtlichen Joachim-Hahn-Gymnasium gibt und somit in manchen Stunden der Unterricht schulgemischt stattfindet. „Die Schüler tragen es mit Geduld und Humor“, lobt der Schulleiter. Bei den ersten Wellen vor der Impfung habe man teils Häuser und Jahrgänge getrennt. Inzwischen seien fast alle Leute am Seminar geboostert. Im Haus wurden und werden Impfaktionen durchgeführt. Man kooperiere gut mit den Eltern und komme mit gesundem Augenmaß durch die Pandemie.

Für die Lehrer war und ist es eine Zeit mit Herausforderungen. „Es bedeutet einiges an Aufwand, die Schüler in der Quarantäne mit Material zu versorgen und sie wieder auf Stand zu bringen“, erzählt Elena Gallée, Lehrerin für Mathe und Chemie. Die kleinen Lerngruppen sind aber von Vorteil. Derzeit 70 Schüler werden in vier Jahrgangsstufen von 17 Lehrkräften unterrichtet. Letztere sind auch für den Internatsdienst zuständig, für den eine 24-Stunden-Präsenz erforderlich ist. Musiklehrer Jan Liermann macht auf einen großen Vorteil des Internatslebens in der Pandemie aufmerksam: „Die Schüler konnten sich in ihren Wohngruppen stets auf ihren Zimmern treffen. Sie hatten ihre Mitschüler immer um sich herum. Es war mehr möglich als anderswo.“

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Studienfahrten und Reisen aber waren in den vergangenen zwei Jahren natürlich nicht möglich. „Die Schüler mussten schon auf viel verzichten“, meint der Schulleiter. Aber alle hätten versucht, das Beste draus zu machen. Etwa als die große Adventsandacht in der Klosterkirche nur online gehalten werden konnte. „Sie wurde vorher aufgenommen und dann zu einem festen Zeitpunkt veröffentlicht. Wir haben sie dann alle gemeinsam angeschaut und noch etwas gefeiert“, erzählt Jan Liermann.

Auch Konzerte mussten ausfallen. Die Theater-AG konnte zwei Jahre kein Stück aufführen. Derzeit aber werden die Theaterszenen für das Musical „Linie 1“ eingeübt. Im Tonstudio wird die Begleitung produziert, Kulissen stehen schon bereit. Die Aufführungen sind für Ende Mai geplant. „Die Bühne steht. Das soll zeigen: wir haben ein Ziel, es geht voran“, sagt Jochen Schäffler dazu. Vieles geht hier für die Schüler, auch noch unter Corona. Jede Woche werden etliche AGs in allen möglichen Bereichen angeboten „Jeder Schüler, jede Schülerin hat sehr viele Möglichkeiten, sich hier zu entwickeln“, findet Elena Gallée. „Der Gemeinschaftsgedanke ist bei uns sehr wichtig, es herrscht hier eine familiäre Atmosphäre“, betont Mirjam Schubert, Lehrerin für Mathe und Biologie

Das Seminar in Blaubeuren. Foto: Margot Autenrieth-KronenthalerDas Seminar in Blaubeuren. Foto: Margot Autenrieth-Kronenthaler

Studienfahrten und Reisen aber waren in den vergangenen zwei Jahren natürlich nicht möglich. „Die Schüler mussten schon auf viel verzichten“, meint der Schulleiter. Aber alle hätten versucht, das Beste draus zu machen. Etwa als die große Adventsandacht in der Klosterkirche nur online gehalten werden konnte. „Sie wurde vorher aufgenommen und dann zu einem festen Zeitpunkt veröffentlicht. Wir haben sie dann alle gemeinsam angeschaut und noch etwas gefeiert“, erzählt Jan Liermann.

Auch Konzerte mussten ausfallen. Die Theater-AG konnte zwei Jahre kein Stück aufführen. Derzeit aber werden die Theaterszenen für das Musical „Linie 1“ eingeübt. Im Tonstudio wird die Begleitung produziert, Kulissen stehen schon bereit. Die Aufführungen sind für Ende Mai geplant. „Die Bühne steht. Das soll zeigen: wir haben ein Ziel, es geht voran“, sagt Jochen Schäffler dazu. Vieles geht hier für die Schüler, auch noch unter Corona. Jede Woche werden etliche AGs in allen möglichen Bereichen angeboten „Jeder Schüler, jede Schülerin hat sehr viele Möglichkeiten, sich hier zu entwickeln“, findet Elena Gallée. „Der Gemeinschaftsgedanke ist bei uns sehr wichtig, es herrscht hier eine familiäre Atmosphäre“, betont Mirjam Schubert, Lehrerin für Mathe und Biologie.

Nach Voranmeldung Schnuppertermine für interessierte Jugendliche möglich, die dann zwei Tage an der Schule verbringen können.

Mehr unter www.seminar-blaubeuren.de