Christliche Themen für jede Altersgruppe

Württemberg und die Mission - Ein Überblick

Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung (DIMÖ), Landesmissionsfest, Missionarische Dienste, Evangelische Mission in Solidarität (EMS): Der Begriff Mission taucht an vielen Stellen in der Landeskirche auf. Ein Überblick.

Seit 200 Jahren eine Institution in Württemberg: das Landesmissionsfest. Foto: Archiv/PrivatSeit 200 Jahren eine Institution in Württemberg: das Landesmissionsfest. Foto: Archiv/Privat

Eine der ältesten missionarischen Institutionen in Württemberg ist das Landesmissionsfest. Seit 1821 wird es gefeiert, in diesem Jahr konnte in Crailsheim das 200. Jubiläum begangen werden. Veranstaltet wird es von der Landeskirche und der „Württembergischen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Weltmission“, kurz WAW, der knapp 50 Mitglieder angehören.

Das WAW ist eine Koordinierungsstelle für zahlreiche Missionswerke in Württemberg sowie Einrichtungen, die sich die Verkündigung des Glaubens auf ihre Fahnen geschrieben haben: Die Basler Mission gehört ebenso dazu wie die Liebenzeller und die Herrnhuter, das Evangelische Jugendwerk und die Evangelische Mission in Solidarität (EMS).

Synode diskutiert darüber

Letzteres ist eine internationale Einrichtung mit Mitgliedern aus aller Welt (siehe auch Seite 4 und 5). Dem in Süddeutschland beheimateten EMS sitzt mit Klaus Rieth, dem bisherigen Leiter des Referats Mission, Ökumene und Kirchlicher Entwicklungsdienst, ein Württemberger vor.

Seit Rieth im März in den Ruhestand ging, ist Christine Keim (54) Referatsleiterin. Eine Württembergerin, die seit 2018 beim Lutherischen Weltbund für Mission und Entwicklung zuständig war und über Missionsgeschichte promoviert hat.

Sie verantwortet auch den Dienst für Mission, Entwicklung und Ökumene (DIMÖ), eine Bildungseinrichtung der Landeskirche für Schulen, Gemeinden und kirchliche Bildungswerke. Pro Prälatur gibt es einen DIMÖ-Pfarrer sowie einen ökumenischen Mitarbeiter aus den Auslandskirchen als Brücke der Welt in die Landeskirche.

Christine Keim leitet heute das Referat Mission, Ökumene und Entwicklung. Foto: Archiv

Das bundesweite Dach der Missionswerke in Deutschland und der mit Mission befassten Institutionen bildet der Verein „Evangelische Mission weltweit“ (EMH) mit Sitz in Hamburg, der bis vor kurzem noch „Evangelisches Missionswerk in Deutschland“ hieß. Er wurde 1975 gegründet, ihm gehört auch der südwestdeutsche EMS-Zusammenschluss an sowie missionale Einrichtungen in West-, Nord- und Ostdeutschland.

Nicht zum Arbeitsbereich von Christine Keim gehören die Missionarischen Dienste der Landeskirche (Seite 7). Sie wirken nach innen, in die Landeskirche und ihre Gemeinden hinein mit vielfältigen Angeboten, die vom Gottesdienst im Grünen bis zum Kirchenauftritt auf der Reisemesse CMT gehören.

Christine Keim hat ihren Dienst in einer Zeit begonnen, in der der Begriff Mission wieder einmal in der Diskussion ist. Soll man mit ihm weitermachen oder müsste es eigentlich ganz anders lauten? Auch ein Ausschuss der Landessynode diskutiert derzeit darüber, wie es weitergehen soll. Auf die Ergebnisse blicken viele mit Spannung.

Christine Keims Einschätzung ist, dass der Begriff bleibt. „Mission ist eine Wesensäußerung der Kirche“, sagt sie. Nun gelte es eben, ihn mit neuem Leben zu füllen. Vor rund zehn Jahren ist das bereits auf internationaler Ebene geschehen: Das Wiener Dokument 2011 formuliert einen Missionsgedanken, der auf gegenseitige Achtung und Respekt gründet. Unterzeichnet wurden sie vom Ökumenischen Rat der Kirchen, der Weltweiten Evangelischen Allianz und dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog, die den Beteiligten ausdrücklich auch einen kritischen Rückblick auf die bisherige Missionspraxis nahelegen.

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