Christliche Themen für jede Altersgruppe

Zuflucht für Wohnungslose - Spendenaktion

Wo können junge Menschen hingehen, wenn sie es – zum Beispiel wegen Gewalt – zu Hause nicht mehr aushalten? Wo können sie duschen, die Wäsche waschen und kochen? Der „Schlupfwinkel“ dient vielen als erste Anlaufstelle. Dieser Schutzraum ist eine von mehreren Einrichtungen der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, die Hilfe für junge Wohungslose anbietet.

Fotos: privat; Thomas Niedermüller

Sonja Hagenmayer zeigt auf einen Billardtisch, ein Klavier und eine gemütliche Sofaecke mit einem Regal voller Brettspiele. „Hier sieht es aus wie in einem ganz normalen Jugendhaus. Wir wollen, dass die jungen Menschen ihre Notlage nicht allzu sehr vor Augen geführt bekommen.“

Hagenmayer leitet den Schlupfwinkel, eine Anlaufstelle für wohnungslose 12- bis 25-Jährige. Sie macht einen Schritt aus dem Raum in einen langen Flur hinaus. Am einen Ende stehen drei Kisten voller Reis- und Nudelpackungen sowie Duschgels. An der Wand hängen rund 50 verschiedene Infobroschüren. Am anderen Ende des Flurs geht es durch zwei offene Türen in Duschkabinen hinein, durch eine dritte Tür in eine Küche mit einer Waschmaschine. „Hier zeigt sich, dass es im Schlupfwinkel auch um ganz lebensnotwendige Dinge geht – zum Beispiel essen, duschen und Wäsche waschen.“

Gastgebern nicht zur Last fallen

Der Schlupfwinkel ist eine von zahlreichen Einrichtungen der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart (eva), die sich für junge Wohnungslose einsetzt: Dazu kommen unter anderem das Johannes-Falk-Haus, ein permanentes Wohnangebot mit Vollzeitbetreuung, das Haus der Lebenschance, wo junge Menschen ihren Hauptschulabschluss nachholen können, und die Zentrale Beratungsstelle.

Fotos: privat; Thomas NiedermüllerAuch im Schlupfwinkel können sich die jungen Wohnungslosen von Sozialpädagogen beraten lassen. Bei Freizeitbeschäftigungen wie dem gemeinsamen Kochen entstehe eine ungezwungene Atmosphäre, die dabei helfe, dass die jungen Menschen Vertrauen zu den Mitarbeitern aufbauen, sagt Sonja Hagenmayer. So trauten sie sich, mit den Sozialpädagogen über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen. Die meisten jungen Wohnungslosen hätten bis dahin vor allem schlechte Erfahrungen mit Erwachsenen gesammelt.

Einige wurden von ihren Eltern vor die Tür gesetzt oder haben es – zum Beispiel wegen Gewalt – nicht mehr zu Hause ausgehalten. Manche der Schlupfwinkel-Besucher leben auf der Straße. Viele andere kommen tage- oder wochenweise bei verschiedenen Bekannten unter. Die Wohnungslosen wollen ihren Gastgebern nicht zur Last fallen, berichtet die Leiterin. „Oft können sie länger bleiben, wenn sie zumindest nicht die Wasserkosten ihrer Bekannten in die Höhe treiben und stattdessen im Schlupfwinkel duschen und waschen.“

Trotzdem ist die Couch der Bekannten meist keine Dauerlösung und bald sind die jungen Menschen auf der Suche nach der nächsten Unterkunft. „In manchen Fällen sind es auch fragwürdige Bekannte, zum Beispiel ältere Männer, die die Notlage junger wohnungsloser Frauen sexuell ausnutzen“, sagt Sonja Hagenmayer. „Das ist ein Abhängigkeitsverhältnis. Manche bleiben lieber bei einem Typen, der sie vermöbelt, als draußen zu übernachten.“ Die Schlupfwinkel-Mitarbeiter vermitteln den Hilfesuchenden zum Beispiel einen Übernachtungsplatz in der Notunterkunft im Johannes-Falk-Haus und geben ihnen Bettwäsche oder einen Schlafsack, ein Handtuch und Duschgel oder frische Kleidung mit. „Solche schnellen, unbürokratischen Hilfen finanzieren wir durch Spenden – sonst könnten wir den jungen Wohnungslosen diese Hilfe nicht bieten.“ □

Die Redaktion bittet im Advent um Ihre Spenden für die Arbeit mit jungen Wohnungslosen, die von der eva angeboten wird.

Adventskalender

Spendenaktion

Sie können Ihre Spende unter dem Kennwort „Adventskalender 2“ überweisen auf das Konto des Evangelischen Gemeindeblattes bei der: Evangelischen Bank IBAN: DE41 5206 0410 0000 4159 79

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