Christliche Themen für jede Altersgruppe

Zuhause auf Zeit – Vesperkirche

STUTTGART – „Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“ (1. Petrus 4,10) lautet das Motto der diesjährigen Vesperkirche. Vom 19. Januar bis 7. März sollen Menschen, die im reichen Stuttgart in Armut leben, in der Leonhardskirche ein Zuhause auf Zeit bekommen.

Leonhardskirche Stuttgart Vesperkirche

Mit dem Anstehen ist jetzt Schluss, nun werden die Besucher der Stuttgarter Vesperkirche am Tisch bedient. Foto: Pressebild/ Monika Johna

Die Leonhardskirche liegt an der Hauptstätter Straße, einer der Hauptverkehrsschneisen durch die Landeshauptstadt. Eine Ampel bremst den Verkehrsstrom, so kommen Fußgänger sicher über die mehrspurige Stadtautobahn, hinüber zum Marktplatz, zum Rathaus und zum Dorotheenquartier, einem Einkaufsviertel für Menschen mit dickem Geldbeutel. Davon gibt es viele.

Aber auch diejenigen, die mit wenig auskommen möchten, wollen teilhaben am Leben in der Stadt. „Es ist und bleibt eine Schande, dass es die Vesperkirche braucht in einer reichen Stadt, in einem reichen Land. Dass es nicht selbstversändlich ist, dass alle genug zum Essen und zum Leben haben“, sagt die Zuffenhäuser Dekanin Elke Dangelmaier-Vinçon. Sie ist für den Arbeitsbereich Diakonie in der Kirche in Stuttgart zuständig, somit auch für die Vesperkirche.

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Diejenigen, die in Armut leben, werden nun wieder in der Leonhardskirche willkommen geheißen. Wenn am 19. Januar um 10 Uhr die Kirchenglocken zum Gottesdienst läuten, beginnt die Saison 2020. Dann gibt es für Obdachlose und andere Menschen am Rande der Gesellschaft wieder sieben Stunden an sieben Tagen über sieben Wochen hinweg ein Zuhause auf Zeit. Sie bekommen heiße Getränke, ein warmes Mittagessen, ein Vesper zum Mitnehmen, medizinische Versorgung, einen Friseurbesuch und vor allem Austausch, denn willkommen sind alle Bürgerinnen und Bürger. Auch Gottesdienste, Seelsorge und Kultur gehören zum Programm der Vesperkirche.

Als Motto haben die Mitwirkenden einen Satz aus dem 1. Brief des Petrus gewählt: „Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“ Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann sagt: „Wir wollen einen besonderen Akzent auf die Gastfreundschaft setzen.“ So gibt es in diesem Jahr auch eine Neuerung: Die Gäste müssen sich nicht mehr an der Essensausgabe anstellen, sondern werden am Tisch bedient. Um das alles zu leisten, benötigt die Vesperkirche viele helfende Hände.

43 Gruppen und mehr als 800 Mitarbeitende aus allen Berufsgruppen und allen Milieus sind im Einsatz. Sie schmieren Vesperbrote, portionieren das Essen auf den Tellern, geben Getränke aus, bedienen die Gäste und spülen Geschirr. Einige sind seit Jahren dabei. Pfarrer Klaus Käpplinger, Vorstandsvorsitzen-der der Evangelischen Gesellschaft, hält am 19. Januar um 10 Uhr den Eröffnungsgottesdienst. Es singen die Hymnus-Chorknaben.


◼ Die Vesperkirche in der Leonhardskirche ist bis 7. März täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Außerdem findet jeden Sonntag um 16 Uhr ein Konzert statt. Nähere Informationen im Internet unter www.vesperkirche.de

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