Christliche Themen für jede Altersgruppe

Zum Glauben einladen

Nach einer langen Vorbereitungszeit, die nicht immer friedlich verlief, ist es geschafft: Die Kirchen im Remstal nutzen die Gartenschau, um zum Glauben einzuladen. Mit ganz unterschiedlichen Konzepten und Ideen gestalten sie ein Begleitprogramm. Ein paar Auszüge. 

Der Aussichtspunkt Luiten­bächer Höhe in Großheppach lädt zum Verweilen ein. (Foto: Gottfried Stoppel)


Am Ende wird alles gut. Die Kirchengemeinden im Remstal haben ein großes Programm auf die Beine gestellt, das die Remstal-Gartenschau begleitet. In der Terminübersicht im Internet umfasst es 35 Seiten, in denen sich mehr als 200 Veranstaltungen finden. Die Themen und Angebote sind ganz unterschiedlich: Pilgern, Konzerte, Kino-Abende, Andachten, Kirchenführungen, Diskussionen, Kunst, Weinwanderwege, Besinnungswege, besondere Gottesdienste und vieles mehr.

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Dass es so weit kommen würde, war nicht immer sicher. Denn die Remstal-Gartenschau ist unter den Landesgartenschauen eine Besonderheit: 16 Kommunen mit rund 50 Kirchengemeinden aus verschiedenen Konfessionen sind an ihr beteiligt. Drei evangelische Kirchenbezirke, zwei katholische und dazu viele Freikirchen. Das alles unter einen Hut zu bekommen und die Beteiligten dazu zu animieren, ein besonderes Programm auf die Beine zu stellen, war nicht immer einfach.

Silke Stürmer, die für die Kirchen im Remstal die Öffentlichkeitsarbeit zur Gartenschau macht, weiß davon ein Lied zu singen. Besonders um die Nacht der offenen Kirchen hatte es im Vorfeld der Remstal-Gartenschau viel Streit gegeben.

Die Idee dahinter ist bestechend: Am 5. Oktober soll es in den Remstäler Kirchen  ganz unterschiedliche Programme geben – man kann sich das in etwa so vorstellen wie die Church Night am Reformationstag. Doch in manchen Gemeinden herrschte im Vorfeld große Scheu davor, Geld auszugeben für so ein großes Event, sagt Stürmer ganz offen. In anderen Gemeinden war die Einstellung „Ja, wir haben doch die Glocken und wir können doch Orgelkonzerte anbieten“ anzutreffen. Aber das sei ja das normale Programm in einer Kirche, findet Silke Stürmer. Die kirchlichen Angebote zur Gartenschau sollten eher etwas sein, das man in einer Kirche nicht unbedingt erwartet. Ganz besonders gilt das für die Kirchennacht.

Silke Stürmer hat mehr als ein Jahr lang für ein kirchliches und besonderes Begleitprogramm zur Gartenschau geworben. Die Remstalgartenschau sei eine großartige Möglichkeit für die Kirchen, nach außen zu wirken. Allerdings: „Zu Orgelkonzerten oder beim Klang von Kirchenglocken kommen keine Menschen, die sonst nicht in die Kirche gehen“, sagt Stürmer. „Wenn man aber in der Kirche einen Film zeigt und nebenher Pizza serviert, dann sind plötzlich auch Leute da, die man vielleicht gar nicht erwartet hat.“ Dass Kirche auf anderen Wegen auf Menschen zugeht, ist für Stürmer normal. Kirche sei schließlich kein Selbstzweck, sondern sie solle Menschen zum Glauben einladen und für andere da sein. Deshalb müsse sie andere Dinge anbieten als die, die man ohnehin von ihr erwartet. Das sehen inzwischen viele Menschen in den remstäler Kirchen auch so; das Werben von Silke Stürmer hat sich also gelohnt. 

Und so kommen beim christlichen Programm zum Beispiel Motorradfahrer auf ihre Kosten, bei einem Motorradgottesdienst am 26. Mai mit anschließender Ausfahrt; Start ist um 10.30 Uhr in Urbach mit einem Gottesdienst auf dem Marktplatz. Zur Nacht der offenen Kirchen am 5. Oktober lädt die Kirchengemeinde Endersbach zur sogenannten „Silent Disco“, also eine stille Disco in der Kirche: Teilnehmer haben einen Kopfhörer auf, wählen ihre Musikrichtung selbst aus und tanzen dazu. Einlass ist ab 21 Uhr.

Wer es lieber traditioneller mag, der kann beispielsweise an einer Orgelradtour teilnehmen – sie führt am 18. Mai von Endersbach nach Fellbach. Start ist um 14.30 Uhr am S-Bahnhof in Endersbach. Von dort geht es zur Kirche St. Andreas, dann zur Heilig-Geist-Kirche in Waiblingen-Rinnenäcker. Abschluss ist in der Lutherkirche in Fellbach. Geplant ist jeweils ein kurzes Konzert.

Während der gesamten Gartenschau-Zeit gibt es immer wieder auch Pilger-Angebote. So zum Beispiel an sieben Sonntagen von der Rems-Quelle bis zur Mündung (siehe Bericht Seite 6), es gibt aber auch das so genannte „kleine Remstalpilgern“. Während der Gartenschau-Zeit ist jeder Ort einmal für eine bestimmte Woche das Highlight. Und an diesen Sonntagen bieten manche Kirchengemeinden das kleine Pilgern an. Dabei gibt es eine Kirchenführung, einen kleinen Spaziergang durch den Ort und im Anschluss Kaffee und Kuchen. Die genauen Termine  finden sich im Internet.

Darüber hinaus sind eigens Besinnungs-, Kunst- und Wanderwege entstanden: In Beutelsbach ist das beispielsweise der biblische Weinwanderweg, in Bittenfeld der Besinnungsweg, in Remshalden der Entdeckerweg und in Essingen der Weg mit dem Titel „Bibel und Botanik“. Auch auf bereits bestehenden Wegen gibt es verstärkt Führungen, so auf dem Besinnungsweg in Fellbach-Öffingen: An jedem dritten Sonntag im Monat finden hier besondere Erlebnisführungen statt, Beginn ist jeweils um 14 Uhr.

Natürlich fehlen auch Gottesdienste nicht im Programm der Kirchen auf der Remstal-Gartenschau. Zur Eröffnung, zum Abschluss, zum „Bergfest“ und immer wieder zwischendurch sind ganz besondere Gottesdienste geplant (siehe Seite 7).


Alle Veranstaltungen finden Sie im Internet: www.remstal.de; die Kirchen sind mit ihrem Programm unter dem Menüpunkt „Kultur“ gelistet.


Information

Als Höhepunkt gegen Ende der Remstal-Gartenschau ist die „Nacht der offenen Kirchen“ am 5. Oktober geplant. Rund 40 Veranstaltungen wird es dazu geben. Neben der „Silent Disco“ in Endersbach wird es in Schorndorf einen Kino-Abend mit Pizza geben und vieles mehr. Geplant ist auch, dass die Kirchen im Remstal außen angestrahlt werden mit einer Beamer-Projektion, die das Motto der Kirchen auf der Remstalgartenschau „Unendlich glauben“ aufgreift.

 

 

 

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