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Zwei Drittel müssen es sein - Die Landessynode wählt

Wenn die Mitglieder der Landessynode am 17. März in Stuttgart zusammenkommen, könnte es ein langer Tag werden – oder ein kurzer. Denn auf der Tagesordnung steht die Wahl des Landesbischofs oder der Landesbischöfin. Und die ist gar nicht so einfach.

Wahl der Landessynode 2021 im Hospitalhof. Foto: PressebildNur wer vor Ort ist, darf wählen. Daher dürfte es im Hospitalhof am 17. März voller werden als auf diesem Foto von der Frühjahrssynode 2021. Foto: Pressebild/ elk-wue.de

 

Der Tag beginnt um 9 Uhr. Mit einem Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche starten die Synodalen am 17. März in ihre Frühjahrstagung. Dann gehen sie hinüber in den Hospitalhof. Auf Tagesordnungspunkt 1, die Wahl der Mitglieder des Kirchlichen Verwaltungsgerichtes, folgt um 11.15 Uhr Punkt 2: Die drei Kandidaten für das Amt des Landesbischofs stellen sich vor. Der erste und der zweite Wahlgang sind für 12.10 Uhr geplant. Die Synodalen haben die Wahl zwischen Viola Schrenk, Ernst-Wilhelm Gohl und Gottfried Heinzmann. Nach dem Mittagessen sieht die Tagesordnung ab 14.45 Uhr weitere Wahlgänge vor. Und die könnten sich hinziehen.

Schafft es keiner, beginnt die Wahl von vorn

Das hängt damit zusammen, dass eine einfache Mehrheit oder eine absolute Mehrheit bei der Wahl des Landesbischofs in Württemberg nicht reichen. „Für eine erfolgreiche Wahl ist eine Mehrheit von zwei Drittel der abgegebenen Stimmen erforderlich“, erklärt Synodalpräsidentin Sabine Foth. „Wobei eine Wahl nur erfolgen kann, wenn zwei Drittel der Synodalen anwesend sind.“ Diese müssen also – anders als bei den vorigen Synoden während der Pandemie – im Hospitalhof zugegen sein und können sich nicht Zuhause via Internet zuschalten.

Und was geschieht, wenn Synodale fehlen? Dann kommt es auf deren Anzahl an, erläutert Sabine Foth. „Solange zwei Drittel der Synodalen anwesend sind, kann die Wahl durchgeführt werden. Bei 91 Synodalen müssen also 61 Synodale am Wahltag zugegen sein.“ Die Synodalen haben sich in vier Gesprächskreisen organisiert. Jeder Gesprächskreis hat eine Kandidatin oder einen Kandidaten, den er bevorzugt. Die „Offene Kirche“ hat Viola Schrenk nominiert, die „Lebendige Gemeinde“ und „Kirche für morgen“ Gottfried Heinzmann, für „Evangelium und Kirche“ geht Ernst-Wilhelm Gohl ins Rennen. Doch nur, wer zwei Drittel der Stimmen auf sich vereinigt, also auch Mitglieder anderer Gesprächskreise für sich gewinnt, kann Bischöfin oder Bischof werden. Die Stimmabgabe erfolgt geheim.

Grundlage für diese Wahl ist ein Gesetz, das „Kirchliche Gesetz über die Wahl der Landesbischöfin oder des Landesbischofs“ vom 25. Oktober 2001. Und dies ist der Wahlmodus: Wenn in den ersten drei Wahlgängen keine oder keiner der Kandidaten die notwendige Zweidrittel-Mehrheit erreicht, scheidet die Person mit der geringsten Stimmenzahl aus.

Wenn auch in zwei weiteren Wahlgängen niemand die Zweidrittel-Mehrheit erreicht, scheidet wiederum die Person mit der geringeren Stimmenzahl aus. In diesem Fall gibt es noch einen Wahlgang: Erreicht die oder der Verbleibende dabei eine Zweidrittel-Mehrheit, ist die Wahl erfolgreich. Wenn nicht, dann stellt der Nominierungsausschuss einen neuen Wahlvorschlag auf.

In diesem neuen Vorschlag können Kandidatinnen oder Kandidaten des alten Wahlvorschlags aufgenommen werden. Jemand, der zuvor durchgefallen ist, kann es also erneut versuchen. Es können aber auch neue Personen kandidieren. Die müssen sich dann erst einmal der Synode vorstellen. Nun beginnt das Wahlverfahren wieder von vorne.

Sollten bei einem Wahlgang mehrere Kandidaten gleich wenige Stimmen erhalten, muss der Wahlgang wiederholt werden, damit klar ist, wer ausscheiden muss. Es dürfte ein spannender Tag werden. □