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Familienausflug einmal anders!

Ein Bundesligaspiel live im Stadion erleben – das ist immer ein Erlebnis. Was geschieht, wenn drei Buben mit Ihren Vätern in die Mercedes-Benz Arena nach Stuttgart ziehen, lesen Sie hier von Christoph Fasel und Heiko Schwöbel.

Hochspannung im Hexenkessel: Großartige Stimmung in der Mercedes-Benz Arena (Foto: privat)

Die drei Buben aus der D-Jugend vom TSG in Tübingen haben die Faxen dicke: Sie beschließen, ihre Väter zu überreden, endlich mal wieder ins Stadion nach Stuttgart zu fahren und ein Fußballspiel live zu erleben. Linus sagt: „Ich muss meinem Papa endlich erklären, warum das echt wichtig ist! Der versteht nämlich nix vom Kicken“. Sein Freund Max staunt: „Wie, ihr guckt bei euch zuhause keine Sportschau ... Echt nicht?“. Tja. Entweder ist man Fan oder man ist kein Fan. Entweder man spürt, warum Fußball die wichtigste Sache der Welt ist, oder eben nicht. Punkt. Deshalb beschließen die Jungs: Wir wollen nach Stuttgart. Brüderchen Simon auch. Bei nächster Gelegenheit.

Hochspannung beim Keller-Derby

Die kommt beim Spiel gegen Braunschweig. Kellerderby nennt man so was in Fußballerkreisen, wenn die letzten untereinander gegen den Abstieg kämpfen. Und so sind an einem frühlingshaften Tag im März drei Buben und drei Väter auf dem Weg in die Mercedes- Benz Arena in Stutgart. Schon am Treffpunkt in Herrenberg an der S-Bahn wird klar, wer hier Fußballer ist und wer nicht.

Dietmar tritt auf in einer sportlichen Stoffhose, kariertem Hemd, und blauer Jacke. Der Rest aber trägt die Trikots vom VfB oder doch zumindest einen VfB-Schal um den Hals.

Die S-Bahn ist rasch voll. Man sieht, bis auf wenige Ausnahmen, nur Fans. Die Buben treffen noch ein paar Kameraden aus dem Verein und den anderen Mannschaften der Region. Sie sind unter sich und damit gut versorgt. Die Fahrt geht ganz schön lang – und die S-Bahn wird dabei immer voller. Der Lärmpegel steigt. Das Spiel kann kommen. Ein Sieg muss her. Heute erst recht: Braunschweig ist der Gegner.

Auf dem Weg vom Bahnhof in das Stadion kommen die Väter ins Gespräch. Der eine ist Peter, 47, Rechtsanwalt mit Doktortitel und Fan des VfB durch und durch. Eine Dauerkarte ist für ihn obligatorisch, seit Jahren hat er kein Heimspiel verpasst und schon viele Auswärtsspiele besucht. „Fan sein ist nicht immer einfach“ sagt Peter. „Da leide ich echt mit, wenn meine Jungs, verlieren und zwar richtig“.

Thomas, der zweite Vater im Bund, scheint wohl an Fußball interessiert zu sein, aber ein echter Fan? Das wohl kaum. Als Dietmar sagt, er war noch nie in einem Stadion, um eine Bundesliga-Begegnung zu schauen, zwinkern sich die beiden zu: Mal schauen, der wird heute auf den Geschmack kommen. Wir sind bestimmt nicht das letzte Mal hier zusammen unterwegs!

Spannnung pur beim VfB

Die Schlange vor dem Einlass ist kurz. Und die sechs suchen sich ihren Platz auf der Tribüne. Dietmar ist begeistert. Man kann es ihm ansehen. Die Weite des Stadions, die Masse an Menschen scheinen ihn zu packen. Die drei Jungs sitzen nebeneinander. Die Erwachsenen auch. Die Musik spielt. Die Mannschaften werden vorgestellt. Die Seiten ausgelost. Das Spiel beginnt.

Schon nach wenigen Minuten das erste Foul. Die Jungs springen auf und schimpfen auf den Schiedsrichter. Dietmar wundert sich. Er tippt Peter an: „Was ist denn passiert?” „Gestrecktes Bein, geht gar nicht!“, ruft Peter. Das Spiel geht weiter. Dietmar fragt Thomas: „Und warum schießen die jetzt nicht nach vorne?“ Thomas schaut verwundert, wird aber vom Pfiff des Schiedsrichters abgelenkt. Dietmar sagt sich: „So ein Mist, im Fernsehen gibt es immer eine Wiederholung im Großformat. Hier geht das Spiel einfach weiter.“ In der Halbzeit gibt es Bratwurst und Cola. Die Jungs haben mächtig Spaß – und Dietmar kommt es so vor, als sei diese Bratwurst hier eine der besten, die er je gefuttert hat.

Ein Fan mehr verlässt das Stadion

In der zweiten Halbzeit steigt die Spannung. Tore fallen, der VfB führt jetzt sogar! Die Jungs haben mächtig Spaß und sind völlig aus dem Häuschen. Peter wirkt etwas angespannt, weil der VfB aber letztlich doch nicht so gut spielt, wie die meisten im Stadion es sich erhofft haben. Da fragt Dietmar ihn „Du, warum ...“ Weiter kommt er nicht. „Wir sind hier zum Fußball gucken, nicht zum Quatschen!“ antwortet Peter kurz und knapp. Er ist angespannt. Denn trotz der Führung der Stuttgarter holen sich die Gäste aus Braunschweig doch noch einen Punkt.

Nach dem Spiel ist die Stimmung in der S-Bahn etwas gedrückt. Der VfB hat ein wichtiges Spiel fast vergeigt, zwei gegen den Abstieg wichtige Punkte liegen lassen. Dennoch, unsere nunmehr sechs Fußballfans haben einen großartigen Fußballtag erlebt. Dietmar hat sich vorgenommen, mit seinem Fußballersohn gleich heute Abend die Sportschau anzuschauen und die Tabellen in den Sonntagszeitungen zu studieren. So ein Stadion-Erlebnis in der Freundesgruppe stärkt das Gemeinschaftsgefühl - und schweißt Vater und Sohn echt zusammen. Und zudem: Nun drückt ein Fan mehr den Jungs vom VfB Stuttgart die Daumen!