Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gott und die Welt im Januar

Die Ratgeber-Rubrik auf Ihre Fragen rund um die Kirche, den Glauben und die Bibel. Monat für Monat eine neue "Gebrauchsanweisung" für die Kirche, ein neues Kommentar von Corvus und die Tipps zum Einstieg in die Bibel.

Bild: Adpic, E. Isselée

Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiß;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift!


Doch meint er`s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker schämet euch,
Kommt nur heraus, tut es uns gleich.


Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an.


Robert Reinick

Gebrauchsanweisung für die Kirche

„Kirche ist ein bisschen kompliziert“ – diese Meinung hört man immer wieder von Menschen, die protestantischen Glaubens sind, aber vielleicht nur selten zum Gottesdienst kommen können. Mit unserer „Gebrauchsanweisung für die Kirche“ machen wir den Zugang zu Glauben und zur Gemeinde einfacher. Auch Sie haben eine Frage zu Glaube, Kirche oder Gemeinde? Zu Riten und Bräuchen, Festen oder Ämtern?
Senden Sie uns Ihre Fragen - per Post an die Redaktion Luthers, Augustenstrasse 124, 70178 Stuttgart oder per e-mail an redaktion(at)luthers-magazin.de.

Gott und die Welt Jahresübersicht 2013

Einem Stern folgen heißt: In Erwartung leben

Zum Jahresbeginn gehen in unserem Ort Sternsinger von Haus zu Haus. Sie sammeln Spenden für bedürftige Kinder in Afrika und anderswo. Bevor sie weiterziehen, schreiben sie bei uns auf den Türrahmen der Wohnungstür *C+M+B*. Ich frage mich, was das bedeuten soll. Diese drei Buchstaben stehen für den lateinischen Segenswunsch „Christus mansionem benedicat“, zu deutsch: „Christus möge die Wohnung segnen“.

Bisher habe ich in den drei Buchstaben einen Hinweis auf die Namen der heiligen drei Könige vermutet. Hießen diese nicht Caspar, Melchior und Balthasar?

So überliefert es kirchliche Tradition, die freilich erst im 6. Jahrhundert nach Christus aufgekommen ist. In der Heiligen Schrift (Matthäus 2, 1-12) sind keine Namen genannt. Ja, es ist nicht einmal klar, dass es sich um drei Männer handelte, die sich da aufmachten, um dem Stern zu folgen.

Es hätten auch vier Männer sein können - oder zwölf. Wir wissen es nicht. Und dass es Könige waren, die sich da aus dem Morgenland auf den Weg machten, ist in unserer Bibel auch nicht zu lesen. Daran zeigt sich etwas von der Faszination, die Hörer und Leser dieses Abschnitts aus dem Matthäusevangelium empfanden: Sie konnten gar nicht anders, als dass sie den hier erwähnten biblischen Gestalten Gesicht verliehen und die Geschichte ausschmückten.

Wie kam man darauf, dass es drei Könige waren?

Die Zahl der Männer hat man aus der Zahl der im Bericht erwähnten Geschenke für das Neugeborene gefolgert: Da brachte einer das Gold, ein Hinweis auf Christi Königswürde. Ein anderer übergab den Weihrauch, mit dem Christus als Gott verehrt wird. Die Gabe des Dritten nämlich die damals als Heilmittel verwendete Myrrhe, verweist auf die menschliche Natur des Kindes. So hat man das später gedeutet. Nach dem biblischen Text waren die Männer „Magoi“ („die Weisen“, übersetzte Luther, „Sterndeuter“ heißen sie in der Einheitsübersetzung und der Zürcher Bibel). Es waren also offenkundig „gelehrte Männer“.

Und diese „Gelehrten“ sind zu „Königen“ geworden?

Ja, weil man in der Huldigung der Männer aus dem Osten die Erfüllung alttestamentlicher Prophetie sah: „Die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben...“ (Psalm 72, 10). Es ist freilich noch mehr zu dieser Geschichte hinzugewachsen: So meint man seit dem Mittelalter, dass die Männer aus den drei damals bekannten Kontinenten, also aus Afrika, aus Asien und aus Europa kamen.

Findet man deshalb auf den Darstellungen der drei Könige einen Schwarzen?

Ja, meistens ist das Casper. Er gilt als Jüngling. Melchior wird als Erwachsener und Balthasar als Greis dargestellt.

Und all dies ist nicht historisch, sondern nur „erfunden“?

Wenn man biblische Geschichten und fromme Überlieferungen als historische Berichte liest, kann man zu diesem Urteil gelangen. Ich denke jedoch, dass in dieser Geschichte des Matthäus und selbst in den Legenden, die sich darum ranken, tiefe Wahrheiten verborgen sind, die man nicht damit erledigt, dass man behauptet: Das ist alles nur fromme Phantasie.

Und was wäre eine solche Wahrheit?

Es geht um die Bedeutung, welche das neugeborene Kind, der Messias Israels, für den Glauben hat. In ihm erfüllt sich die Sehnsucht der Völker, weil der Schöpfer der Welt uns in ihm nahekam. Der Horizont ist weit. Der Stern ist über allen aufgegangen, ob in Nord oder Süd, in West oder Ost. Wer dieses Zeichen zu deuten weiß, bleibt nicht sitzen in müder Resignation. Nein, sie brechen auf: Jung und Alt, Arm und Reich, gelehrte und schlichte Menschen aus allen Kontinenten, um diesem Kind zu huldigen. Mit Gottvertrauen im Herzen suchen sie den Weg zu ihm. Und sie scheuen nicht weite und neue Wege, denn sie erwarten und hoffen, bei ihm Frieden, Heil und Leben zu finden.