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Lüften? Aber bitte richtig!

Frischluft in der Wohnung ist gerade im Winter wichtig – denn wir wollen uns wohl fühlen, Heizkosten sparen und Schimmel vermeiden. Luthers zeigt, wie wirkungsvolles Lüften aussieht.

Bild: Colourbox

Lüften? Aber bitte richtig!

In einem Vier-Personen-Haushalt werden jeden Tag bis zu 15 Liter Wasser durch Kochen, Duschen und Atmen verdampft. 15 Liter – das ist so viel wie drei Putzeimer voll. Das heißt: Allein schon durch ganz alltägliche Tätigkeiten müssen unsere Wohnungen eine Mengte Feuchtigkeit verkraften. Deshalb ist das regelmäßige Lüften unserer Wohn- und Arbeitsräume so wichtig. Denn bleibt diese Feuchtigkeit im Haus oder in der Wohnung, kann an Kältebrücken an den Wänden gefährlicher Schimmel entstehen.

Kältebrücken sind jene Stellen im Haus, an denen die Kälte von draußen in das Haus oder Wohnung hinein zu kriechen scheint. Besonders problematisch werden allerdings solche Stellen, wenn sie schlecht belüftet sind. Das ist zum Beispiel an Wänden hinter Schränken der Fall – oder überall dort, wo Bilder an der Wand hängen, oder an Außenwänden oder Ecken. Dabei ist zu beachten: Je höher die Luftfeuchtigkeit in der Raumluft ist, umso mehr Feuchtigkeit schlägt sich an diesen Stellen nieder. Die Folge: Schimmel kann entstehen. Ist der Schimmel aber erst im Haus, muss er sofort bekämpft werden. Denn die Sporen können Allergien auslösen und uns krank machen.

Weniger feucht = weniger Energiekosten

Zu feuchte Luft birgt aber nicht nur die Gefahr der Schimmelbildung. Zu feuchte Luft muss zudem noch stark aufgeheizt werden, damit wir Menschen uns in ihr wohlfühlen. Optimal ist ein Wohnklima mit 50% Luftfeuchtigkeit und 21 Grad Raumtemperatur. Steigt die Raumfeuchtigkeit durch mangelnde Lüftung auf 70%, steigen zugleich die Heizkosten um bis zu 30 % an. Und das ohne jede Verbesserung der Behaglichkeit – lediglich Heizenergie wird unnütz verschwendet. Andererseits gilt: Lüften wir in der kalten Jahreszeit zu viel, enthält die Raumluft zu wenig Wasser und unsere Schleimhäute leiden unter der zu trockenen Luft. Sie sind gereizt und werden empfindlich für Krankheiten. Die Heizkosten steigen in diesem Falle ebenfalls, da wir dann sehr kalte Räume wieder stark aufheizen müssen.

Frischluft mit Balance

Um ein behagliches und gesundes Raumklima zu erzeugen und gleichzeitig die Heizkosten im Griff zu halten, müssen wir also wirkungsvoll lüften. Das heißt, wir müssen dieim Haus und in der Wohnung Balance halten zwischen Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur. Das Problem dabei: Wir Menschen spüren zwar, ob es uns zu kalt oder zu warm ist. Aber das rechte Maß an Luftfeuchtigkeit spüren wir kaum - oder erst wenn sie schon viel zu hoch oder niedrig ist. Kurzum: Wir haben kein Organ, das uns die richtige Luftfeuchtigkeit spürbar signalisiert. Wir sind daher auf Helfer angewiesen, die uns sagen, was zu tun ist, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der richtigen Mischung zu halten. Helfen kann uns dabei das gute alte Hygrometer, der Feuchtigkeitsmesser. Zudem gibt es mittlerweile auch digitale Geräte, die das sachgerechte Lüften unterstützen. Und nicht zuletzt helfen ein paar Lüftungs-Regeln, ein gesundes Wohnklima aufzubauen und zu erhalten.

Zehn Tricks und Tipps beim Lüften

➤ Mindestens dreimal am Tag alle Fenster und Türen auf! So wird die Luft schnell ausgetauscht und die Feuchtigkeit gut abtransportiert, ohne die Wohnung oder das Haus stark auszukühlen.

➤ Bei Außentemperaturen von weniger als 3 Grad reicht oft schon eine Querlüftung von wenigen Minuten, um die Feuchtigkeit weg zu lüften. Ansonsten reichen fünf bis zehn Minuten aus.

➤ Soll ein feuchter Raum, wie Bad oder Küche, separat gelüftet werden: Fenster auf und Türen zu. So wird vermieden, dass die feuchte Luft in die trockenen Räume gelangt.

➤ Auf “Kipplüftung” sollten Sie ganz verzichten. Der Luftaustausch ist nur gering und die Gefahr sehr hoch, dass sich an Fenstern und Rahmen Schimmel bildet.

➤ Nach dem Bodenwischen, Duschen und Kochen die Räume möglichst sofort lüften, bis die Wände und der Boden wieder trocken sind.

➤ Wäsche sollten Sie nicht in der Wohnung oder unbeheizten Kellern trocknen.

➤ Häuser und Wohnungen mit guter Isolierung müssen häufiger gelüftet werden als noch nicht sanierte Häuser und Wohnungen.

➤ Jeder Raum sollte mit seiner Heizung geheizt werden. Das heißt, lassen Sie keine warme Luft in kalte Räume strömen, um sie ein wenig zu temperieren. So vermeiden Sie, dass sich an den kalten Wänden Feuchtigkeit niederschlägt.

➤ Feuchte Keller können im Winter über das geöffnete Fenster rasch getrocknet werden. Im Sommer sollte so wenig warme Luft wie möglich in den Keller gelangen. Das heißt, tagsüber sollten die Fenster und Türen geschlossen sein. Allenfalls nachts lüften.

➤ Manchmal hilft alles Lüften nichts. Besonders in schlecht isolierten Kellerräumen kann die Feuchtigkeit oft nicht abtransportiert werden. Hier helfen dann nur noch Raumlufttrockner. Sie entziehen der Raumluft die Feuchtigkeit und halten somit die Balance zwischen Temperatur und Feuchtigkeit.

Tipps und Tricks

Lüftungsarten

Querlüften: Fenster/Türen und gegenüberliegende Türe/Fenster ganz öffnen.

Stoßlüftung: Ein Fenster/Türeganz öffnen. Gegenüberliegende Türe/Fenster geschlossen.

Kipptüftung: Gekippte Fensterbringen wenigLuftaustusch undsorgen für hohe Energieverluste.

Lüftungshelfer

➤ Das Sortiment der Lüftungshelfer ist groß. Es reicht von einfachen Hygrometern und Thermometern, intelligenten Fenstergriffen, komfortablen Apps bis hin zu vollintegrierten Lüftungssystemen.

➤ Das einfachste ist, ein Thermometer mit Innenund Außentemperatur sowie Hygrometer zu benutzen, z. B. www.netatmo.com. Immer dann, wenn die Luftfeuchtigkeit auf über 50 % im Raum ansteigt und die Außentemperatur geringer ist als die Innentemperatur, sollte quergelüftet werden. Wenige Minuten reichen.

➤ Komfortabler sind Geräte die an die Fenstergriffe montiert werden, z. B. www.klimagriff.de. Sie zeigen an, wann und wie lange gelüftet werden soll.

➤ Noch einfacher und komfortabel lässt sich das Raumklima über Apps auf dem Smartphone oder Tablet im Griff behalten z. B. www.domoone.de. Sie warnen Sie, wenn das Klima in einem Raum zu kippen droht.

➤ Am komfortabelsten sind automatische Lüftungssysteme, z. B. www.purmo.com. Einmal eingebaut halten sie das Raumklima automatisch in der Balance. Manche gewinnen sogar die Wärme in der Abluft zu einem großen Teil zurück, z. B. www.inventer.de.

Wie Sie richtig Strom sparen können erfahren Sie hier.