Christliche Themen für jede Altersgruppe

Schau nach in Schwäbisch Gmünd!

In Gärten, Wald und Wiesen unterwegs: Luthers zeigt, warum ich ein Besuch der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd lohnt – und allen in der Familie Spaß macht.

Dinoland auf der Landesgartenschau (Foto: LGS Schwäbisch Gmünd)

Gesagt, geplant, getan. Am Samstagmorgen machen wir uns auf den Weg nach Schwäbisch Gmünd. Das Auto parken und noch ein paar Schritte zum Kartenhäuschen gehen – da stellen wir fest: Auch andere sind auf die Idee gekommen, den Samstagmorgen für den Besuch der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd zu nutzen. Also ein wenig Schlange stehen, während Simon einen Plan des Gartenschau-Geländes besorgt.

Wo bitte geht’s zur Himmelsleiter?

Zugegeben: Erstmal verstehen wir gar nichts. „Himmelsgarten“, „Erdenreich“ und „Himmelsleiter“ ist da auf der Karte zu lesen. Bis wir es erkennen: Die Gartenschau ist zweigeteilt. Und die beiden Teile sind über eine Art Himmelsleiter verbunden. Der eine Teil, der Himmelsgarten, liegt oberhalb der Innenstadt. Und die Himmelsleiter führt zum anderen Teil, dem Erdenreich mitten in der Stadt. Sportliche und geübte Besucher steigen zunächst die Leiter vom Erdenreich zum Himmelsgarten hinauf. Wir aber, Mama, Papa, Susanne und Simon, wollen die Landesgartenschau lieber erst von oben betrachten und dann über die Himmelsleiter in das Erdenreich hinabsteigen.

Also geht‘s treppauf treppab zum Bahnhof. Von dort bringt uns ein Shuttle-Bus hinauf zum Himmelsgarten. Als Erstes lockt uns der Aussichtsturm. Ein bisschen mühselig schaffen wir die 209 Stufen des rund 40 Meter hohen Holzturms und haben nun einen großartigen Blick, nicht nur auf das Gartenschaugelände und die älteste Stauferstadt, sondern auch auf das Albvorland und die Kaiserberge. Noch ein wenig schnaufen und dann geht’s erst mal zu einem Restaurant auf der anderen Seite des Geländes. Erfrischt und gestärkt erkunden wir nun das Himmelsreich: Da geht’s durch Streuobstwiesen, vorbei an herrlichen Schaugärten bis zum Heilpflanzengarten von Weleda, einem in Schwäbisch Gmünd beheimateten Hersteller von Naturkosmetik. Der hat auch die auf einem kleinen Hügel gelegene Kugelbahn beigesteuert. Doch wer spielt mit der Bahn? Vor allem Erwachsene – Kinder kommen nur schwer dran.

Floßfahrt auf der Landesgartenschau (Foto: LGS Schwäbisch Gmünd)

Das Fernsehen ist auch dabei

Wir haben genau das Wochenende erwischt, an dem der SWR eine Liveübertragung von der Gartenschau sendet. Da drängen unsere Kinder hin. Denn hier gibt’s Fernsehtechnik, Moderatoren und manchen Star hautnah live. Am Rand der immer sehr beliebten Sprechstunde der Gartenspezialisten werden wir Zeuge eines lustigen Dialogs: „Ha, guck mal, da isch mein Lieblingsgärtner ausm Fernsähe“, sagt eine ältere Frau, die sicherlich gerne in ihrem Gärtle werkelt. Ihr Mann tönt: „Hol dir halt ä Autogramm, wenn der so toll isch“. „Uff koin Fall. Des isch mir peinlich“. „Soll i‘ en ahschwätze?“, triezt der Mann seine Gattin weiter. Wir verlieren die beiden aus den Augen und Ohren: Der Leadsänger der „Flippers“ übertönt das neckische Gezänk um das Autogramm des Fernsehgärtners.

Und dann geht’s hinab ins Tal – die Himmelsleiter hinunter. Dieser Teil der Gartenschau führt durch den alten Erholungswald Taubental. Gleich zu Beginn sehen wir hoch über uns Leute in den Seilen des Waldseilgartens herumturnen. Mit seinen 80 Stationen ist er eine besondere Attraktion. Einem älteren Herrn aber steht die Angst ins Gesicht geschrieben. Doch den Mut umzudrehen hat er auch nicht. Also lässt er los und saust am Seil hängend zur nächsten Station. Ohne Probleme. Er seufzt erleichtert, als er wieder sicheren Halt am Stamm gefunden hat. Für uns eine Warnung: Keiner hat rechte Lust, den Waldseilgarten so intensiv auszuprobieren.

Eine Lehrstunde im Wald

Dafür lernen wir auf dem Weg die Himmelsleiter hinunter sehr viel über den Wald. Unter dem Motto „Mensch!Wald – Walderlebnis wird greifbar“ erfahren wir auf dem auf 30 Stationen erweiterten Naturerlebnispfad „Naturatum“ zum Beispiel, warum Totholz für den Wald so wichtig ist oder wie ein Forstmann die Bäume hochklettert. Unser Simon allerdings klinkt sich aus. Er hat die XXL -Kugelbahn entdeckt, die hier nun fast ganz in der Hand der Kinder ist. Mehr als 300 Meter rollt die Kugel über die Bahn und Simon rennt hinterher. Als er unten ankommt, ist er außer Atem – und hat vom Wald nicht viel gesehen. Wir dafür umso mehr: An verschiedenen Haltepunkten der Lehrpfade wird die Entwicklung und die Bedeutung des Waldes für Mensch und Umwelt anschaulich dargestellt. Wir kommen aus dem Lesen und Schauen fast nicht mehr heraus.

Unten angekommen bereiten uns Schilder auf das Erdenreich vor: „Blumen sind die schönen Augen der Natur“, ist dort zu lesen. Das Erdenreich präsentiert uns denn auch in Ausstellungen, alten Alleen, auf neuen Promenaden und grünen Inseln eine prächtige, wunderbar vielfarbige und duftende Pflanzenwelt. Besonders faszinierend, wie die historische Altstadt in Szene gesetzt und in die Gartenschau einbezogen ist oder die Ufer der Fluss- und Bachläufe Entspannung am Wasser erlauben. Abends sind wir alle ein bisschen müde vom Laufen und Schauen. Fast den ganzen Tag waren wir an der frischen Luft. Beschwingt von den vielen Eindrücken fahren wir nach Hause, mit einer Gewissheit im Gepäck: Die Landesgartenschau lohnt sich. Wirklich! Und nicht nur einmal.