Christliche Themen für jede Altersgruppe

Wer nicht fragt, bleibt dumm!

Kinder erobern sich die Welt, indem sie lernen – jeden Tag von neuem. Luther’s zeigt fünf Wege, die Müttern und Vätern dabei helfen können, ihre Kinder neugierig zu machen – und zu halten!

Wissbeggierig: Kinder wollen die Welt entdecken! (Foto:Clipdealer)

Du, Mama, waruuuuum?“ Zum dritten Mal in den letzen fünf Minuten belagert mich unsere Jüngste, Friederike, zweieinhalb, mit dieser Frage. Das ist nur eine von vielen, die die sprachgewandte Kleine mittlerweile stellt. „Warum sitzt der Vogel auf dem Baum?“ „Warum ist der Ofen heiß?“ „Warum musst du jetzt arbeiten?“ Es ist das „Warum?“- Alter, das jetzt mit Macht auch bei unserer Tochter zum Vorschein kommt. Ihr großer Bruder, Simon, 4, ist auch noch mittendrin. Und dann gibt es, wenn es beide Kinder gleichzeitig packt, an manchen Tagen Erklärungsbedarf bis zum Abwinken. Ich kann das
durchaus verstehen: Manche Eltern stöhnen unter der schier unerschöpflichen Neugierde ihres Nachwuchses – und fragen sich: Muss das so sein?

Das Frage-Alter fordert Eltern

Ja. Es muss. Und es ist sogar ausgesprochen wichtig, dass es so etwas wie das Fragealter gibt. Denn Kinder lernen unaufhörlich. In den ersten beiden Lebensjahren tun sie das meist ohne verbale Unterstützung: Da sehen sie, hören sie, tasten sie, riechen sie, schmecken sie. Babys und Kleinkinder erforschen die Welt mit allen Sinnen gleichzeitig. Weil sie noch nicht rational erfragen können, was sie da alles um sich herum sehen und erleben, müssen sie es im besten Sinne des Wortes „begreifen“, ertasten, erriechen und erschmecken, um eine neue Erfahrung zu machen.

Lernen ist kinderleicht. Vor allem während dem Spielen können Kinder viel neues lernen!

Neugier liegt in unserer Natur

Kinderpsychologen sprechen davon, dass der Mensch niemals im Leben mehr lernt als in seinen ersten beiden Lebensjahren. Und dass ist kein Wunder: Bei der Geburt, dem härtesten Übergang – neben dem Tod – der einem Menschen widerfährt, vollzieht das Baby geradezu brutale Lernfortschritte: Es muss atmen lernen, seine Körpertemperatur plötzlich alleine regulieren, schlucken, essen, verdauen ... allein die körperlichen Anpassungen in dieser kurzen Zeit sind eine Explosion an Lernen. Dann kommen die geistigen Erfahrungen hinzu. Ein Kind ist von Natur aus neugierig – wenn es nicht krank ist. Diese Neugierde behält es normalerweise ein Leben lang – wenn sie nicht durch demotivierende Erfahrungen in Elternhaus oder Schule gestört wird. Was können Eltern tun, um die Wissbegierde ihrer Kinder
zu wecken und zu unterstützen? Fünf Ratschläge:

Ratschlag Nummer eins: Reagieren Sie von Anfang an!

Alle Eltern wissen: Schon ein neugeborener Säugling nimmt sofort nach der Geburt Kontakt mit seinen Eltern, vor allem mit seiner Mutter auf. Dieses „Bonding“, wie die Psychologen sagen, diese Anbindung an einen anderen Menschen legt eine der Grundlagen für Zutrauen und Sicherheit. Ganz instinktiv nehmen Mütter und Väter diesen Faden auf, indem sie sich ihrem Kind liebevoll zuwenden. Diese Zuwendung in körperlicher Zärtlichkeit und leiser Verbalisierung gibt schon einem Säugling das Gefühl: Da ist jemand, der mich hört! Mein Ruf nach Zuwendung bleibt nicht unbeantwortet! Wenn ich versuche, Kontakt aufzunehmen, wird dieser Kontakt auch beantwortet! Ein wunderbares Beispiel, um Kompetenz zu erfahren.

Ratschlag Nummer zwei: Reden ist Gold!

Es ist immer wieder spannend, zu sehen, wie auch schon kleine Kinder versuchen, an der Kommunikation der Großen teilzunehmen. Ja, sie haben auch etwas zu sagen! Ja, sie wollen auch etwas wissen! Wenn dieser Wunsch nach Wissbegierde schon frühzeitig durch Sprechen und Zuhören beantwortet wird, entwickelt sich für Kinder ein Vorbild: Ich kann ja meine Ideen und Gedanken durch Sprache ausdrücken. Wenn sie dann die Sprache als Werkzeug Stück für Stück entwickeln, setzen Kinder sie zielgerichtet ein, um ihre Neugierde zu stillen.

Ratschlag Nummer drei: Schaffen Sie gemeinsame Erlebnisse

Entdecken will gelernt sein. Wer als Familie den halben Tag vor dem Fernseher vertrödelt, ist schlicht zu schlapp und demotiviert, die Augen für Neues offen zu halten. Fernseh-Erlebnisse aus zweiter Hand machen, so weiß auch die Psychologie zu berichten, müde und wecken keine Neugierde.

Besser: Gemeinsam Bücher lesen, Spiele spielen, dazu wann immer es geht raus aus dem Haus, rein in Garten und Wald gehen und die Augen aufhalten! Was ein Vierjähriger alleine schon bei einem Waldspaziergang entdecken kann, eröffnet ihm eine ganze Welt: Da, der Käfer! Und hier, die Schnecke. Und schau einmal, Papa, da der Hochsitz! Welch eine Freude, gemeinsam unterwegs zu sein!

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Ratschlag Nummer vier: Suchen Sie miteinander Antworten

Wo Fragen sind, da braucht es Antworten. Nichts wäre trauriger, als die Fragen unserer Kinder einfach im Raum stehen zu lassen und nicht zu beantworten. Resignation wäre die Folge – die Kinder verstummen, lassen ihre Wissbegierde erlahmen.

Wir als Eltern aber können beileibe nicht alles wissen. Und das sollen wir auch gar nicht. Viel schöner ist es da doch, gemeinsam auf die Suche nach Antworten zu gehen: Mit einem Pflanzen-Bestimmungsbuch im Wanderrucksack, mit dem wir den kleinblättrigen Gänsewurz identifizieren können, einem Reiseführer, der uns erklärt, warum Karl der Dicke im Jahre 1238 die Burg Kunigundenstein gebaut hat, mit einem Blick in Wikipedia, wenn wir wollen wissen, welches Pferd vier Gangarten kennt... So wecken wir den Forschergeist in unseren Kindern.

Ratschlag Nummer fünf: Geben Sie ein Vorbild!

So banal das klingt: Kinder lernen stets von ihren Eltern. Und wenn Mutter und Vater selbst wissbegierig sind, sich selbst Fragen stellen und sichtbar nach Antworten suchen, dann tut das irgendwann auch ihr Kind. Diese Vorbild-Funktion von Eltern gilt in besonderem Maße für die Weltaneignung durch das Lesen. Die Forschung belegt mittlerweile klipp und klar: Wenn Eltern selbst Bücher lesen, ihren Kindern vom Kleinkindalter an Kinderbücher vorlesen und Inhalte erklären – dann werden diese Kinder mit großer Wahrscheinlichkeit später selbst gerne zu einem Buch greifen und Leseratten werden. Denn es stimmt: Neugierde lässt sich lernen! Und diese Chance können Mütter und Väter täglich nutzen. Tun Sie es mit Freude!