Christliche Themen für jede Altersgruppe

Anleitung zum Glücklichsein

Wie vergällt man sich ein ganzes Jahr? Antwort: Indem man es mit unerfüllbaren Vorsätzen pflastert. Wie man sich davor am besten schützt, verrät Luthers-Autorin Tamara Gielow

Mindestens fünf Kilo abnehmen! Ab morgen jeden Tag einmal um den Block joggen! Nur noch Gemüse, Salat und Fisch statt Currywurst essen! Und jeden Monat einmal ins Theater – natürlich mindestens zu Goethe und Corneille – drunter tun wir es in Zukunft nicht mehr. Mit den Vorsätzen ist es so wie mit der Schönwetterlage:

So lange wir sie vor Augen haben, genießen wir sie in vollen Zügen. Doch sobald sie uns nicht mehr präsent sind – sind sie schwups vergessen. Aber irgendwo wüten sie dennoch weiter in unserem Hinterstübchen. Dort bohren sie und nagen mit Penetranz an unserem Gewissen: Wolltest Du nicht seit Silvester abnehmen? Wolltest Du Dich eigentlich nicht mal mehr bewegen? Wolltest Du nicht …

Vorsätze sind schön – gefährlich!

Klar, ohne eine Zukunftsperspektive, ohne eine Planung, ohne Vorhaben käme unser Leben rasch ins Stocken. Wir müssen uns also etwas vornehmen, um ein Ziel vor Augen zu haben. Und gerade an solchen Wendepunkten wie Silvester sind es besonders wichtige Ziele, die wir uns setzen. Dafür ist solch ein Jahreswechsel ja auch geradezu geschaffen – zurückzuschauen, und gleichzeitig vorwärts zu planen. Schön, wenn man sich dann ein paar gute Dinge vornehmen mag. Doch wie war das mit der Schönwetterfront? Kaum ist sie vom Nebel verdrängt, sind ihre fröhlichen Perspektiven außer Sicht geraten. Nicht anders geht es uns mit Vorsätzen. Und wir sollten uns merken: Auch wenn sie augenscheinlich aus dem Blick geraten sind - in unserem Gedächtnis lümmeln sie trotzdem weiter herum! Und das macht sie gefährlich – denn sie füttern unser schlechtes Gewissen.

Nicht hadern – handeln!

Und obwohl das jeder weiß, wird wohl genauso fast jeder wieder einmal das neue Jahr 2014 mit einem Haufen von Vorsätzen beginnen. Wenn das aber nun so ist, so sollten wir wenigstens eines tun: Unsere Vorsätze klüger fassen als bisher. Fünf Regeln, die dabei helfen:

Regel Nummer Eins: Weniger ist mehr. Es lohnt sich nicht, sich vorzunehmen, die ganze Welt umzukrempeln, wenn man weiß, dass es ohnehin nicht klappt. Also lieber die Taktik der kleinen Schritte wählen: Nicht gleich im Januar den Marathon einplanen sondern lieber mit einer gemütlich Jogging-Runde um den Ententeich beginnen – einmal die Woche. Das schaffen auch Stubenhocker.

Regel Nummer Zwei: Suchen Sie gemeinsam Vorsätze. So kann man sich beispielsweise bei der Rauchentwöhnung gegenseitig bestärken – und steht mit seinen Entzugserscheinungen nicht allein auf weiter Flur.

Regel Nummer Drei: Zerlegen Sie größere Aufgaben in kleine Teile. Arbeiten Sie diese Teile in entsprechenden Portionen ab und schaffen sie sich damit die Gewissheit, die Gesamtaufgabe auch wirklich erledigen zu können. Ein Achttausender ist schwerer zu besteigen als acht tausend Meter hohe Hügel im Mittelgebirge – nacheinander!

Regel Nummer Vier: Mischen Sie große und kleine Vorsätze. Zum Beispiel: den Nachbarn freundlicher zu grüßen mit dem großen Vorsatz, in Zukunft nur noch einmal die Woche in die Kneipe zu gehen. Die Mischung macht’s: In Ihrer Liste ist der kleine Vorsatz leichter abzuarbeiten als der große – das verschafft Ihnen rasche Erfolgserlebnisse.

Regel Nummer Fünf: Belohnen Sie sich. Wenn etwas geklappt hat, was Sie sich vorgenommen haben, dann gönnen Sie sich auch mal einen Boxenstopp und feiern das zusammen mit Familie oder Freunden. Wer zehn Wochen Jogging durchhält, sollte sich dafür auch mal mit einem dicken Stück Torte, genossen mit lieben Freunden und Verwandten, belohnen dürfen!