Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ausmisten und wohlfühlen

Es ist einfach unglaublich, was Menschen im Laufe ihres Lebens alles an Besitztümern anhäufen. Man könnte es ja noch einmal brauchen und es sind doch so viele Erinnerungen damit verbunden. Dabei kann es so gut tun, sich von materiellen Dingen zu trennen. Bei den meisten Sachen, die irgendwo lagern, hat man ohnehin schon vergessen, dass man sie überhaupt noch besitzt.

Untersuchungen haben ergeben, das der durchschnittliche Mitteleuropäer etwa 10?000 Dinge besitzt. Beim durchschnittlichen Deutschen dürften es vermutlich sogar noch ein paar mehr sein. Da wird das Eigenheim schnell zum Museum oder zur Rumpelkammer verstaubter Gegenstände, die im Laufe der Jahre auch den letzten noch freien Winkel ausfüllen.

Spätestens nach einigen Jahren im Berufs- oder Familienleben wissen die meisten nicht mehr, wohin mit all den Dingen und räumen immer mehr in den Keller oder in die zweite Regalreihe im Bücherschrank. Der Besitz, über den man sich anfangs gefreut hat, er wird zunehmend zur Last und zum logistischen Problem in den eigenen vier Wänden.

Ein besonders materialintensives Anhäufen von Besitztümern sind Sammlungen. Was man im Leben nicht alles sammeln kann: Briefmarken, Bücher, Schallplatten, Puppen, Bierdeckel, alte Bibeln. Es gibt auch Menschen, die sammeln Reiseführer. Spätestens nach zehn Jahren ist ihr praktischer Nutzwert gleich Null und ihr Anblick irgendwie deprimierend: Hatte man sie ursprünglich aufgehoben, um etwas Schönes aus der Vergangenheit zu bewahren, sind sie nun nur noch Ausdruck der eigenen Vergänglichkeit.

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Das Lübecker Internetmagazin „Zeit zum Leben“ hat versucht, einen Strategieplan für Menschen zu entwickeln, die sich nur schwer von ihren Besitztümern trennen können. Das Auflösen von Sammlungen steht ganz oben auf der Liste, gefolgt von den Dingen, die man schon seit Jahren nicht mehr benutzt hat. Allen, denen Wegwerfen als Verschwendung erscheint, raten Experten, es zu verschenken oder zu verkaufen. Kann man sich von einem besonders emotionalen Erinnerungsstück nicht trennen, kann auch ein Foto helfen, es zu bewahren.

Ein weiterer Trick ist das Umpacken in Kartons: Alles, was aktuell nicht gebraucht wird, wandert in eine Box mit einem Datum. Nach einem Jahr kann es weg, wenn es bis dahin nicht mehr zum Einsatz gekommen ist.

Bei den allermeisten Gegenständen stellt sich dabei heraus, dass sie tatsächlich nutzlos sind. Das Gros dessen, was beiseite geräumt wurde, gerät binnen Kurzem in Vergessenheit. Wer nach fünf Jahren wieder einmal an die Altmühl fahren möchte, wird kaum auf alte Prospekte zurückgreifen. Nicht nur, weil sie von gestern sind, sondern weil sich kaum einer daran erinnert, dass es sie überhaupt noch gibt. Also hätte man sich auch gleich von ihnen trennen können, oder, Stichwort Karton, ein Jahr, nachdem das Verfallsdatum abgelaufen war.

Wer immer zu Hause schon mal richtig ausgemistet hat, weiß, wie befreiend das wirken kann. Es schafft Platz, nicht nur in der eigenen Wohnung, sondern auch im eigenen Leben. Nun ist wieder Raum für Neues, für andere Projekte und vielleicht sogar Anschaffungen.

Es soll Menschen geben, die schon seit Jahren kein neues Buch mehr gekauft haben, weil sie mit der Vielzahl der Bücher in den eigenen vier Wänden nicht zurechtkommen. Wie grotesk! Da wird man ganz schnell zum Verwalter seiner eigenen Vergangenheit, statt sich frohgemut der Gegenwart zuzuwenden.

In der findet das Leben nämlich statt. Es fällt umso leichter, je weniger Ballast man rumschleppt. Grund genug, die eigenen vier Wände wieder einmal richtig zu durchforsten. Es ist nie zu spät. Die kostbarsten Erinnerungsstücke trägt man ohnehin im Herzen. Dort bleiben sie auch, wenn der damit verknüpfte Gegenstand schon längst nicht mehr vorhanden ist.   

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