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In die Pfanne statt in die Tonne - "Klimafasten" (Teil 3)

Etwa zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel schmeißen die Deutschen Jahr für Jahr in den Abfall. Viele von ihnen wären noch genießbar. Mehr als die Hälfte dieser Produkte werden in Privathaushalten weggeworfen. Was also liegt näher, als dass jede und jeder Lebensmittel rettet?

Fairteiler- Stationen nehmen Gemüse und andere Lebensmittel entgegen, die noch gut sind. Foto: picture-alliance

Prinzipiell ist es nicht so angenehm, abends von einem Fremden an einer Stadtbahnhaltestelle angesprochen zu werden. In diesem Fall war es aber in Ordnung: „Guten Abend, darf ich Ihnen eine Zucchini schenken?“ fragte der junge Mann. „Oh, wieso, retten Sie Lebensmittel?“ „Ja, ich komme gerade von einer Fairteiler-Veranstaltung, wir haben noch so viel übrig.“

Fairteiler ist ein Wortspiel mit „fair“, also gerecht, und „teilen“ sowie „verteilen“. Fairteiler sind Verteilstellen, zu denen Menschen Lebensmittel bringen und von denen sie Lebensmittel mitnehmen können – unentgeltlich. Das können zum Beispiel Kühlschränke in Läden oder Cafés sein oder gelegentliche Treffen. Es geht den Menschen, die sich in Fairteilern engagieren, nicht ums Geldverdienen, sondern darum, genießbare Lebensmittel zu retten.

Die Zucchini war fest und sah gut aus. Am nächsten Tag landete sie in der Pfanne. Mit Parmesankäse und Nudeln ein leckeres Mittagessen.

Lebensmittelretter wie der junge Mann an der Stadtbahnhaltestelle tragen zum Klimaschutz bei. Wird weniger weggeschmissen, muss weniger produziert, transportiert und gelagert werden. Das verringert den Ausstoß des Treibhausgases CO2.

 

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Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr als Abfall entsorgt. Diese Zahl nennt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seiner Internetseite www.bmel.de. Der Großteil dieser so genannten Abfälle entsteht in Privathaushalten: 6,1 Millionen Tonnen, das sind 52 Prozent. Jeder Verbraucher und jede Verbraucherin, ob groß oder klein, wirft demnach durchschnittlich etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Verbraucherinnen und Verbraucher können viel bewirken, wenn sie sorgsamer mit den Lebensmitteln umgehen. Die Broschüre zum Klimafasten gibt hierzu konkrete Tipps – siehe unten. Beherzigt man auch nicht alle Tipps, so doch den ein oder anderen. Und das am besten nicht nur nur eine Woche während der Fastenaktion.

Das Bundesumweltministerium hat nachgerechnet: Jeder Deutsche verbrauche – ohne Getränke – durchschnittlich 500 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr, die im Produktionsprozess auch Treibhausgase verursachen. Das Methangas, das die Rinder produzieren, ist nur ein Beispiel. Auch bei der Verarbeitung und Kühlung von Lebensmitteln entsteht CO2, beim Transport und der Autofahrt zum Supermarkt ohnehin. Treibhausgasemissionen durch privaten Konsum erreichen laut Ministerium fast dieselbe Größenordnung wie Verkehrsemissionen in Deutschland.

Verteilstationen wie in der Raupe Immersatt helfen, die Verschwendung von Lebensmittel zu verringern. Das Café am Stuttgarter Hölderlinplatz hat Schränke und Kühlschränke für Lebensmittel aufgestellt, die kostenlos mitgenommen werden können.

Lebensmittel sind in Deutschland im Überfluß vorhanden, während Menschen anderswo auf der Welt hungern. Auch deswegen sollte man behutsam mit Nahrung umgehen und auf eine gerechte Verteilung hinarbeiten.

Tipps für Lebensmittelretter

Jede Verbraucherin und jeder Verbraucher kann selbst etwas dafür tun, weniger Lebensmittel zu verschwenden. Dies sind die Tipps aus der Broschüre „So viel du brauchst“ zur dritten Woche der Fastenaktion.


■ Überprüfen Sie, ob Sie Lebensmittel richtig lagern.

■ Verschaffen Sie sich einen Überblick, welche Lebensmittel in den nächsten Tagen aufgebraucht werden sollten.

■ Überlegen Sie, was in der nächsten Woche auf dem Speiseplan stehen soll. Essen Sie zuhause? Bekommen Sie Besuch? Kaufen Sie vorausschauend ein.

■ Schauen Sie im Supermarkt nach Produkten, deren Mindesthaltbarkeitsdatum demnächst abläuft und die darum günstiger verkauft werden.

■ Besuchen Sie im Internet die Seite www.foodsharing.de. „Foodsharing“ bedeutet „Lebensmittel teilen“. Dort können Sie überschüssige Lebensmittel abgeben – und welche mitnehmen.

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