Christliche Themen für jede Altersgruppe

Steuerbegrenzung ist möglich

Wer sehr viel Einkommensteuer bezahlt, dem kommen die evangelischen und katholischen Kirchen entgegen und begrenzen den Kirchensteuersatz. „Kappung“ wird dies in der Steuer-Fachsprache genannt. Die Kappung gibt es in nahezu allen Bundesländern. Sie wird je nach Bundesland automatisch (wie in Sachsen und Thüringen) vorgenommen oder wird auf Antrag (wie in Baden und Württemberg) gewährt. Nur in Bayern ist die Kappung der Kirchensteuer nicht möglich.

In Baden-Württemberg beläuft sich  der Kirchensteuersatz auf 8 Prozent der Lohn- und Einkommensteuer. Bei hohen Einkommen wird die Kirchensteuer auf einen bestimmten maximalen Prozentsatz des zu versteuernden Einkommens begrenzt. Der Satz liegt meist zwischen 2,75 und 3,5 Prozent. Die württembergische Landeskirche berechnet 2,75 Prozent, die badische Landeskirche 3,5 Prozent.

Nach Angaben des württembergischen Finanzdezernenten Martin Kastrup wirkt sich die Kappung erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 200?000 Euro steuermindernd aus. Mit der Kappung soll verhindert werden, dass Bezieher von sehr hohen Einkommen wegen der Kirchensteuer aus der Kirche austreten. Martin Kastrup weiß zwar, wer einen Antrag auf Kappung stellt, hat aber keine Information darüber, wieviel von den Frauen und Männern mit hohen Einkommen ganz normal Kirchensteuer bezahlen. Das fällt unter das Steuergeheimnis.

Außerdem gibt es eine Kirchensteuer-Reduzierung für Frauen und Männer, die nach einer Entlassung hohe Abfindungen erhalten. Billigkeitserlasse auf Abfindungen gibt es auch in der badischen Landeskirche. „Auf Antrag können wir die Hälfte der Kirchensteuer erlassen, die auf die Abfindung entfällt“, sagt Martin Maissenbacher, Bereichsleiter Kirchensteuer in der badischen Landeskirche. Schließlich bedeute der Verlust des Arbeitsplatzes sowohl eine wirtschaftliche als auch eine psychische und soziale Belastung.

In Baden gehen zwar jedes Jahr mehrere hundert Anträge auf Kappung der Kirchensteuer ein, doch nur ein Bruchteil der Steuerzahler erfüllt die Voraussetzungen dafür. Maissenbacher  schätzt, dass pro Jahr zwischen 30 und 40 Anträge genehmigt werden. Aus Württemberg gibt es dazu keine Zahlen.

Verhandelbar ist der Kirchensteuersatz übrigens nicht. Es gelten wie bei der Einkommensteuer ganz formale Regeln. Es soll schließlich niemand bevorzugt oder benachteiligt werden.

Auskunft beim kostenlosen Kirchensteuertelefon 0800-7137137.