Christliche Themen für jede Altersgruppe

Daheim und mittendrin!

Wie schafft man es , aus wenig Mitteln viel zu machen? Die Gemeinde Goldbach bei Crailsheim lebt das vor. Heiko Schwöbel ließ sich zeigen, wie die Kraft des gelebten Evangeliums eine ganze Gemeinde mitzureißen vermag.


Bild: privat

Die Gemeinde Goldbach

Die Gemeinde Goldbach bei Crailsheim war an die stetigen Wechsel der Pfarrerinnen und Pfarrer fast schon gewohnt. Die Pfarrstelle hier in Goldbach war eine sogenannte „unständige Pfarrstelle“. Aber vor 13 Jahren wurde dann endlich eine ständige Pfarrstelle mit 50% in Goldbach eingerichtet. Seither ist Pfarrerin Ursula Arend-Nonnenmann für die Gemeinde Goldbach zuständig. Zuständig? Im Gegenteil! Dabei und mittendrin ist sie. Das ist das Prinzip der Pfarrerin und ihrer Familie.

Mit knapp über 550 Mitgliedern ist die Gemeinde Goldbach zwar nur eine kleine Gemeinde. Aber die Anzahl und Intensität der Aktivitäten in der Kirchengemeinde ist beeindruckend: Wenn Frau Arend-Nonnenmann an Weihnachten zum Mitarbeiteressen der Kirchengemeinde einlädt, darf sie über 50 Personen bewirten. Die 14-täglichen Kindergottesdienste werden oft mit fast 25 Kindern gefeiert. An hohen Kirchenfesten ist die Kirche mit 180 Gläubigen rappelvoll. Ansonsten kommen zwischen 30 und 50 Gläubige regelmäßig in den Gottesdienst. Fast 70 Familien werden von den Singkreisen in der Adventszeit besucht. In der Tanzgruppe treffen sich wöchentlich zehn Frauen. Der Altenkreis unternimmt einmal im Monat einen Ausflug mit fast 40 Gläubigen. Buben- und Mädchen-Jungschar entfalten regelmäßig ihre Aktivitäten. Im Bärlestreff treffen sich Eltern mit ihren Kindern, die noch nicht im Kindergarten sind.

„Wie ich das alles mit einer 50%-Stelle schaffe?“, Frau Arend-Nonnenmann lächelt. „Ich mache das ja nicht alleine. Wir haben hier in der Gemeinde sehr viele ehrenamtliche Helfer. Sonst käme ich ja gar nicht zu meinen anderen Tätigkeiten, zum Beispiel in der Schule, im Kindergarten, zu Besuchen von Familien und der Vereinsarbeit.“ Das Geheimnis lautet: Andere zum Mittun bewegen!

Frau Arend-Nonnenmann erzählt von ihren Aktivitäten in den Vereinen im Dorf. Beim jährlichen Lichterfest im August feiert sie am Vormittag den Festgottesdienst im Festzelt. Danach geht’s ab zu ihrem Dienst an der Essenausgabe im Festzelt. Ihr Mann, Schuldekan in Crailsheim, zapft dabei dann das Bier. Selbstverständlich hilft die Familie auch beim traditionellen Metzelsuppenessen des ansässigen Sportvereins. Wenn die Feuerwehr feiert ist, die Pfarrerin auch aktiv. Klar, sie ist ja auch Notfallseelsorgerin bei der Feuerwehr. Große Feste, Vorträge, aufwändige Gottesdienste mit Tamtam und Tschingderassa bumm sind nicht das Ding der Goldbacher Pfarrerin. Dafür hätte sie bei ihrer halben Stelle und der Fülle der Gemeindearbeit auch zu wenig Zeit.

Auch die spektakuläre, Aufsehen erregende Tat ist nicht unbedingt in ihrem Sinne. Danach gefragt, was denn dann ihre Gemeindearbeit auszeichnet, sagt Frau Arend-Nonnenmann nach kurzer Überlegung: „Gar nichts, außer, dass ich immer versuche, Mensch zu sein und immer alles zu tun, was im Moment hier und heute mir möglich ist.“ Sie macht eine Pause. „Ich glaube, das spüren die Menschen.“ Und deshalb machen sie mit. Übrigens gilt das nicht nur für die Pfarrerin. Ihr Mann ist im Ortschaftsrat und leitet den Beerdigungschor der Gemeinde. Das Motto der Familie ist „Gemeinde sein heißt, dabei sein“. Und dies überträgt sich auf die Menschen in Goldbach. Mit ein wenig Stolz ergänzt die Pfarrerin der lebendigen Gemeinde: „Ich kenne die Menschen hier. Ich weiß fast von allen Türen, wer dahinter wohnt. Mit fast allen Stärken und Schwächen.“ Und das nicht aus Neugier sondern aus dem Antrieb: „Wir möchten, dass alle in der Kirchengemeinde Heimat finden – und eine Gemeinschaft besonderer Art. Unsere Gemeinde ist vielfältig – Gemeinde sind wir alle. Aber trotz aller Unterschiede verbindet uns die Botschaft Jesu Christi“.

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