Christliche Themen für jede Altersgruppe

Als Christen berufen

Bibelstelle: 1. Petrus 1, 13-21

Darum umgürtet eure Lenden und stärkt euren Verstand, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch dargeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi. Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, in denen ihr früher in eurer Unwissenheit lebtet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben (3. Mose 19,2): »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.

« Und da ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden richtet nach seinem Werk, so führt euer Leben in Gottesfurcht, solange ihr hier in der Fremde weilt; denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid (…), sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. 

Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt war, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

Thomas StuhrmannAls Christen berufen von Pfarrer Thomas Stuhrmann (Ev. Kirchengemeinde Abstatt)

Noch 100 Tage! Dann ist es soweit: An den Autos werden wieder schwarz-rot-goldene Fähnchen hängen und alle Augen werden auf Russland gerichtet sein, wenn unsere Weltmeister auflaufen. Dort zu spielen ist kein Heimspiel. Es ist ein fremdes Land und fremder Boden. Aber wir werden ihnen zujubeln, sie anfeuern und natürlich darauf hoffen, dass sie uns keine Schande machen. „Gebt euer Bestes, Jungs! Und holt uns den Pokal nach Hause!“ 
Sein Bestes geben. Alles zu tun, damit die anvertraute Aufgabe auch gelingt.

Da sind wir ganz nah bei dem, was uns die biblische Botschaft für den Sonntag Okuli ans Herz legt. Die Bibel nennt das „Heiligung“. „Lebe heilig, gib für Gott dein Bestes und mache ihm keine Schande!“ Als Christen sind wir in Gottes „Mannschaft“ berufen worden. Der 1. Petrusbrief beschreibt das so: Durch die Gnade, die uns durch Jesus Christus angeboten wurde, hat er uns dazu auserwählt, dass wir zu ihm und seiner „Mannschaft“, ja zu seiner Familie, gehören dürfen. Für einen Fußballer bedeutet es die höchste Ehre, wenn er für den Kader der Nationalmannschaft auserwählt wird. Sollte Gottes Wahl, sich für uns zu entscheiden, etwa weniger wert sein? Erst recht, wenn wir uns dabei bewusstwerden, dass nicht unsere Leistung, unser Talent oder unsere Taten uns zu „Christen“, also Mitspielern in Gottes Mannschaft, gemacht haben. Es war sein Sohn, der uns da „reingebracht“ hat. Weil er sein Bestes gab. Weil er heilig war. Und sein Blut uns erlöst und vor Gott heilig gemacht hat. Darum sind wir für ihn so wichtig und wertvoll, dass er uns für seinen „Kader“ auserwählt hat. 

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Was aber bedeutet das für unser Leben? Für unser Denken und unser Handeln? Der dritte Sonntag in der Fastenzeit macht uns bewusst: Christsein hat etwas mit Nachfolge zu tun. Als Christen hat uns Gott konkrete Aufgaben anvertraut. Aufgaben, die nur geschafft werden, wenn wir als Mannschaft spielen – in der Gemeinschaft mit anderen Christen. Nur so gelingt es, Menschen für die frohe Botschaft von Jesus Christus zu gewinnen, Kranken beizustehen, Armen zu helfen, Trauernde zu trösten, die Schöpfung zu bewahren und dabei Gottes Reich zu bauen. Denn als Gottes auserwählte Mannschaft tragen wir eine Hoffnung in uns! Eine Hoffnung, die uns von Jesus anvertraut wurde, und uns die Kraft gibt, trotz der vielen Probleme und Nöte dieser Welt und den Begrenzungen unseres eigenen Lebens darin bestehen zu können: Wer zu Christus gehört, hat eine neue Heimat. Eine Heimat bei Gott. Das Leben hier, so schön oder schwer es auch sein mag, ist nur eine Durchgangsstation. Ein fremdes Land und fremder Boden, so wie die Stadien, in denen unsere Nationalelf ihre Spiele absolvieren wird. Unsere Heimat aber ist nicht die Erde, auch nicht Deutschland. Unsere Heimat ist der Himmel. Darum brauchen wir auch keine 100 Tage mehr zu warten. Unsere Augen (lateinisch Okuli) sind auf Christus gerichtet. Schon in 29 Tagen werden wir es sehen und singen und feiern. Dann ist Ostern. Der Tag, an dem Jesus den Tod besiegt und das Leben für uns alle gewonnen hat.

Gebet

Aller Augen warten auf dich, Herr,

so betete schon David, 

der Hirtenjunge, den du zum König erwählt hast.

Auch wir warten auf dich, Herr. 

Komm mit deiner Liebe, 

schenke uns deine Kraft, 

damit wir tun, was du uns geboten hast.

Amen