Christliche Themen für jede Altersgruppe

Befreit zum Neuanfang - Impuls zur Predigt

1. Thessalonicher 5,1-6 Von den Zeiten aber und Stunden, Brüder und Schwestern, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: „Friede und Sicherheit“, dann überfällt sie schnell das Verderben wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entrinnen. Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.

Befreit zum Neuanfang

Impuls zum Drittletzten Sonntag des Kirchenjahrs: 1. Thessalonicher 5,1-6.

Steffi Gauger ist Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Bissingen/Enz. Foto: MCK

Steffi Gauger ist Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Bissingen/Enz. Foto: MCK„Mir kann das nicht passieren.“ Wann haben wir das zuletzt gedacht? Vielleicht als wir in den Faschingsferien Bilder im Fernsehen gesehen haben von Krankenhäusern in China und Italien. Krankheit, Krisen, Armut und Existenznöte – ja, natürlich gibt’s die. Die Medien sind voll davon. Ereignisse, die andere betreffen. Weit weg von uns. Es ist schlimm, was da passiert. Man möchte nicht in deren Haut stecken. Und dann ändert sich auf einmal die eigene Situation. Ganz plötzlich geschieht etwas, was den Grund, auf dem wir selbst stehen, ins Wanken bringt. Jemand aus der Familie wird krank. Die Tochter verliert den Arbeitsplatz und ihr Einkommen. Ein geliebter Mensch stirbt. Eine lange Freundschaft zerbricht. Was so fern schien, rückt einem auf den Leib. Was so selbstverständlich war, zerrinnt einem in den Fingern.

Das Leben ist zerbrechlich. Und wir haben es nicht wie einen Besitz. Es ist nur geborgt. Irgendwann müssen wir es zurückgeben. Das wird einem in solchen Situationen besonders bewusst. Die Frage ist, was machen wir mit dieser Erkenntnis? Können wir sie für unser Leben nutzen und wenn ja, wie? „Ihr gehört nicht zu denen, die im Dunkeln tappen und ahnungslos von den Ereignissen überfallen werden. Oder sich am liebsten betäuben und nichts wissen wollen. Ihr seid Kinder des Lichts. Lasst uns wachen und nüchtern sein“. Was bedeutet dieses „Wachen und Nüchtern Sein“? Kann man sich auf das Unerwartete vorbereiten? Sicher nicht in dem Sinne, dass man nur „mit angezogener Handbremse“ lebt. Und morgens schon aufwacht mit der Sorge, welche Katastrophe könnte heute mein Leben ereilen. Das Leben ist viel zu kostbar dafür. Aber heilsam ist, hin und wieder innezuhalten und zu überlegen: Was mache ich mit diesem kostbaren Leben, das irgendwann einmal zu Ende geht? Was soll die Bilanz meines Lebens sein? Und welche Konsequenzen hat das für mich jetzt?

Was mache ich mit diesem kostbaren Leben?

Wir brauchen Zeit und Raum, um so fragen zu können. Und es kostet ganz schön viel Mut. Denn damit nehme ich ja auch Schmerzliches in den Blick. Auch die Situationen, in denen ich gescheitert bin, in denen ich hinter meinen Möglichkeiten zurückgeblieben bin. Das Besondere ist, dass wir im Licht der Liebe Christi diesen mutigen Blick wagen können. Er geht mit – auch in die Tiefe. Seine Liebe macht uns zu Kindern des Lichts. Befreit uns, wach und nüchtern zu sein. Da mag einer entdecken, dass er sich immer in die Arbeit geflüchtet hat. Dass er nicht ehrlich war gegenüber sich selbst und seiner Familie. Eine andere erkennt, „Mein Haus. Mein Auto. Mein Boot“ ist doch nicht wirklich die Erfüllung. Ich habe eine Frau kennengelernt, die sich in der Arbeit mit Geflüchteten engagiert. Sie sagt: „Ich habe immer für Geld und den wirtschaftlichen Aufstieg gearbeitet. Das kann nicht alles gewesen sein. Ich will in meinem Leben noch etwas anderes“.

 Un-möglich. Foto: Kathleen Bergmann, PixabayFoto: Kathleen Bergmann, Pixabay

Gebet

Gott, Vater im Himmel, wir haben das Leben nicht in der Hand.

Es kommt von Dir.

Aber Du hast uns ausgestattet mit vielen Möglichkeiten.

Hilf, dass wir sie nutzen.

Und lass uns nicht verzweifeln an unseren Grenzen.

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