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Die gelben Hefte - Bibel Comic Klassiker

Die Comicreihe „Die Bibel im Bild“ ist ein echter Klassiker. Die bildliche Darstellung der Geschichten aus dem Alten und dem Neuen Testament hat seit den 70er-Jahren viele Kinder und Jugendliche begeistert. Eine prägende Erfahrung auch für das spätere Bibellesen.

Berg Sinai. Foto: Tlotkim, pixabay Berg Sinai. Foto: Tlotkim, pixabay

Mose ist Charlton Heston. Diese Entdeckung machte ich vor einer Weile, als ich den Film „Die zehn Gebote“ von 1956 ansah. Das ist erst einmal nichts Ungewöhnliches, da Charlton Heston in dem Film Mose spielt. Ungewöhnlich war eher, dass ich erkannte: Beim Bibellesen hatte ich schon seit Jahrzehnten Charlton Hestons Mose vor Augen gehabt, lange bevor ich überhaupt den Film gesehen habe. Denn er sah im Film aus wie Mose in den Comics.

Graue Haare und grauer Bart, die harten Gesichtszüge und vor allem das rot-schwarz gestreifte Gewand: bis in die Details hinein ähnelte der Mose im Film dem Mose, den ich als Kind in den gelben Heften gesehen habe. Den „Bibel im Bild“-Heften. Entstanden sind sie in den 70er-Jahren, 20 Jahre nach „Die zehn Gebote“.

Die gelben Hefte im A5-Format haben für mich – aufgewachsen in den 90er-Jahren – einen besonderen Stellenwert. Immer wieder habe ich sie in die Hand genommen und wusste so schon als Kind gut über biblische Geschichten Bescheid. Bis heute geht es mir nicht nur bei Mose so, dass ich beim Lesen der „echten“ Bibel oft die Figuren aus den Comics vor Augen habe.

Auf dem ersten Band der Comicreihe ist Mose zu sehen, wie er im Zorn die Gesetzestafeln zerstört. Cover: Deutsche BibelgesellschaftAuf dem ersten Band der Comicreihe ist Mose zu sehen, wie er im Zorn die Gesetzestafeln zerstört. Cover: Deutsche Bibelgesellschaft

Geschaffen haben die „Picture Bible“, wie sie im Original heißt, die US-amerikanische Autorin Iva Hoth und der Illustrator André LeBlanc in den 70er-Jahren. LeBlanc war ein erfahrener Comic-Zeichner, der unter anderem an der legendären Abenteuercomic-Reihe „Flash Gordon“ beteiligt war. Diesen Stil merkt man den Zeichnungen der Bibelcomics deutlich an. In Deutschland bringt die Deutsche Bibelgesellschaft mit Sitz in Stuttgart die Comics seit Jahrzehnten heraus. Sie werden immer noch verkauft und von Kindern und Jugendlichen gerne gelesen, wenn nicht sogar „verschlungen“.

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Dabei ist manches an der Reihe nicht ganz nachvollziehbar. So fand ich die Anordnung der Bände schon als Kind seltsam. Im ersten Band („Der Berg bebt“) geht es um das Buch Exodus. Es folgen bis zum neunten Band alle späteren Bücher des Alten Testaments, lose in der Reihenfolge, die sie auch in der Bibel haben. Dann, in Band Zehn und Elf, springt alles auf Anfang und es werden die Geschichten aus der Genesis erzählt, von der Schöpfung bis Josef.

Geschichten, wo es zur Sache geht

Die folgenden vier Bände erzählen aus dem Neuen Testament. Warum geht die Reihe von Mose bis Maleachi, und dann werden Adam bis Josef zwischengeschoben und erst danach geht es mit Jesus weiter? Klar wurde mir das nie ganz. Vielleicht ja, damit aufs Titelblatt des ersten Bands der Charlton-Heston-Mose kann, wie er mit Blick auf das Goldene Kalb zornig die Gesetzestafeln zerstört.

Auch innerhalb der Bände verwundert manche Entscheidung. So bekommt der Prophet Jesaja gerade mal drei Seiten, Hesekiel nur sechs – trotz ihrer umfangreichen Bücher in der Bibel. Letztlich hat es wohl damit zu tun, welche Geschichten sich am besten in Bildform darstellen lassen. Da gewinnen dann eher die Bücher, in denen weniger sinniert wird, sondern mehr passiert. Wo es zur Sache geht.

Das ist auch vollkommen in Ordnung. Wenn Gideon und seine 300 Mann den Berg hinabstürmen, wenn Simson mit Eselskinnbacken in der Hand unter den Philistern wütet, wenn Elia im Wettstreit mit den Baalspriestern Gottes Feuer vom Himmel herabruft, wenn das Menetekel an Belsazars Wand erscheint und wenn Jesus und Petrus von Wellen umtost auf dem Wasser stehen, dann ist das bestes Abenteuercomic-Material. Tatsächlich ist die Reihe darin besonders gut, die Brutalität der Bibel – vor allem in den Schlachten und Zerstörungen im Alten Testament – nicht einfach wegzulassen. Sie gehört nun einmal dazu. Die Comics stellen sie bildlich dar. Ohne dabei so heftig zu werden, dass man als Kind Alpträume bekommt. □

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