Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Seele lebt weiter - Leben nach dem Tod

Juden, Christen, Muslime, Buddhisten und Hinduisten verbindet unter anderem die Vorstellung, dass nach dem Tod eines Menschen das Leben nicht einfach zu Ende ist. In allen fünf Weltreligionen wird an ein Leben nach dem Tod geglaubt. Wie das aussieht, darüber gehen die Vorstellungen allerdings teilweise stark auseinander.

Himmelsleiter. Foto: Gerd Altmann, pixabayHimmelsleiter. Foto: Gerd Altmann, pixabay

Judentum

In der jüdischen Religion liegt der Fokus stark auf dem Diesseits und der auf der Erde erfahrenen Verbundenheit mit Gott. Dennoch gibt es im Judentum auch Jenseitsvorstellungen und den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Im wichtigsten jüdischen Gebet, dem Achtzehnbittengebet, heißt es: „Gelobt seist du Ewiger, der die Toten wieder belebt.“

In der hebräischen Bibel gibt es nur wenige Andeutungen, wie das Leben nach dem Tod aussieht. Es gibt jedoch verschiedene Auffassungen, was mit den Gläubigen nach dem Tod passiert. Unter anderem die, dass es nach Abhaltung des Jüngsten Gerichts direkt weitergeht.

Eine andere Vorstellung ist, dass alle Toten gemeinsam auferstehen und sich dem Gericht stellen müssen. Am Ende der Zeit soll der Messias nach Jerusalem kommen, den Tempel wieder aufrichten und das Land von der Fremdherrschaft befreien. Daher lassen sich Juden gerne in Jerusalem beerdigen.

Jude. Beten. Foto: 777jew, pixabayKreuz, Symbol. Foto: pixabay

 

 

 

Foto: 777jew, pixabay / congerdesign, pixabay

Christentum

Die Vorstellung, dass Menschen nach dem Tod auferstehen, ist vom Judentum ins Christentum übergegangen. Christliche Glaubensbekenntnisse sprechen explizit von der Auferstehung der Toten und dem ewigen Leben bei Gott. In den Evangelien wird berichtet, dass Jesus Christus nach seinem Tod am Kreuz auferstanden ist.

In der modernen Theologie dominiert die Überzeugung, dass der Mensch beim Übergang vom Leben zum Tod Gott begegnet. Wie Jesus werden die Menschen durch die göttliche Kraft des Geistes auferweckt. In der Bibel gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, ob nach dem Tod Seele und Körper getrennt werden. Viele Theologen haben sich mit dieser Thematik beschäftigt. Etliche kamen zu dem Schluss, dass der Körper und die unsterbliche Seele sich voneinander trennen und Gott beim Jüngsten Gericht über die Seele richten wird. Die Gerechten werden durch ihren Glauben leben. In der Bibel wird der Himmel als ein Ort des ewigen Friedens beschrieben, in dem es kein Leid, kein Geschrei und keine Mühsal mehr gibt (Offenbarung 21,4).

Islam

Muslime hoffen ebenfaMuslima. Schleier. Islam. Gerd Altmann, pixabaylls darauf, dass sie nach dem Tod in die Nähe Gottes kommen. Nach dem Ableben einer Person tritt diese in eine andere Ebene des Lebens über. Der Todesengel Izrail trennt dabei Körper und Seele voneinander. Die Seelen der Menschen, die Gutes getan haben, werden von Izrail in die sieben Himmel vor Gott gebracht. Dort werden Seele und Körper wieder vereint und sie gelangen in einen Zwischenbereich.

Muslima. Schleier. Islam. Gerd Altmann, pixabay

Wer Schlechtes getan hat im Leben, wird vom Engel nur in den ersten Himmel gebracht. Dort werden Körper und Seele ebenfalls wieder zusammengebracht, müssen dort jedoch abwarten.

Am Jüngsten Tag werden die Toten auferweckt und Gott zieht die Muslime zur Rechenschaft. Ihre guten und schlechten Taten auf der Erde werden gegeneinander aufgewogen. Sie müssen über eine Brücke gehen, über die sie entweder ins Paradies gelangen oder in die Hölle abstürzen. Im Islam darf der Körper eines Verstorbenen nicht verbrannt werden, da Leib und Seele vereint vor dem Jüngsten Gericht erscheinen müssen. Auch im Judentum gibt es keine Feuerbestattung.

Hinduismus

Typisch für den Hinduismus ist der Glaube an einen Kreislauf aus Tod, Seelenwanderung und Wiedergeburt. Das Leben als Hindu ist also nicht durch die Geburt und den Tod beschränkt.

In der frühen Phase des Hinduismus gibt es den Glauben an ein Jenseits für die guten Menschen und eine Art Hölle für die Bösen. Heute dominiert die Vorstellung von Samsara, dem Rad der Wiedergeburten den Hinduismus. Die Seele eines Lebewesens geht nach dem Tod in einen anderen Körper über. Das Karma entscheidet darüber, ob die Seele in den Körper eines Menschen, eines Tiers, einer Pflanze oder eines Einzellers übergeht. Das Karma ist die Summe von positiven und negativen Taten, aber auch Gedanken, Absichten und Sehnsüchten. Es wird im Laufe des Lebens erworben.

Hindusimus.Foto: adobe stock/ nyiragongoFoto: adobe stock/ nyiragongo

Yama, der mächtigste Totengott, beurteilt das Karma nach dem Tod und fällt das Urteil, in welchen Körper die Seele wiedergeboren wird. Wer ein hohes Karma hat, wird in einen „besseren“ Körper wiedergeboren. Gutes oder schlechtes Karma entscheidet auch darüber, wie schnell eine Seele wiedergeboren wird.

Hindus streben danach, als Mensch wiedergeboren zu werden. Denn nur so können sie den Zirkel der Wiedergeburten durchbrechen und Moksha erreichen. In Moksha geht die Seele vollständig im Absoluten auf. Das können Hinduisten über vier Wege erreichen: den Weg der Gottesliebe, den Weg des Wissens, den Weg der selbstlosen Tat und den Weg der Gedankenarbeit und der Meditation.

Buddhismus

Die Vorstellungen, was nach dem Tod passiert, ist im Buddhismus ähnlich wie im Hinduismus. Auch im Buddhismus wird daran geglaubt, dass die Gläubigen nach dem Tod wiedergeboren werden. Der Geist eines Menschen verlässt den Körper und sucht sich je nach Höhe des Karmas einen neuen.

Für die Buddhisten ist die Vorstellung der Wiedergeburt jedoch eine schreckliche Vorstellung, da sie immer wieder in den Kreislauf der Ewigkeit hineinkommen. Sie streben deshalb danach, so viel positives Karma zu erwerben, dass sie den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen können und ins Nirwana eintreten dürfen.

Buddha. Foto: Vow, pixabayBuddha. Foto: Vow, pixabay

Das Nirwana ist das Nicht(mehr) sein, eine Auflösung, die von Buddhisten als Zustand des höchsten Glücks angestrebt wird. Für Buddhisten ist das jedoch sehr schwer zu erreichen. Denn dafür müssen sie sich von allen Emotionen und Gefühlen – sowohl negativen als auch positiven – lösen und sich ganz auf die Geistigkeit konzentrieren. Das üben Buddhisten durch die Meditation.

Buddhisten glauben außerdem daran, dass sich das Bewusstsein zwischen dem Tod und der Reinkarnation bis zu 49 Tage in einer Art Zwischenraum befindet. Je höher das Karma des Verstorbenen ist, desto kürzer ist sein Aufenthalt im Zwischenraum.