Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gelobt sei Gott

Epheser 1,3-6  Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe; er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. 

Klaus Anthes ist Pfarrer in KupferzellImpuls zum Predigttext für den Sonntag Trinitatis: Epheser 1,3-14.  Von Klaus Anthes

„Gelobt sei Gott“ – mit dieser Formel beginnen im jüdischen Gebetbuch viele Segenssprüche, mit denen Gott eigentlich immerzu, vom Morgen bis zum Abend, in Alltag und Festtag, gelobt werden kann. „Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, Gebieter der Welt, du hast alles geschaffen, was ich brauche“, heißt ein Lobspruch am Morgen. Wer Brot isst, sagt: „Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, Gebieter der Welt, du lässt die Erde Brot hervorbringen.“ Wer das Glück hat, eine gute Frucht oder gute Gewürze zu riechen, spricht: „Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, Gebieter der Welt, du hast wohlriechende Kräuter geschaffen.“ Es gibt Lobsprüche für den Anblick des Meeres, für die Besteigung eines Berges, das Hören von Donner, für die Begegnung mit einem weisen Menschen oder die Rettung aus Not. Mit den Berachot – den kurzen Lobversen – wird der Glaube an Gott in den Alltag hineingeholt. Jeder blühende Baum, jede wohlriechende Salbe, jede erfreuliche Begegnung kann zu einem Zeichen für Gottes segnende und heilende Zuwendung werden. Durch das Lob Gottes erhalten Morgen und Abend, Brot und Salbe, Gespräch und Begegnung einen Wert, den sie ohne das Lob nicht hätten. Das Leben wird wertvoller durch das Lob.

„Gelobt sei Gott“ – auch der Epheserbrief beginnt mit einem Lob Gottes. Bevor der Brief auf Schwierigkeiten und Herausforderungen zu sprechen kommt, die es in der Gemeinde zu bewältigen gibt, wird Gott ausführlich gelobt. Überschwänglich wird Gott für das Heil und den Segen gelobt, der im Himmel seinen Ausgang nimmt und sich von dort wie ein strömender Regen über die Welt ergießt. Voller Liebe und Gnade ist Gott. Das zeigt er in seinem Wirken als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Mitreißend und begeisternd ist Gott. Seine Liebe behält er nicht für sich, sondern lässt sie überfließen in die Welt und macht Menschen überall, wo es ihm gefällt, zu seinen Kindern.

 Selbst in der Zelle einer römischen Polizeikaserne, in der der Epheserbrief nach eigenem Bekunden geschrieben wurde, ist es möglich, Gott zu loben. Die Liebe und Gnade Christi fallen wie ein Regen auf das Land und dringen durch jede Ritze und bis in die hinterste Gefängniszelle vor. Zumindest der Verfasser des Epheserbriefes geht davon aus, dass man auch an dunklen Orten, wie einem Gefängnis, Gott loben kann und dass dadurch etwas vom Himmel auf Erden zu spüren ist.

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„Gelobt sei Gott.“ Mit dem Loblied aus dem Epheserbrief steht auch das Trinitatisfest, das wir am Sonntag feiern, ganz unter der Überschrift von Lob und Anbetung Gottes. Das passt gut zu der Scharnierfunktion, die dem Sonntag Trinitatis im Kirchenjahr zukommt. Auf der einen Seite bündelt der Sonntag im Bekenntnis zum dreieinigen Gott die erste Hälfte des Kirchenjahres mit den großen heilsgeschichtlichen Festen Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Auf der anderen Seite eröffnet der Sonntag Trinitatis die zweite Hälfte des Kirchenjahres und gibt den folgenden 23 Sonntagen den Namen. Das Lob Gottes, das Lob von Vater, Sohn und Heiligem Geist, ist die größte und wichtigste Aufgabe der Gemeinde. Bevor an den 23 folgenden Sonntagen im Kirchenjahr ganz unterschiedliche Fragen und Probleme bedacht werden, soll im Lob Gottes Grund und Ziel der christlichen Hoffnung besungen, bejubelt und bestaunt werden: die überschwängliche Liebe und Gnade Gottes, die er in Jesus Christus und durch den Heiligen Geist überreichlich ausgegossen hat über alle Welt. Alles Ringen um gesellschaftliche Fragen und kircheninterne Herausforderungen wird am Sonntag Trinitatis auf den zweiten Platz verschoben. Auf dem ersten Rang stehen Beifall und Lob für Gott. 

Gebet für Sonntag

Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet,der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet.Denke daran, was der Allmächtige kann,der dir mit Liebe begegnet. 

Aus dem Evangelischen Gesangbuch, Nr. 316, Strophe 4