Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gipfel-Erlebnisse - Impuls zur Predigt

2. Petrus 1,16-18 Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

 

Gipfel-Erlebnisse

Impuls für den letzten Sonntag nach Epiphanias: 2. Petrus 1,16-19(20-21).

Von Frank Dettinger

Frank Dettinger ist Pfarrer in Markgröningen.

Frank Dettinger ist Pfarrer in Markgröningen. Foto: PrivatBedingt durch die Pandemie-Krise liegt bei vielen der letzte Urlaub schon länger zurück. Wegfahren, auch wenn es nicht weit sein muss, das tut gut. Tapetenwechsel, besondere Zeiten, Höhepunkte im Jahr. Auch wenn dies länger zurückliegen mag, zehren wir Menschen auch von Vergangenem. Ein besonderes Erlebnis, das mir wieder in Erinnerung kommt, kann noch die gleichen angenehmen Gefühle wecken wie dieses Erlebnis damals.

Die Christen, die den 2. Petrusbrief seinerzeit als Erste zu lesen bekamen, lebten in Herausforderungen. Sie hatten es schwer, in der Vielfalt der verschiedenen Lehren Klarheit zu finden. Zudem kam Jesus nicht, wie sie erwartet hatten, zum Gericht und zum Ende der Welt. Zweifel am Glauben konnten sich unter diesen Herausforderungen bemerkbar machen. Es stand im Raum, ob die Jünger gar nur „ausgeklügelten Fabeln“ gefolgt waren?

Der Autor dieses Briefes will vor diesem Hintergrund Zuversicht wecken, indem er auf eine bestimmte Überlieferung anspielt. Damals hat Jesus die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes auf den Gipfel geführt (Matthäus 17,1-9). Auf dem Berg der Verklärung sahen sie Jesus so wie nie zuvor. Sie erkannten seine Göttlichkeit und durften sich ihres Glaubens gewiss werden.

Solche Höhepunkte im Leben beziehungsweise Glaubensleben sind wichtig. Sie geben Kraft für Zeiten, die durch Täler führen. Gott schenkt solche Gipfel-Erlebnisse – für die Jünger damals, für die Christen des 2. Petrusbriefs und für uns heute. Der Glaube gründet nicht auf „ausgeklügelten Fabeln“, sondern auf der Wirkung von Gottes Geist, der auf Gipfel zu führen vermag. Vielleicht ein schöner Gottesdienst, an den ich mich immer noch erinnere. Vielleicht ein Gespräch über den Glauben, das ein Schlüsselerlebnis für mich war. Vielleicht eine Gemeinschaftserfahrung, vielleicht das Lesen einer Stelle in der Bibel oder in einem anderen Buch, vielleicht auch ein Erlebnis in der Natur.

Gott schenkt Gewissheit

Im Zweifel ist es ein Geschenk, an frühere Gipfel-Erlebnisse zurückzudenken. Im Zweifel des Glaubens kann schließlich eben das das Wirken des Geistes sein, dass ich mich zurück erinnere an Zeiten und Erfahrungen, als mir gewiss vor Augen stand, wer Jesus ist. „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ So hörten die Jünger auf dem Berg die Stimme Gottes. Gott schenkt Gewissheit in manchen Gipfel-Erlebnissen meines Glaubenslebens.

Dann aber geht es oft wieder in den Alltag, in die Täler des Lebens. Das ist nicht nur beklagenswert. Jesus selbst schickt seine Jünger auch wieder vom Berg hinunter, zurück zu ihren Aufgaben, in den Alltag. Sie sollen keine Hütten bauen, nicht sesshaft werden im schönen Erleben des Höhepunkts, was sie so gerne möchten (Matthäus 17,4).

Den Alltag darf und soll es geben, auch den Glaubens-Alltag. Und darin sollen uns die Erinnerungen an die Höhepunkte stärken und zu neuer Gewissheit werden. □

 

Foto: Joshua Earle/Unsplash; Zermatt, SchweizFoto: Joshua Earle/Unsplash; Zermatt, Schweiz

 

Gebet

Guter Vater, führe uns auf Berge, lass uns Gipfel erleben,

aber schenk uns zugleich eine Heimat im Alltag.


Lege Schätze der Erinnerung in unser Herz,

und lass sie uns entdecken, wenn wir sie suchen.


Amen.

 

Frank Dettinger ist Pfarrer in Markgröningen.

Meinungsumfrage

Wollen Sie die Sommer- oder die Winterzeit behalten, wenn es keine Zeitumstellung mehr gibt?

Ergebnis anzeigen