Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gott ist für den Frieden - Impuls zur Predigt

Jeremia 29,7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.

Gott ist für den Frieden

Impuls für den 21. Sonntag nach Trinitatis: Jeremia 29,1.4-7(8-9)10-14.

Von Lucie Panzer

Lucie Panzer ist Pfarrerin der württembergischen Landeskirche im Landespfarramt für Rundfunk und Fernsehen. Foto: Privat

Lucie Panzer, Pfarrerin im Landespfarramt für Rundfunk und Fernsehen. Foto: Privat„Was in der Kirche gepredigt wird, ist zu politisch!“, schreibt mir manchmal jemand, „kein Wunder, dass die Menschen aus der Kirche austreten. Die Kirche ist für die Seele zuständig, nicht für die Politik.“ „Was in der Kirche gepredigt wird, ist zu unpolitisch und zu fromm!“, schreiben andere, „kein Wunder, dass so viele aus der Kirche austreten. So eine belanglose Kirche braucht niemand.“ Ja, was denn nun, denke ich dann manchmal. Man kann es wirklich niemandem recht machen. Da erinnert mich der Prophet Jeremia, was für Gott recht ist. Für ihn gehört anscheinend beides zusammen. Die Menschen sollen sich einsetzen, dass man da, wo sie jetzt wohnen, gut leben kann. Alle! Jeremia schreibt an Menschen, die in einem fremdem Land leben. Sie sollen sich beheimaten und sich nicht abgrenzen. Ich finde das sensationell. Fremde sollen sich integrieren zum Wohl ihrer Stadt. Dazu müssen sie eine Chance bekommen, dann kann das Miteinander gut werden.

Sie sollen auch für ihre Stadt beten, schreibt Jeremia den Landsleuten im fremden Land. Beten, wie sie es auch in ihrer alten Heimat getan haben. Zu ihrem Gott. Sie sollen ihre Herkunft und ihre Wurzeln nicht vergessen. Das ist für Jeremia genauso wichtig.

In meiner Gemeinde in Stuttgart beten wir seit sechs Jahren für den Frieden. Jeden Montagabend. Angefangen haben wir während des Ukrainekriegs. Und wir sehen: Immer wieder und immer neu gibt es Anlass, für den Frieden zu beten. Verhindert haben unsere Gebete für den Frieden wohl keinen Krieg. Sie haben auch kein Problem gelöst. Aber sie haben mir und den anderen Mut gemacht. Wir erinnern uns gegenseitig, dass Gott für den Frieden ist. Gewalt und Krieg vernichten Leben. Und Gott ist ein Freund des Lebens.

Wir sind nur ein kleiner Kreis, der sich montags regelmäßig zum Beten trifft. Aber zählt nicht gerade in dieser Zeit so ein Tun? Vielen scheint nicht mehr wichtig, was in den Kirchen geschieht. Aber hier kann man sehen, dass Christen sich für den Frieden engagieren. In ihrem Alltag und für ihre Stadt, indem sie beten.

Glauben, Beten und Handeln gehören zusammen

Vor gut 30 Jahren haben die Christen in Leipzig das auch gemacht. Offensichtlich hat sich das damals herumgesprochen. Und es war für die Menschen so einleuchtend und ermutigend, dass sich immer mehr zum Beten trafen. Nach dem Gebet protestierten sie auf der Straße. Und irgendwann ist es passiert. Im November 1989 ging das Unrechtssystem der ehemaligen DDR zu Ende. Ohne Gewalt.

Glauben, Beten und Handeln gehören zusammen. Keines davon geht allein. In unserem Glaubensbekenntnis wird die Kirche „Gemeinschaft der Heiligen“ genannt. Sie ist die Versammlung der Menschen, die zu Gott gehören. „Heilig“ ist, was zu Gott gehört. Wir alle, die wir uns in den Kirchen und Gemeinden versammeln, sind also Heilige. Wenn die katholischen Christen am 1. November „Allerheiligen“ feiern, könnten wir Evangelische das in diesem Sinne eigentlich mitfeiern. Wir feiern, dass sich bis heute Menschen versammeln, die mit ihren Gebeten und ihrem Handeln für den Frieden eintreten. Dafür sich einsetzen in ihrem Beruf, in ihren Familien, auch in der Politik: Das ist unsere Berufung als Christen. □

Sonnenaufgang. Foto: Arek Socha, PixabaySonnenaufgang. Foto: Arek Socha, Pixabay

Gebet

Gott, die Sache des Friedens und der Gerechtigkeit hast du uns ans Herz gelegt.

Gib uns die Stärke und den Mut, einzutreten für deine Welt.

Hilf uns deinen Schalom immer wieder zu erleben – auch schon hier mitten unter uns ‒ dass wir dadurch aufleben und Kraft schöpfen.

Gib uns Augen für deine Welt.

Amen.

Gebet nach Fritz Baltruweit

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