Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gott ist mitten unter uns - Impuls zur Predigt

5. Mose 30,11-12.14 Denn das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir’s hören und tun? Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

Gott ist mitten unter uns

Impuls für den 18. Sonntag nach Trinitatis: 5. Mose 30,11-14.

Von Martin Kreuser

Martin Kreuser ist Pfarrer in Dettenhausen im Kirchenbezirk Tübingen. Foto: Privat

 

Martin Kreuser, Pfarrer in Dettenhausen bei Tuebingen. Foto: PrivatÜber viele Generationen hinweg sind die Menschen in Israel Gott gegenüber immer wieder untreu geworden. Sie haben ihr Herz an andere Götter gehängt. Reichtümer anzuhäufen und ein ausgelassener Lebensstil waren ihnen wichtiger als Gottes Gebote. Sie hatten anderes im Sinn. Man war auf seinen eigenen Vorteil aus und verehrte, was Anerkennung versprach. Der Gott der Mütter und Väter geriet in Vergessenheit.

Das 5. Buch Mose, das Deuteronomium (wörtlich: das zweite Gesetz), markiert einen Neuanfang. Die Verfehlungen der Vergangenheit können Gott nicht davon abhalten, dass er seinem Volk ganz nahe kommt. Dabei lässt er sich nicht leiten von Zorn oder Enttäuschung, sondern startet einen neuen Anlauf aus seiner unergründlichen Liebe heraus. Gott will mit seinen Geschöpfen sein und nicht ohne sie. Er nimmt Wohnung unter den Menschen.

Gemeint ist wohl die große Selbstverständlichkeit, in der wir einen fairen Umgang miteinander pflegen. Wenn uns jemand nach dem Weg fragt, geben wir bereitwillig Auskunft. Wenn jemand hilflos am Boden liegt, halten wir an und kümmern uns. Kein Mensch mit Herz würde sich verweigern. Denn Gottes Wort ist ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. Gott lässt sich von unseren Untaten nicht davon abhalten, dass er unsre Nähe sucht. Aus Liebe zu den Menschen und aus Treue zu seinem einmal gegebenen Wort. Dabei kreisen die Weisungen Gottes alle um das Doppelgebot der Liebe: Gott lieben und meinen Nächsten wie mich selbst. Ist das schwer? Es kommt darauf an, dass wir uns dafür Zeit nehmen. Wir halten inne und danken Gott für alles Gute, das wir empfangen haben. Wir bringen vor ihn, was uns beschwert und wo wir in Not sind oder wo uns die Not der Welt zu schaffen macht. Er hört unsere Gebete.

Gott ist nahe

Dabei müssen wir nicht alles ausgelotet, alles verstanden oder alles durchmessen haben, was uns an Rätselhaftem auferlegt wird. Es reicht zu wissen: Gott ist nahe. Er weiß einen Weg für mich und ist bereit, ihn mit mir zu gehen. Dabei folgen wir dem Impuls, dass wir unserem Nächsten Gutes wünschen und Gutes für ihn tun. Auf dieser Lebenshaltung der doppelten Liebe liegt ein großer Segen. Diesen Segen erfahren auch unsere Glaubensgeschwister aus dem jüdischen Volk. Sie begehen an diesem Wochenende mit Tänzen und Gebeten den Feiertag Simchat Tora. Sie freuen sich, dass ihnen die Weisung (Tora) der fünf Bücher Moses gegeben wurde.

Gottes Wort ist uns ganz nahe gekommen in Jesus Christus. Mit ihm wird Gott selber unser Freund. Einer, der uns zur Seite steht und der helfen kann. Einer, der gefragt sein will und Rat weiß. Gott hat eine Vorstellung davon, wie unser Leben gelingen kann. Viele Menschen erfahren das, indem sie das tun, was ihnen gleichsam vor die Füße gelegt ist. Sie organisieren die notwendige Unterstützung für einen kranken Familienangehörigen. Sie statten einsamen Menschen einen Besuch ab. Sie nehmen sich der in der Not Geflüchteten an und legen ein Stück Weg mit ihnen gemeinsam zurück. Es kommt drauf an, dass wir uns nicht verschließen, sondern immer wieder neu lernen, auf die Stimme der Liebe zu hören. Es ist nicht schwer. Wir folgen der Regung unseres Herzens. Wir finden füreinander freundliche Worte. Das Selbstverständliche geht uns leicht von der Hand. Wir tun, was hilfreich ist. Und Gott ist da.

Herz Schloss. Foto: Miha Arh/UnsplashFoto: Miha Arh/Unsplash

 

Gebet

O Herr, lass uns dein Wort nicht dadurch vergeblich sein, dass wir es kennen und nicht lieben, dass wir es hören und nicht tun, dass wir ihm glauben und nicht gehorchen.

Öffne uns die Ohren und das Herz, dass wir dein Wort recht fassen.

Altes Kirchengebet, aus EG S. 414


Martin Kreuser ist Pfarrer in Dettenhausen im Kirchenbezirk Tübingen.

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