Christliche Themen für jede Altersgruppe

Mit Gott bekannt - Impuls zur Predigt

Hesekiël 34,15-16 Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der Herr. Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist.

 

Mit Gott bekannt

Impuls für den Sonntag Jubilate: Apostelgeschichte 17,22-34.

Von Martin Trugenberger


Martin Trugenberger ist Dozent für die Konfirmandenarbeit am Pädagogisch-Theologischen Zentrum in Stuttgart.

 

Martin Togenberger, Paedgagogisch-Theologisches-Zentrum Stuttgart. Foto: Privat„Glauben Sie, dass Gott die Welt erschaffen hat?“, fragt Nadine, eine von knapp 1600 Konfirmandinnen und Konfirmanden. Neugierig aufs Leben sind sie und darauf, was im Leben trägt. Das ist auch wahrzunehmen in ihren weiteren Fragen: „Was ist echte Freundschaft?“ „Wie ist das, wenn ich den Erwartungen anderer nicht entspreche?“ „Gibt es überhaupt Gott?“ „Wo kann ich ihn denn erfahren und spüren?“ „Wie kann Gott die großen und kleinen Katastrophen des Lebens zulassen?“ Wissbegierig und neugierig sind sie darauf, was ihre Gesprächspartner persönlich darüber denken und wie sie Glauben und Alltag zusammenbringen.

Neugierig und wissbegierig waren auch die Athener. Und so kommt Paulus mit ihnen ins Gespräch. Fromm sind sie dazu, halten sich an die althergebrachte Religion. Ängstlich sind sie, einen Gott oder eine Göttin zu erzürnen, weil man sie oder ihn beim falschen Namen nennt, bei aller Ehrerbietung vernachlässigt oder ganz vergisst. Darum erweisen sie auch dem „unbekannten Gott“ Verehrung. Paulus erkennt in der Religiosität der Athener ihre Unwissenheit.

Mitten auf dem Areshügel ergreift er das Wort. Er bringt Gott zur Sprache, wie wir ihn in den heiligen Schriften bezeugt finden. Paulus zeigt ihnen Ähnlichkeiten und Unterschiede zu ihrem Denken auf. So macht er die Athener mit Gott bekannt. Paulus spricht über Gott, der jedem Menschen nahe ist, der sich suchen und finden lässt. Derjenige, in und durch dessen gute Hände alles seinen Anfang genommen hat. Er lässt sich und sein liebevolles Wesen im menschlichen Antlitz Jesu Christi entdecken. Und alles wird schließlich in seinen guten Händen gehalten sein, weil er zurechtbringt, was Unrecht verkrümmt hat, und beurteilt, was ewigen Bestand hat oder vergehen darf. Doch zuvor weitet Gott mit dieser hoffnungsvollen Perspektive unseren Horizont, so dass wir uns darauf besinnen, wohin wir uns neu ausrichten können – auf Gottes Zuwendung, Achtsamkeit und Liebe. Eine Ausrichtung, die uns zugewandt, achtsam und liebevoll werden lässt – uns selbst, allen Geschöpfen und Gott gegenüber.

Gott, der jedem Menschen nahe ist

An den Konfirmationsfesttagen werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden auf ihre jeweilige Weise Gott zur Sprache bringen. Sie tun dies in unseren Kirchen, aber auch pandemiebedingt in Videostreamingkanälen, auf Plätzen und Straßen, in Festhallen und auf Sportanlagen. Sie nehmen uns mit und machen uns aufs Neue mit unserem Gott bekannt. Sie lassen uns durch die von ihnen erarbeiteten Beiträge teilhaben an ihren Fragen und an dem, was sie in unserem christlichen Glauben stark machen möchten. Sie zeigen dort, wo man sie lässt, welche klugen Gedanken und welche Kreativität in ihnen als mündige Christen stecken. Vielleicht rücken sie damit auch ein ums andere Mal unser Bild zurecht, das wir uns von Gott und seiner Welt gemacht haben.

Gemeinsam erinnern wir uns dabei an die Nähe Gottes, die er uns in der Taufe spüren lässt. Wir sprechen ihnen aus unserer Mitte heraus den Segen Gottes zu, der Leben wachsen lässt und bewahrt über alles Trennende hinweg, selbst über den Tod hinaus. Und wir bekräftigen, alle Generationen vereint, unseren Glauben, indem wir in ihr „Ja“ einstimmen mit unserem gemeinsamen Bekenntnis: „Ich glaube an Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde …“, so wie es einst Paulus gesagt hat. □

Der Herr segne dich. Foto: s-ms_1989, pixabayDer Herr segne dich. Foto: s-ms_1989, pixabay

Gebet

Zugewandter Gott, mit dir bekannt zu sein, lässt Leben gelingen.

Dankbar denken wir an die Menschen,

die uns mit unseren Fragen nicht alleine lassen

und dich zur Sprache bringen im Stillen,

in alltäglicher Betriebsamkeit und an den Festtagen des Lebens.

Amen.

 

Martin Trugenberger ist Dozent für die Konfirmandenarbeit am Pädagogisch-Theologischen Zentrum in Stuttgart.