Christliche Themen für jede Altersgruppe

Von Gott erhört

1. Samuel 2,1–2.6–8  Hanna betete: Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Haupt ist erhöht in dem Herrn. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils. Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. Der Herr tötet und macht lebendig, führt hinab ins Totenreich und wieder herauf. Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche.

Impuls zum Predigttext für den Ostersonntag: 1.Samuel 2,1-2.6-8.  Von Harald Stumpf

„April April!“ Kinder können über einen gelungenen Aprilscherz herzhaft lachen. Der Ostersonntag fällt in diesem Jahr auf den 1. April, doch Ostern ist kein Aprilscherz und das „Osterlachen“, das in der orthodoxen Kirche in der Osternacht als Auferstehungsjubel voller Freude laut wird, ist eine Siegeshymne: „Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“  Hölle, Tod und Teufel haben keine Macht mehr.

Der Jubel über einen Sieg drückt sich in herzerfrischendem Lachen und unbändiger Freude aus. Wir haben es bei der Winter-Olympiade miterleben können und werden bei der Fußball-WM in wenigen Wochen die Siegeshymnen hören: „So ein Tag, so wunderschön wie heute“.

„Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Was am Karfreitag wie eine Niederlage aussah, ist in Wirklichkeit der Sieg über Hölle, Tod und Teufel und über alles, was uns von Gott und von Menschen trennt. Christen sind Protestleute gegen den Tod, wo immer er sich in unserem Leben breit macht.

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Hanna war eine ungewollt kinderlose Frau. Auch heute ist das eine große innere Not bei Paaren, die sich so sehr ein Kind wünschen. Hanna haderte mit sich und mit Gott und hat unendlich gelitten unter der gesellschaftlichen Verachtung. In der Welt, in der Hanna lebte, war es schlichtweg eine Katastrophe, dass sie keine Kinder gebären konnte. Damit war sie praktisch für ihren Mann und für ihre gesamte Umwelt wie tot.

Ja, es gibt Schicksalsschläge, berufliche und persönliche Katastrophen, die alles Leben in uns abtöten können und wir uns wie tot empfinden. Die plötzliche Trennung einer Ehe, Streit in der Familie und das bittere Zerwürfnis mit den eigenen Kindern. Eine schlimme Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Da zieht es einem den Boden unter den Füßen weg. Alles wankt und zerbricht. Es fühlt sich an wie der persönliche Weltuntergang, abgeschnitten vom Leben, wie tot.

Hanna bringt diese innere Not und Ausweglosigkeit klagend vor Gott und er erbarmt sich ihrer Not. Hanna durfte unvermutet schwanger werden und einem Sohn das Leben schenken, dem späteren Propheten Samuel. Der Name Samuel bedeutet: „Erhört von Gott“. Das veranlasst Hanna zu einem Siegesjubel: „Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Haupt ist erhöht in dem Herrn.“ Hanna hat ihre Würde wieder geschenkt bekommen. Sie kann erhobenen Hauptes durchs Leben gehen, und sie rühmt die Herrlichkeit und Güte Gottes: „Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. Der Herr tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf.“

Das ist die österliche Erfahrung, die Hanna viele Jahrhunderte vor Christus schon gemacht hat. Das sind Osterspuren, die wir auch heute finden können. Christen sind „Protestleute gegen den Tod“ wie Christoph Blumhardt einmal gesagt hat und das hat auch eine politische und gesellschaftliche Dimension, das hat österliche Auswirkungen in unserem Alltag „Der Herr macht arm und macht reich, er erniedrigt und erhöht. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche.“
„April, April!“ Ostern ist kein Aprilscherz, aber die Freude der Auferstehung und das Osterlachen sollten wir neu entdecken.

„Als Jesus am Kreuz gestorben war, wollten seine Freunde ihm die letzte Ehre erweisen und ihn in ein Grab legen. Josef von Arimathäa hatte sein eigenes Grab zum Begräbnis für Jesus zur Verfügung gestellt. Als er am Abend zu seiner Frau heimkommt, stellt sie ihn zur Rede: „Josef, wie konntest du nur? Wie stellst du dir das vor? Das ist unser Grab! Wo sollen wir jetzt hin, wenn wir tot sind?“ Seine Antwort: „Frau, mach dir keine Sorgen, das ist doch nur fürs Wochenende.“

Gebet

Allmächtiger Gott, du hast durch Tod und Auferweckung deines Sohnes Hölle, Tod und Teufel besiegt.
Schenke uns Osterfreude und Auferstehungs­hoffnung, dass Angst und Verzweiflung in unserem Leben nicht überhandnehmen, sondern wir im ­Glauben an dich getrost, befreit und fröhlich leben.