Christliche Themen für jede Altersgruppe

Was ist klug? - Impuls zur Predigt

Lukas 16,1.5-6.8a Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Der sprach: Hundert Fass Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte.

Was ist klug?

Impuls für den Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres: Lukas 16,1-8.

Georg Hardecker ist Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Weil der Stadt-Merklingen.

 

Georg Hardecker, Pfarrer in Weil der Stadt Merklingen. Foto: PrivatJesus erzählt von einem ungerechten Verwalter. Man könnte dabei meinen, wir befänden uns direkt in unserer Gegenwart und zwar mittendrin in einem handfesten Finanzskandal.

Dieser Mann verwaltet ein große Vermögen offenkundig grottenschlecht. Er „verschleudert“ das, was ihm nicht gehört. Dafür wird er gefeuert. So einen kann doch keiner gebrauchen. Und was macht der Verwalter? Er beweist nun in aller Deutlichkeit, dass die Kündigung in der Tat längst überfällig war und dass er vollkommen frei von jeglichem Verantwortungsgefühl ist. Denn auch nach seiner Kündigung macht er sich nun weiter in aller Dreistigkeit ans Werk. Er trommelt die Schuldner seines Chefs heimlich zusammen und manipuliert jetzt noch ihre Schuldscheine. Aber Jesus belässt es nicht bei dieser empörenden Ungerechtigkeit. Er hat eine weitere haarsträubende Wendung in der Tasche. Der Chef erfährt, was sein Verwalter getan hat und lobt ihn. Er habe klug gehandelt. Wieso um alles in der Welt dieses Urteil? Hat er ihn nicht eben noch gefeuert? Da bleibt einem doch nichts als ungläubiges Kopfschütteln. Erst über den Verwalter, dann über den Chef und schließlich über Jesus. Warum erzählt er uns so eine Geschichte?

Die entscheidende Frage bei den Gleichnissen ist immer: Wofür stehen denn die Figuren und Gegenstände im Gleichnis? Denn eins ist klar: Wenn in einem Gleichnis von Geld die Rede ist, geht es natürlich nicht um Geld. Wofür steht es dann? Nichts eignet sich besser als Geld, um den Sachverhalt der Schuld deutlich zu machen. Wir stehen vor einem Gleichnis, das uns erklärt, wie es um unsere „Schuld“ bestellt ist und wie wir mit ihr umgehen sollen.

Wir stehen bei Gott „in der Kreide“

Jesus meint damit, dass wir alle ungerechte Verwalter sind. Denn wir stehen bei Gott „in der Kreide“. Wir leben von seiner Gnade und „verschleudern“ sie. Wir bekommen von Gott so viel, aber vergessen zu danken.

Wir bekommen Zeit geschenkt, aber wie oft vergeuden wir sie. Autowaschen ist wichtiger als Gottesdienst, Rasenmähen wichtiger, als die einsame Nachbarin zu besuchen.

Wir bekommen von Gott Wohlstand. Aber wir teilen nicht, sondern herrschen eifersüchtig über unser Erspartes.

Das alles ist „verschleudern“. Und deswegen stehen wir in der Schuld. Ein Grund, um von Gott gefeuert zu werden. Außer wir fangen an, unseren Mitmenschen „Schulden“ zu erlassen.

Nach Jesus haben wir nicht die Möglichkeit, einfach gerechte Verwalter zu werden. Das ist der pharisäische Irrtum, den es auch bei uns immer wieder gibt. Umkehr ist zwar immer wieder nötig, aber wir bleiben in den Worten der guten Tradition „Sünder“. Das ist nun aber kein Grund, sich zu schämen, lethargisch in einer Ecke zu versauern und sich wegen seiner Schuld zu bemitleiden.

Jesus weiß eine bessere Strategie: Den anderen ihre Schuld vergeben. Den Mitmenschen in welcher Form auch immer zuzusprechen: Deine Schuld ist dir vergeben. Was ist das anders als klug? Ein Riesenberg voller Schulden, und wir können mithelfen, dass alles plötzlich weg ist – und keiner weiß, wohin. Klug!

Foto: Nathan Dumlao/Unsplash

 

Gebet

Gott, himmlischer Vater.

Du kennst unsere Schuld – und vergibst.

Bleib deinem Erbarmen treu.

Schenke uns deinen Geist, der frei macht und fröhlich.

Damit wir mit unseren Mitmenschen so großherzig sind wie du mit uns.

Amen.

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