Christliche Themen für jede Altersgruppe

Was uns gut tut

In der Fastenzeit geht es ja nicht nur ums Verzichten, sondern auch um das (Wieder-)Gewinnen von mehr Lebensqualität. Jedem tut etwas anderes gut. Das haben wir bei einer Umfrage in der Gemeindeblatt-Redaktion festgestellt. Unsere Erfahrungen sollen Sie zu eigenen Erfahrungen inspirieren.


Aussteigen
Manchmal reicht es, gewohnte Abläufe ein bisschen zu verändern. Dazu gehört für mich der Weg von der Arbeit nach Hause. Diesen hinterfrage ich sonst schon aus Bequemlichkeit nicht. Sondern bin froh, wenn die Fahrt reibungslos verläuft und ich schnell am Ziel bin. Doch zwischendurch steige ich nach Feierabend zwei oder drei Stationen später in die S-Bahn ein und lege die ersten Schritte zu Fuß zurück. Die Bewegung an der frischen Luft leert nicht nur den Kopf, sondern schenkt mir auch ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Und es ist schön, seine eigenen Füße als Transportmittel benutzen zu können. Franciska Bohl


Singen
Am besten kann ich beim Singen von Passionsmusik entspannen. Eine Mitsängerin ist Physiotherapeutin und lässt uns zu Beginn der Chorprobe erst mal den Körper lockern: strecken, dehnen, fallen lassen. Das tut nach einem langen Tag gut. Beim Einsingen – mmmooo, solosoloso – achte ich auf den Atem: Wo kommt er her, wo fließt er hin? Beim Singen höre ich mich nicht nur, sondern spüre die Töne im ganzen Körper. Weil das Einüben eines Stückes lange dauert, verinnerliche ich so die Passion Christi von Woche zu Woche mehr. Vor allem die Passagen in Moll geben mir einen wohltuenden inneren Frieden. Petra Ziegler

Gehen
So leicht ist es ja nicht, an freien Tagen früh aufzustehen und das Haus für einen Morgenspaziergang zu verlassen, wenn rund herum noch alles schläft. Draußen sehe ich nur ein paar Frühaufsteher. Aber im Wald wimmelt es lebhaft: Eichhörnchen turnen, Rehe flüchten, Amseln rascheln im Unterholz, ein Gezwitscher und Gekrächze. Ich fühle mich wohl, so mittendrin, gucke und gehe einfach so vor mich hin, höre zu und plane nichts. Mit jedem Schritt kehrt ein Stück mehr Seelenruhe ein. Meinen Heimweg gehe ich meist fröhlich und gespannt auf den neuen Tag: Schön ist diese Herrgottsfrühe.  Cornelie Class-Hähnel


Lachen
Manchmal sitzte ich vor dem Fernseher, und es kommt etwas Blödes. Aber irgendwie ist es komisch. Und dann fange ich einfach an zu lachen. Lachen tut der Seele so gut, vor allem dann, wenn es aus ihrer Tiefe kommt. Nicht das aufgesetzte Lachen, das dumme Situationen überbrücken hilft. Sondern das herzliche Lachen, das ein Ausdruck von Lebensfreude ist. Ich stelle mir auch Jesus vor als jemanden, der herzlich lachen konnte. Ernst ist es oft genug und Lachen nebenbei auch kein Zeichen fehlender Ernsthaftigkeit. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Mal sehen, welcher Blödsinn heute Abend wieder im Fernsehen kommt. Andreas Steidel

Segen
Von Gottes Segen kann ich nicht genug bekommen. Deshalb spreche ich mir morgens den Segen Gottes bewusst selbst zu. Allerdings in einer abgewandelten Form. So, wie ich sie bei Exerzitien im Alltag kennen gelernt habe. Da heißt es: „Der Herr segnet dich und behütet dich. Der Herr lässt sein Angesicht leuchten über dir und ist dir gnädig. Der Herr erhebt sein Angesicht auf dich und gibt dir seinen Frieden.“ Durch die Gegenwartsform wird aus dem Wunsch (der Herr segne dich) eine feste Zusage, eine Zuversicht. Weil ich diese Worte nicht nur denke, sondern laut ausspreche, wirken sie stärker. So gerüstet, starte ich in den Tag. Nicole Marten

Schlafen
Wer einmal Schlafstörungen hatte,  weiß, welch wunderbares Geschenk der Schlaf ist. Manchmal gönne ich mir dies Geschenk tagsüber. Ein Nickerchen. Am liebsten draußen im Garten. Im Frühjahr, wenn die Sonne einen an der Nase kitzelt, klappe ich eine Liege auf, lege ein Polster unter, wickele mich in eine Decke und lasse mich in den Schlaf gleiten. Die frische Luft streicht übers Gesicht. Ich atme, das Herz schlägt. Die Gedanken entgleiten irgendwann. Ich schlafe. Es hat etwas Spirituelles: Das Leben darf sein, wie es ist. Ich darf sein, wie ich bin. Ich muss nichts tun. Der Herr gibt es den Seinen im Schlaf, heißt es. Schön. Alexander Schweda