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Brenz mit Schleifchen - Das Eselsburger Tal

ESELSBURG (Dekanat Heidenheim) – Das Eselsburger Tal ist ein Naturidyll. Streng geschützt liegt es umgeben von Felsen und Wäldern in einer verträumten Flussschleife der Brenz. Ein wunderbares Ziel zum Wandern und Spazierengehen, mit Wegen, die fast barrierefrei sind.

Eselsburger Tal ist ein Naturschutzgebiet , Flussschleife der Brenz.Foto: Andreas SteidelEselsburger Tal ist ein Naturschutzgebiet , Flussschleife der Brenz.Foto: Andreas Steidel

Umwege sind manchmal die schönsten Wege. In Herbrechtingen auf der Ostalb macht die Brenz einen großen Umweg, mäandert in einer fünf Kilometer langen Schleife um einen Waldrücken herum. Man will sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn jemand die Idee gehabt hätte, den Abschnitt durch einen Kanal zu begradigen.

So ist das Eselsburger Tal heute ein Juwel. Seit 1983 steht es unter Naturschutz und zieht Besucher an aus nah und fern. Sie finden dort viele Wege, auf denen sie das Tal entdecken können. Die meisten Wege sind so einfach und flach, dass hier auch Ungeübte auf ihre Kosten kommen sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Ein guter Ausgangspunkt ist das Kloster in Herbrechtingen. Die evangelische Kirche geht in Teilen zurück auf diese Zeit, der Chor ist ein Überbleibsel aus der Spätgotik. Ein schöner flacher Rundwanderweg führt von Herbrechtingen zum Ort Eselsburg. Man geht auf der Innenseite des Tals entlang, zwischen dem Umlaufberg Buigen und dem Fluss, der in seinem natürlichen Bett durch die Landschaft plätschert.

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Die Brenz entspringt bei Königsbronnhttps://www.schwabenstaedte-in-bayern.de/koenigsbrunn und fließt bei Lauingen in die Donau. Im Eselsburger Tal hat sie etwa die Hälfte ihrer 52 Kilometer langen Strecke zurückgelegt. Sie macht eine kleine Pause, verweilt in einer Landschaft, die sie mitgestaltet hat. Der Bergrücken Buigen hat seinen Namen von der Biegung, die der Fluss hier macht.

Eselsburger Tal - Revier von Biber und Eisvogel

Die Natur ist überall präsent entlang des Wanderweges. In Tümpeln, aus denen die Frösche quaken, auf knorrigen alten Ästen, wo Wanderfalken Platz genommen haben. Den Eisvogel gibt es hier und den Biber, langsam aber sicher nagt er sich durchs Gehölz und erobert sein altes Revier zurück. Im neuen Infozentrum am Eselsburger Brenzufer ist ein kleiner Biberbau ausgestellt.

Nach kaum zwei Kilometern ist der Talort Eselsburg erreicht. Kaum ein Höhenmeter musste bis dorthin bewältigt werden, selbst Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte schaffen den Weg bis zur Brücke ins Dorf.

Am Flussufer der Brenz liegt auch das Fachwerkgebäude mit dem Heimatmuseum von Herbrechtingen. Foto: Andreas SteidelAm Flussufer der Brenz liegt auch das Fachwerkgebäude mit dem Heimatmuseum von Herbrechtingen. Foto: Andreas Steidel

Eselsburg ist ein verträumter Weiler, ein Dorf mit ein paar Häusern und einer Talschenke. Der Biergarten ist überaus beliebt, eine lauschige Raststation auf halber Strecke. Nebenan gibt es einen großen Bio-Hofladen mit Café, der nach fünfjähriger Bauzeit 2019 endlich eröffnet wurde. Betrieben wird er von der Biotal-Hofgemeinschaft, viele der Mitglieder gehören zur christlichen Lebensgemeinschaft Mühlrad, die hier ebenso ihren Sitz hat.

In Eselsburg kann man umkehren und einkehren. Oder man geht einfach ein Stück weiter auf dem Wanderweg in den hinteren Teil des Tals hinein. Es ist vollkommen unbesiedelt, eine weite grüne Au, die von hohen Felswänden umgeben ist. Auf ihnen ruhen alte Burgen oder Burgruinen. Gleich mehrere gibt es im Eselsburger Tal, auch das Tal und der Ort sind nach einer alten Burg benannt.

Eindrucksvoll thront der Rest der ehemaligen Burg Falkenstein auf dem gleichnamigen Felsen. Der Aufstieg lohnt sich, der Blick von der Felsspitze ist umwerfend, von hier oben könnte man meinen, ein Stück urtümliche Wildnis habe den Wandel der Zeiten überdauert.

Nur rund einen Kilometer ist es von Falkenstein zurück nach Eselsburg. Überall kann man abzweigen, den Höhenweg über den Buigen gehen oder zur Spitzbubenhöhle aufsteigen. Der schönste Abschnitt verläuft freilich zwischen Eselsburg und Herbrechtingen entlang der schmalen Fahrstraße, auf der sich der Verkehr in Grenzen hält.

Zwei Kilometer ist sie lang und führt zwischen den Wacholderheiden und den Brenzauen zurück zum Ausgangspunkt. An einem der steilen Kalkfelsen seilen sich Kletterer ab. Das Eselsburger Tal ist auch für sie ein attraktives Revier, wobei nur wenige der Felsnadeln für Outdoor-Aktivitäten freigegeben sind.

Schöne Landschaft und bäuerliches Leben: Das Eselsburger Tal ist ein Naturschutzgebiet mit Rinder- und Schafbeweidung. Am bekanntesten sind die Felsnadeln Steinere Jungfrauen. Foto: Andreas SteidelSchöne Landschaft und bäuerliches Leben: Das Eselsburger Tal ist ein Naturschutzgebiet mit Rinder- und Schafbeweidung. Am bekanntesten sind die Felsnadeln Steinere Jungfrauen. Foto: Andreas Steidel

Die bekanntesten aller Felsnadeln sind die Steinernen Jungfrauen. Sie stehen direkt am Wegesrand und laden dazu ein, sich unter ihnen für ein Foto zu positionieren oder auf ihrem Schoß Platz zu nehmen. Der Sage nach waren sie verliebte Mägde, die von ihrer missgünstigen Herrin in Stein verwandelt wurden, weil sie sich einem jungen Fischer genähert hatten.

Den dazugehörigen Fischteich gibt es noch immer. Er ist ein beliebter Landeplatz für Reiher und Kormorane. Auch Blässhühner und Zwergtaucher haben ihr Revier im Eselsburger Tal sowie natürlich jede Menge Schafe. Auf den Hängen zwischen Herbrechtingen und Eselsburg halten sie die Wacholderheiden frei und geben der Landschaft ihr charakteristisches Gesicht.

Das Eselsburger Tal ist das ganze Jahr über einen Ausflug wert. Das Blühen der Blumen im Frühling ist freilich ein besonders schönes Erlebnis. Es beginnt mit dem Märzenbecher und geht weiter mit dem Buschwindröschen, dem Leberblümchen, dem Blauen Lattich und der Türkenbundlilie.

Rund 600 Farne und Blütenpflanzen gibt es hier sowie 80 Vogelarten. Eine einmalige Konzentration der Natur, die im Sommer noch durch leuchtende Seerosen ergänzt wird.

Wer die kurze Wandervariante gewählt hat, ist nach rund sechs Kilometern wieder zurück am Parkplatz in Herbrechtingen. Die Strecke lässt sich jedoch bequem auf acht oder zehn Kilometer erweitern, wahlweise mit und ohne Steigung.

Das Eselsburger Tal,  Naturschutzgebiet auf der Schwäbischen Alb. Foto: Andreas Steidel Das Eselsburger Tal,  Naturschutzgebiet auf der Schwäbischen Alb. Foto: Andreas Steidel

Das Eselsburger Tal, Naturschutzgebiet und bäuerliches Leben mit Rinder- und Schafbeweidung auf der Schwäbischen Alb. Foto: Andreas Steidel

Für Wanderer ist das Eselsburger Tal ein Ort der vielen Möglichkeiten. Mit einer großen Zahl von ebenen Wegen, die auch denen ein Freizeitvergnügen ermöglichen, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind. Der ideale Ort für einen Sonntagsspaziergang oder einen kurzen Ausflug unter der Woche in einer der reizvollsten Gegenden der Schwäbischen Alb.

Sie ist ein Geschenk der Natur mit einer großen Schleife, die die Brenz für ihre Besucher in die malerische Landschaft hineingelegt hat. □

Es gibt viele Wandermöglichkeiten im Eselsburger Tal. Los geht es in Herbrechtingen am Freizeitbad oder am Kloster. Ein etwa sechs Kilometer langer Weg führt am rechten Brenzufer bis nach Eselsburg und auf der anderen Flussseite wieder zurück. Wer bis zum Falkenstein weitergeht, ist acht Kilometer unterwegs.

Ein beliebtes Einkehrziel in Eselsburg ist die Talschenke (Internet: www.eselsburg-talschenke.de). Seit 2019 gibt es einen großen Hofladen mit Hofcafé der Biotal Hofgemeinschaft, geöffnet von Montag bis Samstag. Internet: www.milchmobil.de An Sonn- und Feiertagen ist das Tal für den Autoverkehr gesperrt.

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