Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Dreifaltigkeitszeit oder Trinitatis

Die Dreifaltigkeitszeit oder Trinitatis –die stille Zeit im Jahreskreis

Dreifaltigkeitszeit oder Trinitatis
Dreieinigkeit

Der Heilige Geist war schon für die Alte Kirche eine harte Nuss. Das Christentum versteht sich als Glaube, der einen Gott verehrt, nämlich den Gott,der sich im Alten Testament Israel gezeigt hat. Doch wie lässt sich das mit der Rede von Gottes Geist bzw. Gottes Sohn vereinbaren?

Ist es nun ein Gott oder sind es doch drei? Und ist der Geist Gottes auch der Geist Christi? Es brauchte Jahrhunderte, um diese Fragen zu beantworten. Im berühmten Konzil von Nicäa wurde schließlich die Lehre von der sogenannten Dreieinigkeit oder Trinität auf den Weg gebracht. Sie besagt, dass sich in Gott-Vater,Gott-Sohn und Gott-Geist derselbe Gott in verschiedener Weise äußert. So wie wir uns an verschiedenen Lebensorten in unterschiedlichen Rollen zeigen, beispielsweise als Kollege, Vater, Mutter, Tochter, Sohn, Freund usw.,aber stets doch der- oder dieselbe bleiben. Mit der Trinitätslehre war der Streit allerdings nicht ausgestanden. Viele Christen, vom Laien bis zum Bischof,akzeptierten sie nicht, weil sie glaubten, dadurch würde die Souveränität Gottes als einziger Gott verletzt. Es brauchte weitere Jahrhunderte, biss ich die Lehre vom dreieinigen Gott durchsetzte.

Die Dreifaltigkeitszeit ist eine ruhige Zeit ohne große Kirchenfeste. Der Sonntag nach Pfingsten ist der Dreifaltigkeit Gottes gewidmet. An diesem Sonntag gedenkt man einer der zentralsten Anschauungen des christlichen Glaubens, nämlich der, dass sich Gott in unterschiedlicher Weise zeigt: als Gott, der Vater, als Gott, der Sohn und im Heiligen Geist. Das griechische Wort hierfür ist „Trinität“. Das deutsche Wort Dreifaltigkeit ist eine treffende Übersetzung. Gott entfaltet sich in drei Weisen. So erfuhren die ersten Christen Gott. Er äußerte sich als Vater (Jesus betete das „Vaterunser“), als Sohn Gottes (in Jesus Christus) und im Geist. Damit wird allerdings nur zum Ausdruck gebracht, wie Menschen Gott erfuhren. Doch die Frage, wie diese drei Seins-Weisen zueinander in Verhältnis stehen, war noch nicht beantwortet.Diese Antwort ist die Trinität. Der christliche Gelehrte Tertullian formulierte sie erstmalig im 3. Jahrhundert. Er beschrieb Gott als ein Wesen, das sich uns in drei Personen mitteilt. Er wird unterschiedlich wahrgenommen, ist aber Einer.

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Die Dreieinigkeitslehre brauchte lange Zeit, um sich durchzusetzen. Immer wieder wurde darüber gestritten und ihretwegen kam es zu Brüchen in der Christenheit; bis heute ist sie nicht unangefochten. Auch der Gedenktag der Heiligen Dreieinigkeit entwickelte sich als allgemein gültiges Fest erst spät, nämlich im 14. Jahrhundert in der westlichen Kirche. Benediktiner-Mönche begingen Trinitatis bereits im 9. oder 10. Jahrhundert. Doch die offizielle katholische Kirche mit dem Papst an der Spitze sah keinen Anlass, ein Trinitatis-Fest für alle allgemein verbindlich vorzuschreiben. Es ging nicht darum,die Trinitätslehre zu hemmen. Man sah nur einfach keine Notwendigkeit,einen speziellen Tag einzurichten. Man bekreuzigte sich im Namen des dreieinigen Gottes, Kinder wurden auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft, der Gottesdienst begann in dieser Weise.Die Trinität war überall gegenwärtig. Erst Papst Johannes XXII. widmete 1334 den Sonntag nach Pfingsten der Dreieinigkeit.

Exkurs: Die Sekte der Zeugen Jehovas lehnt die Trinitätslehre als unbiblisch und heidnisch ab. Ihre Begründung: Jesus hat keine Gemeinsamkeit mit Gott, vielmehr ist er der Mensch gewordene Erzengel Michael. Er starb am Pfahl und wurde durch die Auferstehung von Gott für sein „Loskaufopfer“ belohnt. Die christlichen Feste Ostern und Weihnachten werden, weil sie heidnischen Ursprungs sind, von den Zeugen Jehovas nicht gefeiert.

Bis heute ist Trinitatis ein unsichtbarer Festtag. Mit ihm beginnt im Kirchenjahreskreis die stille oder fest lose Zeit. Die Wochen zwischen Pfingsten und Totensonntag werden, sieht man von Erntedank und vom Buß- und Bettag ab, von keinem Kirchenfest unterbrochen. Die Sonntage nach dem Trinitatisfest werden einfach durchgezählt. Sie haben keinen Namen, aber traditionell sind sie bestimmten Themen des Glaubens gewidmet, z. B. Taufe,Trost, Kirche und Welt etc. Die Trinitatiszeit stimmt weitestgehend mit unserer Urlaubs- und Ferienzeit überein. Es geht insgesamt ruhiger zu.

Trinitatis und die ihm folgenden Sonntage tragen liturgisch die Farbe Grün, die Farbe des Wachstums und Reifens. Da sowohl das Erscheinungsfest Epiphanias zu Beginn des Jahres als auch die Dreifaltigkeitszeit, die aus bis zu 27 Sonntagen besteht, durch Grün bezeichnet werden, ist dies die Farbe, die im liturgischen Farbkreis vorherrscht.

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