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Ein Schatz benötigt Schutz

Von der Kraft und Verletzbarkeit des Erdreichs erzählt Marc Uhlig in seinem Dokumentarfilm „Unser Boden, unser Erbe“, der jetzt in die Kinos kommt. Landwirte wie Achim Heitmann laugen den Acker nicht aus, sondern versuchen ihn aufzuwerten. 

 

Achim Heitmann auf einem seiner Felder. Bei David Steyer (links) hilft die ganze Familie. (Foto: W-film/Tisda Media)

Eine dünne Schicht bedeckt die Erde. Sie ist voller Leben, in ihr wächst die Nahrung. Eine faszinierende Welt, die schwindet. Regisseur Marc Uhlig widmet dieser verletzlichen Schicht seinen Dokumentarfilm „Unser Boden, unser Erbe“.

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„Vor ein paar Jahren stand ich auf einem Acker und half bei der Ernte“, sagt Uhlig. „Zum ersten Mal habe ich verstanden und gespürt, dass der Boden, auf dem ich stehe, meine Familie und mich ernährt. Ich war sehr glücklich darüber, spürte aber gleichzeitig, dass hier irgendwas nicht stimmt.“ Was da nicht stimmt, skizziert er in seinem Film. Er erzählt angenehm ruhig und öffnet viele Perspektiven auf das Erdreich. Seine Kamera bleibt dicht über dem Boden und geht darunter. Sie schwebt über den Feldern und sie begibt sich auf Augenhöhe mit den Menschen, die über den Boden sprechen und ihn bearbeiten oder besser: mit ihm arbeiten. Denn nur wenn der Boden schonend behandelt wird, bleibt der Humus erhalten, kann er Wasser und CO2 speichern und den Pflanzen Nährstoffe bieten.

Im Mittelpunkt des Films steht der Landwirt Achim Heitmann, der seine Felder in Überlingen nach Demeter-Grundsätzen bestellt. Er beachtet die Fruchtfolge, verwendet den Dünger seiner Kühe und verzichtet auf schwere Maschinen, die den Boden verdichten und zerstören. Er benötigt viele Helfer, um den Betrieb am Laufen zu halten. Marc Uhlig begleitet ihn von der Aussaat bis zur Ernte.

Als Vertreter der konventionellen Landwirtschaft kommt Werner Kunz zu Wort. Er weist auf die Marktbedingungen hin, sagt aber auch: Auf Dauer könne die Landwirtschaft nicht gegen den Willen der Gesellschaft arbeiten. Nur müssten die Menschen dann auch bereit sein, einen höheren Preis für heimische Lebensmittel zu bezahlen.

Und so spannt der Regisseur den Bogen vom Boden als Lebensraum über die Arbeit der Landwirte hin zu den wirtschaftlichen Zwängen. Erst wenn man sich diesen Zwängen entziehe, werde der Druck vom Boden genommen, sagt der solidarische Landwirt David Steyer. In der solidarischen Landwirtschaft arbeiten Privatleute mit, die Erträge gehen nicht in den großen Warenkreislauf. So allerdings kann kein Überschuss erwirtschaftet werden, der die Menschen in den Städten ernährt.

Hier, beim Gegensatz zwischen Land und Stadt, wird der Regisseur plakativ. Er skizziert die Stadt als Welt der Hektik und des Konsums, in dem der Erdball zum Objekt wird, das man benutzt und ausnutzt.
Der Wissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker benennt Grundsätzliches. Alle Ideen, die Ausdehnung und Wachstum propagieren, stammen aus der leeren Welt, sagt er. Doch Milliarden Menschen leben in einer vollen Welt. Das Wachstum kommt an sein Ende.

Marc Uhligs Dokumentarfilm ist sehenswert, nicht nur zu Erntedank. Und wenn Landwirt Achim Heitmann wünscht, dass der Natur und der Arbeit Wertschätzung entgegengebracht werde, dann weist „Unser Boden, unser Erbe“ spätestens in diesem Moment über eine bloß materielle Sichtweise hinaus.

◼ „Unser Boden, unser Erbe“ startet am 8. Oktober. Eine Übersicht, in welchen Kinos er läuft, gibt es im
Internet: www.unser-erbe.de

 

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