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Wald für die Verkündigung - Pfarreistiftung

Dass die Kirche zu den großen Privatwaldbesitzern gehört, ist eher wenig bekannt. Doch die Pfarreistiftung der württembergischen Landeskirche bewirtschaftet ein Gebiet von rund 2770 Hektar. Zum Teil sogar jenseits der Landesgrenze.

Wald im Herbst. Foto: jplenio / PixabayFoto: jplenio / Pixabay

Holz aus dem fränkischen Odenwald finanziert Pfarrgehälter in Württemberg mit. Seit den 1930er-Jahren. Damals kaufte die Pfarrgutsverwaltung der Landeskirche das Waldstück Glashütte im Odenwald in Bayern, nicht weit entfernt von Aschaffenburg, 987 Hektar groß. Der Gedanke hinter dem damaligen Erwerb: Land zu bewirtschaften, um Pfarrer zu versorgen.

Die Pfarreistiftung der Landeskirche ist die Nachfolgerin der Pfarrgutsverwaltung und eine rechtlich selbständige Stiftung. Die Immobilien, über die sie verfügt, gehören ihr selbst. Ihre Ursprünge liegen in der Zeit, als Pfarrer noch kein Gehalt erhielten, sondern durch Pfarracker, Pfarrwiese und Pfarrwald mit Obst, Gemüse und Brennholz versorgt wurden. Um 1900 begann die Kirche, diese Grundstücke zentral zu bewirtschaften. 1999 wurden sie in eine zentrale Stiftung überführt. Diese dient im Sinne des Stiftungsgesetzes „Zwecken des Gottesdienstes und der Verkündigung“. Praktisch heißt das, das über die Erträge der Stiftung die Besoldung von Pfarrerinnen und Pfarrern in Württemberg mitfinanziert wird.

Pfarreistiftung - Brennholz für Pfarrer

„Ein Stiftungszweck ganz nahe an der zentralen Aufgabe der Kirche“, sagt Christoph Zink. Was aber auch heiße, dass die Pfarreistiftung wirtschaftlich handeln müsse – und dies auch wolle. Zink ist bei der Pfarreistiftung unter anderem für die Waldwirtschaft zuständig. Dem 50-jährigen studierten Forstwissenschaftler zur Seite stehen zwei Revierförster. Die Pfarreistiftung verwaltet insge-samt rund 2770 Hektar Wald. Teils sind dies die alten Pfarrwälder, teils Zukäufe der vergangenen Jahrzehnte. Fast die Hälfte, etwa 1300 Hektar, entfällt auf ein Waldgebiet in der Nähe von Schwäbisch Hall, den Pfarrwald bei Michelbach/Bilz. „Die Limpurger Berge gehören praktisch uns“, sagt Zink lachend.

Unter den privaten Waldbesitzern gehört die Pfarreistiftung schon zu den größeren in Baden-Württemberg. Daneben haben manche Kirchengemeinden eigene kleinere Waldgebiete, zum Beispiel Adelmannsfelden, Börtlingen, Lauterburg oder Biberach. Zu den größten privaten Waldbesitzern zählen Adelshäuser, so die Hohenzollern mit rund 12 800 Hektar bewirtschafteter Fläche in Baden-Württemberg. Insgesamt sind in Baden-Württemberg 1,37 Millionen Hektar bewaldet. Größter Waldbesitzer ist das Land selbst mit rund 330 000 Hektar.

In den Wäldern der Pfarreistiftung halten sich Laub- und Nadelbäume etwa die Waage. Häufigste Baumarten sind Buchen und Fichten. Die Wälder werden mit dem Ziel bewirtschaftet, Erträge abzuwerfen. „Wir nutzen das Holz, das laufend zuwächst“, sagt Christoph Zink. Nachhaltigkeit spiele eine große Rolle – der Begriff komme nicht ohne Grund aus der Forstwirtschaft. Die Förster der Stiftung bewirtschaften die Pfarrwälder nach den Grundsätzen der „naturgemäßen Waldwirtschaft“, berichtet Zink. Dazu gehöre unter anderem, auf Kahlschläge zu verzichten, gemischte Baumbestände zu pflegen, Lebensräume für Tiere, etwa Spechte, zu sichern sowie den Wald als Ort der Erholung zu erhalten. □

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