Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint … Wir müssen über Corona reden

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Foto: RedaktionAndreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Foto: Redaktion

Eigentlich möchte ich zur Premiere dieser Kolumne nicht über Corona reden. Aber wohl wäre mir dabei nicht. Zwar kann ich wie die meisten von uns das Wort Corona nicht mehr hören und noch weniger die schlechten Nachrichten, die damit verbunden sind. Nur: Kommt es wirklich auf unsere Befindlichkeit an, wo nach wie vor Hunderte von Menschen an Covid-19 sterben? Anders gefragt: Würden wir auch dann zur Tagesordnung übergehen wollen, wenn am Himmel über Deutschland wieder und wieder zwei Jumbojets miteinander kollidierten?

Der Wirklichkeit Rechnung tragen

Was mich zu Angela Merkel bringt. Man muss kein Freund der Bundeskanzlerin sein. Aber das hat sie stets aufs Neue und zu Recht betont, dass die Lage ernst ist und harte Zeiten auf uns warten. Ist sie mit ihren Appellen durchgedrungen? Von Anbeginn sind mir auch andere Stimmen in Erinnerung: Wann kann die Fußballbundesliga wieder spielen? Wie sieht es mit Mallorca aus? Warum dürfen wir keine Feste feiern? Ganz zu schweigen von den kruden Ansichten der Coronaleugner. Und selbst das, was gut gemeint gewesen ist, war von kurzer Dauer: die Rede von den Alltagshelden und wie dankbar wir ihnen sind. Nur selten sind den Worten Taten gefolgt. Die zweite Welle von Corona aber ist Wirklichkeit.

Corona-müde? Trotzdem über Corona reden?

Tragen wir der Wirklichkeit Rechnung! Alles andere verbietet sich. Mehr noch: Fußballspiele, Urlaube, Partys und dergleichen, überhaupt unsere ganze Sehnsucht nach Normalität sind verständlich, aber zweitrangig angesichts des Ernsts der Lage. Was stattdessen zählt, ist dreierlei: dass wir alles tun, um Corona Herr zu werden; dass wir den vielen, die Hilfe brauchen, unter die Arme greifen; und dass die auf unser Mitgefühl zählen können, die unter Corona wirklich leiden.

Das soll nicht heißen, dass wir uns nicht auch etwas wünschen dürften, vor allem Gesundheit sowie Licht am Ende des Tunnels. Und in jedem Fall haben wir ein Gebet frei – oder zwei oder drei. Jeder Silberstreif am Horizont ist ein Geschenk Gottes.

Andreas Koch meint: Wir müssen über Corona reden. Und was meinen Sie?